Bonn 1914-1918
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    • Dezember 1918
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    • Sachbücher
    • Belletristik
  • Textbeiträge
    • Das erste Kriegsjahr
    • Liebesgabenfahrten 1914
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      • -- Dokumente
    • Der Kriegswinter 1916/17
    • Die letzten Monate
  • Exkursionen
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Sonntag, 21. Mai 1916

      

Anzeige im General-Anzeiger vom 21. Mai 1916Die Großherzogin von Sachsen ist gestern nachmittag in ihrem Hofzuge in Bonn angekommen. Sie begab sich mit ihrem Gefolge nach dem Königshof, verweilte dort einige Stunden und reiste gestern abend 8 Uhr weiter.

Keine Kleiderkarten. Der Handelskammer zu Koblenz hat die Reichbekleidungsstelle auf Anfrage mitgeteilt, daß nicht beabsichtigt ist, Kleiderkarten, d. h. Bezugsbescheinigungen ohne Berücksichtigung des Bedarfs, auszugeben.

Schiffsverkehr aus dem Rhein. Die Köln-Düsseldorfer Dampfer haben am gestrigen 20. Mai ihren vollen Sommerbetrieb wieder aufgenommen.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

    

Arndt-Eiche in Eisen. Eine überaus hochherzige Spende wurde gestern unserem Kriegsmal und seinem hehren Zweck, der Fürsorge für Witwen und Waisen von Bonner Kriegern zuteil, indem eine Dame, die ihren Namen nicht genannt haben will, die Summer von fünftausend Mark schenkte. Herzlicher Dank sei der Spenderin auch an dieser Stelle für ihre so überaus große Gabe ausgesprochen.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

   

Bonner Kriegs-Gedenk-Sammlung. Die Bonner Vaterländischen Vereinigungen beabsichtigen in unserer Heimatstadt eine Stätte zu errichten, die dem Gedenken an den großen Krieg gegen unser Vaterland und seinen Rückwirkungen auf die Bevölkerung daheim gewidmet ist. An alle unsere Mitbürger ergeht der Ruf zur Mitarbeit. Es ist geplant, – etwa in Verbindung mit anderen Sehenswürdigkeiten – eine Sammlung in gesonderten Räumen zu schaffen, die unsern Nachkommen ein deutliches Bild der schweren Zeit der Kriegsjahre vor Augen führen soll. Alles, Großes und Kleines, was diesem Gedenken dienen kann, soll der Sammelstelle überlassen werden, und zwar sowohl Gegenstände, die Bezug haben auf die tapferen Söhne der Stadt draußen an den Fronten oder auf See, als auch Erinnerungsstücke der Kriegszeit in der Heimat. Es sind u. a. erwünscht: Bilder von Ereignissen, besonders aus der ersten Zeit des Weltkrieges, auch von Bonnern an der Front oder von zeitweiligen Vereinigungen für die Zwecke des Krieges, wie z B. der Wollsammler, der Pfadfinder u. s. f.; Feldbriefe, in Original oder Abschriften; Zeichnungen aus dem Feld; Tagebücher; seltenere Drucke mit bezüglichen Aufsätzen über Dinge, an denen unsere Bonner beteiligt waren, oder die von solchen verfaßt sind; Schilderungen von Ereignissen daheim und draußen, z. B. wie unsere Helden, deren Bilder nicht fehlen sollen, sich ihre Ehrenzeichen verdienten; auch Zeichnungen, Briefe, Scherze von Kindern zum Gedächtnis dessen, wie der große Krieg sich in der Seele der Jugend widerspiegelt; selbstredend Beiträge für das große Gebiet der Kriegswohlfahrtspflege in der Stadt, kurz Erinnerungsstücke im weitesten Umfang. Die Namen der Stifter oder der Verfertiger der Stücke sollen genannt werden, und sowohl eine dauernde Ausstellung ist in Aussicht genommen, als auch die Ausstellung wechselnder Reihen. Da sich der Umfang der eingehenden Sachen naturgemäß noch nicht übersehen läßt, so ist vorläufig unter Leitung des Herrn Professor Dr. Knickenberg eine Sammelstelle im städtischen Lyzeum in der Loestraße eingerichtet. Hier werden die Gegenstände schon jetzt, soweit möglich, zur gelegentlichen Besichtigung öffentlich aufgestellt werden; endgültige Entschlüsse müssen bis zum Ende des Krieges aufgespart bleiben.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

Montag, 22. Mai 1916

     

Anzeige im General-Anzeiger vom 22. Mai 1916Der Verband der deutschen Buchdrucker, die älteste und weitaus größte gewerkschaftliche Organisation der deutschen Buchdruckergehilfen, bestand am 20. Mai fünfzig Jahre. Der Verband zählte beim Beginn des Krieges gegen 71.000 Mitglieder, von denen zurzeit nahezu 43.000 im Kriegsdienste sich befinden und auch schon über 3500 auf dem Felde der Ehre gefallen sind. (...) Wie fast in allen Druckorten Deutschlands, so versammelten sich auch in Bonn gestern die Buchdruckergehilfen, um das Jubiläum ihres Verbandes in einer der Kriegszeit entsprechenden einfachen Weise zu feiern. Auch auf den Bonner Ortsverein hat der Krieg stark eingewirkt; von seinen rund 160 Mitgliedern stehen etwa 100 im Heeresdienst, sieben sind für das Vaterland gestorben.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

    

Der Ausflugsverkehr war am gestrigen Sonntag so stark, daß man lebhaft an Pfingsten erinnert wurde. Das Schiff, das nachmittags um 2.35 Uhr von hier rheinaufwärts fuhr, war derart besetzt, daß Hunderte und Aberhunderte sich mit einem Stehplatz begnügen mußten. Auch die Staatsbahn und unsere Vorortbahnen waren in den Nachmittags- und Abendstunden dicht besetzt. Den größten Ausflugsverkehr hatte natürlich Königswinter aufzuweisen. Von dort aus zogen die Ausflügler in hellen Scharen ins Siebengebirge. Die rechts- und linksrheinischen Gasthöfe hatten gestern einen guten Einnahmetag. Am Abend herrschte an den Landebrücken und auf den Bahnhöfen das an solch herrlichen Tagen übliche starke Gedränge und manche Ausflügler mußten sich mit Geduld wappnen, ehe es ihnen gelang, eine Fahrgelegenheit zur Heimreise zu erwischen.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

Godesberg, 22. Mai. Das „Eiserne Kreuz von Godesberg“, das seit Beginn des Winters im Rathause untergebracht war, ist gestern wieder an der Dampfschiffstation in den Rheinanlagen zur Nagelung aufgestellt worden. Aus diesem Anlaß brachte der Männergesangverein Cäcilia gestern nachmittag am neuen Standorte mehrere Lieder zum Vortrag. Fortan sollen dem Eisernen Kreuz noch Plaketten angefügt werden mit den eingravierten Namen solcher Spender, die einen Mindestbeitrag von 50 Mark der guten Sache opfern.

Godesberg, 22. Mai. Die hiesige Goldankaufstelle hat für die zur Stärkung des Goldschatzes der Reichsbank überbrachten Gold- und Schmucksachen bisher 9300 Mark ausgezahlt.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Von Nah und Fern.“)

Dienstag, 23. Mai 1916

    

Arndt-Eiche in Eisen. Eine große Menschenmenge hatte sich Sonntag nachmittag bei herrlichstem Frühlingswetter an der Arndt-Eiche eingefunden, als um 5 Uhr vom Kaiserplatz her unter den Klängen der Bonner Landsturm-Kapelle der Festzug der Bonner Liedertafel sich nahte, um dem Andenken ihrer gefallenen Sänger ein Schild zu nageln. Abwechselnd mit den prächtigen Weisen der Kapelle unter Leitung ihres Kapellmeisters John sang die Bonner Liedertafel aus ihrem reichen Liederschatz eine Reihe von ausgewählten ernsten und fröhlichen Liedern voll frischer Kampfeslust und glühender Vaterlandsliebe. Stark gelichtet sind zwar die Reihen unserer Liedertäfler; die meisten ihrer Sänger haben die Leier mit dem Schwerte vertauscht und schützen draußen im Feindesland Herd und Heimat, aber es war doch noch ein stattlicher Chor, der unter Meister Werths Leitung sein prächtiges Stimmenmaterial und seine ausgezeichnete Schulung zur Geltung brachte. Namentlich die Tenöre waren stark vertreten und von herzgewinnender Frische. Die Ansprache des Vorsitzenden, Herrn Bankdirektor Weber, baute sich auf dem Wahlspruch der Bonner Liedertafel auf: „Dem Wahren, Guten und Schönen soll unser Lied ertönen!“ Das Wahre wird und muß sich Bahn brechen, das Gute führen wir aus, indem wir den Witwen und Waisen unserer gefallenen Krieger ein Opfer bringen, und das Schöne erhoffen wir von der Zuversicht: einen vollständigen Sieg unserer deutschen Waffen, einen nicht allzu fernen dauernden Frieden und ein starkes, ungeschwächtes, herrliches Deutschland. Diesem galt auch das am Schlusse der Ansprache ausgebrachte Hoch.
Das genagelte Schild enthält die Inschrift:
   „Die Bonner Liedertafel
   Ihren Helden zur Ehr,
   Den Armen zur Hilfe.“
Es trägt den Namen ihrer gefallenen Mitglieder. Um 7 Uhr war die eindrucksvolle Feier beendigt, und im feierlichen Zuge ging es zur Beethovenhalle, wo im schattigen Garten beim kühlen Bier noch so manches Lied verklungen ist.

In der Missionskonferenz der Synode Bonn sprach gestern nachmittag (im evangelischen Gemeindehaus) Herr Pfarrer Simon aus Barmen über „Das grundlegende Problem der Mohammedaner-Mission“. Der Redner betonte, daß die Mohammedanermission nach dem Kriege ein schwieriges Gebiet sein werde. Ein Verzicht auf diese Mission sei ausgeschlossen, alles Unchristliche und Unmissionarische, womit der Islam politisch, kulturell oder kaufmännisch zu drücken versucht werde, sei natürlich auszuschalten. Die Hauptsache aber sei, die Mohammedaner von ihren vielen irrigen Auffassungen über Christus und das Christentum zu befreien, ihnen den christlichen Gottesbegriff in seiner wirklichen Form näher zu bringen und so die geistige Auseinandersetzung zwischen Christentum und Islam vorzubereiten. An der Aussprache beteiligten sich u. a. die Herren Professor Becker, der auf das durch den Krieg geschärfte Selbstbewusstsein vor allem der türkischen Mohammedaner hinwies und die Missionstätigkeit in der Türkei als sehr schwierig bezeichnete, Professor Clemen, der die Veränderungen des Islams und seine Mannigfaltigkeit hervorhob, und Pfarrer Kremers, der vor allem auf die werbende Kraft der christlichen Liebestätigkeit aufmerksam machte. Nach einem Schlusswort des Hauptredners schloß der Vorsitzende, Herr Pfarrer Lorenz, die Konferenz mit guten Wünschen für ihren Erfolg.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

    

Die Einheitsspeisekarte. Ueber die Einheitsspeisekarte, die voraussichtlich am 1. Juni in allen deutschen Gastwirtschaften zur Einführung gelangen wird, scheint in den Kreisen der Gastgeber selbst noch Unklarheit zu herrschen. Es mag deshalb darauf hingewiesen werden, daß nach den bisher getroffenen Abmachungen die Beschränkung der Speisekarte auf zwei Suppen, zwei Fleisch- und zwei Fischgerichte sich nur auf die Hauptspeisen bezieht. Neben diesen kann die Speisekarte kalte Vorspeisen, wie geräucherten Lachs, Oelsardinen und ähnliches, ferner Eierspeisen, Salate und Kompotte in beliebig großer, beliebig reichhaltiger Auswahl enthalten. Ebenso ist der Nachtisch, die Süßspeisen, nicht auf zwei Gerichte beschränkt. Es wird nun Sache der Gastwirte sein, ihre Kochkünste so weit zu entwickeln, daß die Speisekarten neben den Hauptgerichten immer noch eine genügende Auswahl an essbaren und sättigenden Speisen enthält. Denn andernfalls würde die Nachfrage nach den zwei Fisch- und Fleischgerichten, die erlaubt sind, eine so große sein, daß der Wirt angesichts der eingeschränkten Fleischverteilung, den an ihn gestellten Anforderungen nicht genügen könnte. Uebrigens ist auch für belegte Brote und andere kalten Platten eine unbeschränkte Auswahl möglich, das heißt, soweit man bei den heutigen Verhältnissen von „unbeschränkt“ reden kann.

Der Westerwaldklub führte seine Mitglieder am Sonntage in stattlicher Anzahl zu einer genussreichen Wanderung nach Honnef. Durch dichte, lauschige Waldpfade, die im Schmucke ihres jungen Grüns besonders lockten, wanderte man durchs Mucher Wiesental zum Huimerich, wo eine schöne Aussicht die Mühen des Aufstiegs reichlich lohnte. Nun gings zum schön gelegenen Rastplatze inmitten junger Tannen in ein echtes, rechtes Maiblumengebiet. Dem beschaulich Rastenden bot sich hier Gelegenheit, in Ruhe all’ die Schönheit zu genießen, die ein so leuchtender Maientag über unsere rheinischen Berge ausgießt, während ein Teil der Gesellschaft am nahen Waldrande fleißig Maiglöckchen sammelte. Stille Waldpfade führte alle hochbefriedigt und der trefflichen Führung dankbar nach Honnef zurück.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

   

Kinderspeisung. Die Hauswirtschaftliche Kriegshilfe hat eine Kinderspeisung eingerichtet, die wohl eine der erfreulichsten Früchte ihrer Wirksamkeit ist. Im Speisehaus wie im Kloster in der Maargasse werden täglich im ganzen etwa 100 Kinder mit gutem nahrhaften Essen versehen. Die Gaben für dieses schöne Unternehmen sind in geradezu staunenswerter Weise von barmherzigen Stiftern gegeben worden, und eine Reihe von Damen ist tätig, um die Kinder zu beaufsichtigen und ihnen das Essen zu reichen. Mit großer Freude wurde diese Zuwendung von den Volksschulen und den Schulschwestern begrüßt, welche nur zu wohl wissen, wie sehr den kleinen blassen Jungen und Mädchen ein Teller Suppe nottut. Es ist eine Freude, zu sehen, wie es ihnen schmeckt und wie gerne sie kommen. Die Reinlichkeit und Verträglichkeit, welche hier herrschen muß, ist daneben eine gute Erziehung, die freudig zu begrüßen ist. Möchte das warmherzige Wohlwollen an dieser Kinderspeisung wachbleiben und es gelingen, durch die bessere Gesundheit den Kindern und auch den Vätern im Felde eine Freude zu bereiten.

Das Soldatenheim im Gesellenhause war auch am vergangenen Sonntag wieder der Anziehungspunkt für eine sehr große Anzahl von Soldaten, die sich zuerst mit Lesen und Schreiben beschäftigten, sodann den unterhaltenden Darbietungen im großen Saale beiwohnten. Den Hauptteil der Unterhaltungen bestritt diesmal der Kirchenchor von St. Marien in Bonn. Der Präses des Vereins gab zunächst einen Ueberblick über die gegenwärtige Lage, pries die Tapferkeit unseres Heeres und brachte ein Hoch auf unsere Soldaten aus. Sodann wartete der Kirchenchor mit einer Reihe von Chören auf, deren äußerst gefällige und dankbare Aufnahme bewies, daß der Chor unter der trefflichen Leitung seines Dirigenten, den Herrn H. Arentz, das Beste dargeboten hatte. Herr Wilhelm Engels unterhielt die Anwesenden aufs vorteilhafteste durch mehrere Baritonsolis, deren Wiedergabe ihm vorzüglich gelang. Als jugendliche Solisten verrieten die Knaben Rademacher, Schiffers und Witzkirchen eine seltene Begabung und gute Schulung. Das Lustspiel „Die Flitterwochen“, um dessen wohlgelungene Aufführung sich Frl. M. Gierlich und die Herren Jakob Brodesser, Roitzheim, Moß und Joh. Weber jr. Sehr verdient machten, brachte eine angenehme Abwechselung und bildete den Schluß der Darbietungen, die allen wohl gefielen und in dem Vorsatz festigten, treue Besucher des Soldatenheims zu bleiben.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

Mittwoch, 24. Mai 1916

    

Anzeige im General-Anzeiger vom 24. Mai 1916Beratung für zeitgemäße Kleidung. Man schreibt uns: Viele Frauen haben in unserer ernsten Zeit den Willen, sich so zu kleiden, daß es mit dem vaterländischen Gefühl und einer gewissen Sparsamkeit und Einfachheit übereinstimmt, aber es fehlt ihnen der gute und verständige Rat. Nach Rücksprache mit dem Verein für Verbesserung der Frauenkleidung und der Hauswirtschaftlichen Kriegshilfe soll versucht werden, eine Beratungsstelle zweimal wöchentlich in einem bequem gelegenen Raum zu eröffnen, der am Martinsplatz 6 von Hrn. J. Reeb in freundlicher Weise zur Verfügung gestellt wird. Ratschläge erteilen dort eine Dame von gutem Geschmack und sozialer Bildung, sowie eine geschickte, anerkannte Damenschneiderin. Der Rat wird mit 30 Pfg. bezahlt. Es wird Rat erteilt für Form und Farbe der Kleidung, für Anwendung und Wiederinstandsetzung getragener Kleidung, in Blusenschnitten und Besatzartikeln, in Kleidung für schwierige Figuren usw. Die Pariser Mode wird ausgeschaltet und die Wiener herangezogen. Hausschneiderinnen werden tunlichst empfohlen. Die Praxis muß ergeben, ob ein Bedürfnis für solche Beratung vorliegt. In der Hauptsache soll sie bescheidenen, sparsamen Hausfrauen dienen, aber auch allen, die sonst Rat wünschen. Die erste Beratung findet am Samstag von 9 bis 12 Uhr statt.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

    

Anzeige im General-Anzeiger vom 24. Mai 1916Der Nachrichtendienst für Ernährungsfragen übermittelt uns durch das WTB folgende Darstellung:
Mittelstandsküchen, Volksküchen und Gulaschkanonen.
  
Die Notwendigkeit, die vorhandenen Lebensmittel gleichmäßig einzuteilen und zu verteilen, hat zu der Erkenntnis geführt, daß diese Einteilung praktischer und erfolgreicher ist, wenn sie in Form von fertigen Speisen und nicht von unbereiteten Nahrungsmitteln erfolgt.
   Die Ersparnis, die durch gemeinsame Küchenführung erfolgt, ist doppelt: Bessere Verwertung der Nahrungsstoffe und Ausnützung der Nahrungsstoffmengen, andererseits Ersparnis und Freiwerden von Arbeitskräften, die bisher gebunden waren, für andere Zwecke.
   Ein Pionier der gemeinsamen Speisung war die Gulaschkanone. Ihr Erfolg war so groß, daß sie den Ansprüchen bald nicht mehr genügen konnte. An ihre Stelle trat der Vorschlag und in zunehmendem Unfange die Einrichtung von Volks- und Mittelstandsküchen, in denen nicht nur Speisen zum sofortigen Verzehr, sondern auch zum Verbrauch im Haushalt verabreicht werden.
   Die ernährungspolitischen und ökonomischen Vorteile, die das Bestehen der Gemeinschaftsküchen ermöglicht, machen ihre Einführung in allen Städten wünschenswert. Die Gemeinden müssen an die Lösung dieser dringenden Aufgabe herangehen und sie entweder mit den bestehenden Wohlfahrtsvereinen oder selbständig in die Hand nehmen. Es kommt alles darauf an, praktische Ernährungspolitik zu betreiben. Sie allein verheißt den Erfolg, den die Kriegswirtschaft, ihre Verhältnisse und Einflüsse erforderlich machen.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

     

Für erblindete Krieger wurden der Stadt Bonn von einem in Newyork wohnenden Herrn Kaufmann Ferdinand Kaiser, Sohn der Herrn Stadtverordneten Kaiser, 3000 Mark überwiesen, die er bei den in Newyork lebenden Deutschen gesammelt hat. Außerdem hat er weitere 3000 Mark eingezahlt, die einer bestehenden allgemeinen Stiftung für Kriegsblinde überwiesen werden sollen.

Kriegsbeschädigtenfürsorge. Der in Düsseldorf verstorbene Amtsanwalt Ernst Donner hat der Stadt Bonn 1000 Mk. vermacht zur Unterstützung von geborenen Bonner Kriegsbeschädigten.

Der Fortbildungsanstalt wurde von der Bonner Fahnenfabrik eine künstlerisch handgestickte Fahne geschenkt.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

   

Der rheinisch-westfälische Gauverband für Deutsche Frauenkleidung und Frauenkultur und dessen angeschlossenen Vereine in Aachen, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Elberfeld, Barmen, Essen, Hagen, Köln, Witten fordert die Frauen Rheinlands und Westfalens auf, sich seinen Bestrebungen anzuschließen. Es handelt sich um eine Gemeinschaft von Frauen, die schon seit längeren Jahren solche Modeerscheinungen bekämpft, die sich mit der Vernunft und dem körperlichen Wohlbefinden der Frauen nicht vereinbaren lassen. Es gilt nicht der Mode an sich und einem gemäßigten Wechsel der Mode entgegenzuarbeiten, sondern die Frau soll mehr als bisher Einfluß auf die Gestaltung der Mode gewinnen. Wenn die große Masse der Frauen in Zukunft gemeinsam unpassende Modeerscheinungen ablehnt, wird die Modeindustrie dem Rechnung tragen und mit der Zeit nur mehr das auf den Markt bringen, was für die deutsche Frau geeignet ist.
   Seit Jahrzehnten ist die Frau der Spielball der Modeindustrie. Nur durch ein geschlossenes und gemeinsames Vorgehen kann erreicht werden, daß die Mode das werden, was sie sein sollte: Die Kunst die Frau geschmackvoll und passend zu kleiden.
   Zuschriften wolle man richten an den Gauverband, Köln, Rheingasse 8.

(Volksmund, Rubrik „Bonner Angelegenheiten“)

Donnerstag, 25. Mai 1916

   

Anzeige im General-Anzeiger vom 25. Mai 1916Zucker – Speck – Schmalz. Neue Zuckerkarten für den Monat Juni werden vom 27. Mai bis 8. Juni in einer Anzahl Geschäfte ausgegeben, die in einer Bekanntmachung in dieser Zeitung genannt werden. Hausstände, die außer ihrer regelmäßigen Zuckermenge noch besonderen Einmachzucker haben wollen, müssen das auch besonderen Meldescheinen bei städtischen Lebensmittelamt beantragen.
  
Der städtische Speckverkauf und der städtische Schmalzverkauf werden durch zwei Bekanntmachungen in dieser Zeitung neu geregelt.

Eine Reichsbuchwoche, die vom 28. Mai bis 3. Juni veranstaltet wird, soll dem Roten Kreuz wieder in größerem Maße Lesestoff für unsere Truppen zuführen. Die Sammlung ist so gedacht, daß in der Woche vom 28. Mai bis 3. Juni Bücher für unsere Truppen in den durch ausgehängte Werbeblätter kenntlich gemachten Annahmestellen abgeliefert werden. [...] Wer seine Gabe nicht aus dem häuslichen Büchervorrat entnehmen kann, kaufe ein Buch beim Buchhändler, der die Auswahl mit seinem Rat gerne erleichtern wird. Wer nur wenig Geld ausgeben will, bedenke, daß schon für den geringen Preis von 20 Pfg. etwas Geeignetes zu haben ist. Geeignet sind namentlich unterhaltende Bücher, Romane, Novellen, Almanachs, auch Lesebücher, ferner Zeitschriften allgemeinen Inhalts, besonders illustrierte Familienzeitschriften in ganzen Bänden oder einzelnen Heften; Gedichte und Dramen, Ausgaben der deutschen Klassiker; volkstümlich belehrende Schriften; religiöse Schriften, die für einen Krieger passen. Ungeeignet sind: schlüpfrige und unsittliche Schriften, auch sog. Schundliteratur wie die bekannten Zehnpfennighefte und schlechte Detektivromane; Streitschriften; Jugendschriften, die für ein kindliches Alter oder für Mädchen bestimmt sind (Bücher für große Knaben sind meist gut zu verwenden); rein wissenschaftliche und gelehrte Bücher. Schriften über den Krieg mögen die Soldaten in den Schützengräben in der Regel nicht lesen; sie verlangen besonders Unterhaltungsschriften, vor allem humoristische, die sie von der oft grauenhaften Wirklichkeit des Stellungskampfes ablenken, ihr Gemüt erheitern und ihre Nerven beruhigen. Allzu große und schwere Bücher sind nicht erwünscht, gebundene Bücher sind den ungebundenen vorzuziehen.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

    

Einmachen ohne Zucker. In der pharmazeutischen Zeitung befaßt sich Fr. G. Sauer. Die Ausführungen sind geeignet, die Bedenken, die sich für das Einmachen an den Zuckermangel knüpfen, zu beseitigen. Der Verfasser führt aus: Das Einkochen von Früchten ohne Zucker ist nicht nur möglich, sondern bringt sogar noch mancherlei Vorteile, denn zunächst vergrößert der Zucker die Einkochmenge, also auch den Bedarf an Gläsern, dann aber sollen die Früchte ihre natürliche Form, ihre ursprüngliche Farbe und ihren Duft und Geschmack besser behalten als die mit Zucker eingekochten. Auch zum Einkochen der Früchte ohne Zucker kann man sich der üblichen Konservengläser, soweit die Gummiringe noch brauchbar sind, bedienen. Für kleinere Früchte sind auch Flaschen, die durch Korken verschlossen werden, benutzbar. Zwecks gründlicher Reinigung werden Gläser, Flaschen und Korke in Wasser mit 1 Prozent Salzsäure geweicht. Ebenso sollen sämtliche Früchte einige Minuten in solchem säurehaltigen Wasser liegen, denn hierdurch werden die in den Schalen haftenden Bakterien zerstört. In die Gefäße wird zunächst zwei Zentimeter hoch gut abgekochtes erkaltetes Wasser gegeben und nun die rohen Früchte recht fest eingeschichtet. Die offenen Gläser werden in einen Kessel mit wenig kaltem Wasser gesetzt und diese langsam auf 70 Grad Celsius erwärmt. Dann werden die Gefäße vollständig geschlossen und nun etwa eine Stunde im Wasser von 65 Grad Celsius erhitzt. Vor der Verwendung gießt man den Fruchtsaft ab, löst darin den Zucker unter Erwärmung und legt in den kalten Zuckersaft die Früchte, die nach dem Erkalten gleichmäßig süß schmecken. Will man statt des Zuckers Sacharin verwenden, so muß man bedenken, daß das Sacharin ein Erwärmen nicht verträgt, da es sich dabei zersetzt.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

    

Arndt-Eiche in Eisen. Für die Arndt-Eiche und ihre Fürsorgebestrebungen hat der Verein Alt-Bonn die Reproduktion zweier einzigartiger Stücke aus seinen Arndtschätzen gestiftet, die als Ansichtskarten verkauft werden sollen. Das erste ist eine Federzeichnung von von Bernhard Afinger, dem Schöpfer unseres Arndt-Denkmals auf dem Alten Zoll und mancher Denkmäler auf dem Alten Friedhof, so auch des Christusbrunnen daselbst. Die interessante Zeichnung aus dem Jahre 1855 ist dadurch besonders wertvoll, daß sie uns Arndt zeigt, wie er auf der Straße sich bewegte, ein Barett auf dem Kopfe, den Hemdkragen locker um den Hals, niedrige, mit Band zusammengehaltene Schuhe und unter dem Arm einen Regenschirm mit kräftiger Krücke und Stock, offenbar eine Zeichnung nach dem Leben. Man sieht ihm den 85-Jährigen nicht an. Das Bild befindet sich seit Kurzem im Besitz von Alt-Bonn und ist bisher noch nicht veröffentlicht.
  
Die zweite Karte zeigt ein Albumblatt, das der alte Vaterlandsfreund für ein Mitglied der Familie Afinger „Mitte des Heumonds 1855“ geschrieben hat:
   „Wer nicht zu handeln, nicht zu säen wagt,
   Von dem wird endlich Welt und Glück verklagt.“
Auch auf diesem Blatte lassen die klaren, schönen Schriftzüge, besonders die Unterschrift, nicht erkennen, daß sie in hohem Greisenalter geschrieben sind. Es ist zu hoffen, daß die Karten im Interesse der guten Sache viele Käufer finden.
   Die Karten hängen im Schaufenster unserer Geschäftsstelle zur Ansicht aus und sind zu 10 Pfg. das Stück an der Arndt-Eiche zu haben.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

Freitag, 26. Mai 1916

 

Büchersendungen an unsere Gefangenen in Rußland. Nach den Bestimmungen der russischen Regierung ist die Zusendung folgender Bücher an Kriegsgefangene verboten: 1. gebundene Bücher; 2. nach 1913 erschienene Bücher; 3. gebrauchte Bücher; 4. Bücher, die irgendwelche handschriftliche Notizen, Bemerkungen und auch Bleistiftstriche enthalten; 5. Bücher, die neuere Geschichte, Politik, militärische Wissenschaft oder die Geographie Rußlands oder angrenzender Gebiete behandeln; 6. Bücher, die über Rußland oder einen seiner Verbündeten in ungünstiger Weise sich äußern oder Bemerkungen solcher Art enthalten; 7. Bücher, die auf den jetzigen Krieg irgendwelchen Bezug enthalten.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

        

Anzeige im General-Anzeiger vom 26. Mai 1916Künstliche Beeinflussung der Lage am Lebensmittelmarkt. Der Lebensmittelmarkt wird künstlich beeinflußt, d. h. verteuert
   1.
durch Zurückhaltung und Aufspeichern von Lebensmitteln;
   2.
durch den Ketten- und Schieberhandel;
   3.
durch wucherische Preisforderungen
Aufgabe der Behörden und der Oeffentlichkeit ist es:
   a.
Die Wege dieser Entwicklung und Beeinflussung aufzudecken und
   b.
Fälle, die gegen das Gesetz verstoßen zur Kenntnis der Behörden zu bringen.
In dieser Pflicht für die Oeffentlichkeit fällt der Oeffentlichkeit die Aufgabe zu, mitzuwirken, wobei, um zum Ziel zu kommen, jeder Unterschied zwischen den Urhebern der zur Beurteilung stehenden Fälle ausgeschlossen sein muß. Ob ein Landwirt eine Gans für 120 Mark verkauft oder Landwirte Eß-Kartoffeln zu Saatkartoffelpreisen geliefert haben, oder Handelsfirmen Ware zu steigenden Preisen zurückhalten und dem Kettenhandel Vorschub leisten, bleibt gleich verurteilenswert, gleich anzeigepflichtig, gleich straffällig.
   Fälle, die Anlaß zum Einschreiten der Behörden geben können, müssen einwandfrei feststehen, ebenso wie die Fälle, die Material zur Beurteilung und Abänderung bestehender und als falsch anzusehender Versorgungswege und Preisgestaltungen abgeben sollen.
   Mit unbestimmten Angaben läßt sich nichts anfangen. Bestimmt bezeichnete Fälle aber werden untersucht. Ihre Urheber verfallen dem Gesetz, ganz gleich, ob es sich um Landwirte. Händler oder Verbraucher handelt. Ihr Material aber dient als Unterlage für behördliches Urteil und behördliche Maßnahmen.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

       

Jugend-Abteilung des K.-K.-B. Man schreibt uns: Schon zum zweiten Mal in diesem furchtbaren Völkerringen stehen wir an der Wende eines Vereinsjahres und noch immer steht das deutsche Volk in siegesfroher Stimmung in furchtbarem Kampf mit seinen rachesüchtigen Gegnern. Doch in Zuversicht auf unser tapferes Heer ließ sich auch die Abteilung in ihren Bestrebungen nicht ermüden, sondern sich in einer den Verhältnissen entsprechenden Weise in der Fürsorge der kaufmännischen Jugend betätigen. Ihr erstes Bestreben erblickt die Leitung darin, sich den gestellten Aufgaben: „Pflege und Förderung eines tiefreligiösen Geistes, allgemeine und sachwissenschaftliche Bildung sowie edle Geselligkeit und reine Freude unter den Mitgliedern zu fördern.“ Fiel auch schon einmal ein Samenkorn auf einen nicht ganz fruchtbaren Boden, so war die Abteilung immer bestrebt, dasselbe durch besonders sorgfältige Pflege dennoch zur guten Entfaltung zu bringen. Macht sich auch hin und wieder das Fehlen eines väterlichen Einflusses bemerkbar, so hat die Leitung hierdurch erkannt, daß ihr ein weiteres Gebiet eröffnet ist, darin bestehend, einen, wenn auch anscheinend unbedeutenden Ersatz zu bieten. In dem felsenfesten Vertrauen auf den endgültigen Sieg der deutschen Waffen und im dankbaren Gedenken unserer Väter und Brüder, soll die Jugendarbeit weiter geführt werden, zum Nutzen des deutschen Kaufmannstandes und zum Frommen unseres geliebten Vaterlandes. Schulentlassene, junge Kaufleute, welche der Jugend-Abteilung beitreten wollen, werden gebeten, sich beim Vorsitzenden, Herrn P. May, Heerstraße 10, oder beim Schriftführer, Herrn J. Senff, Hohenzollernstraße 2, zu melden.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

Samstag, 27. Mai 1916

     

Anzeige im General-Anzeiger vom 27. Mai 1916Die Stadtverordneten beschäftigten sich gestern in ihrer öffentlichen Sitzung, die fast 3½ Stunden dauerte, vor allem mit der Lebensmittelversorgung der Stadtbevölkerung. Oberbürgermeister Spiritus legte in einem ausführlichen Vortrage die bisherigen Maßnahmen der städtischen Verwaltung auf diesem Gebiete dar, wobei er u. a. bemerkte, daß die Aufwendungen der Stadt für Lebensmittel bisher 7 ½ Millionen Mark und die täglichen Einnahmen bei den städtischen Verkaufsstellen zurzeit rund 60.000 Mark betragen. Der Oberbürgermeister kam auch auf die Frage der Gemeinschaftsspeisung zu sprechen und betonte die Notwendigkeit, sie zum Herbst auch in Bonn einzuführen. Die Frage, ob sie in der Form der sog. Gulaschkanonen oder von stehenden Küchen Eingang finden solle, müsse aber erst gründlich nach den Erfahrungen anderer Städte geprüft werden. Für die Gemeinschaftsspeisung haben, wie der Oberbürgermeister mitteilen konnte, die Firma Gebr. Sinn 500 M. und der Vaterstädtische Frauenverein 2000 M. bereits gespendet. Es wurde ein Ausschuß gewählt, der die Gemeinschaftsspeisung vorbereiten und später durchführen soll. Wir verweisen auf den ausführlichen Bericht.

Bonn im Blütenschmuck. Nachdem wir uns in unserer Gartenstadt Bonn an der Blütenkerzenpracht der Kastanien in der Poppelsdorfer Allee erfreut haben und nachdem auch die üppig blühenden Glycinen ihr vornehmes Blütengewand abgelegt haben, strahlen jetzt die Rhododendren an verschiedenen Stellen der Stadt in berückender Schönheit. Blumenfreunde und Liebhaber von Rhododendren seien auf die zwei im Garten des Hauses Soennecken blühende Riesenexemplare hierdurch besonders aufmerksam gemacht.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

    

Abgabe von Getreide usw. Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses des Landkreises Bonn macht bekannt, daß sämtliche abgabepflichtigen Brotgetreide-, Gerste- und Hafermengen innerhalb von 14 Tagen an die Kommissäre des Landkreises Bonn abzuliefern sind. Erwünscht ist auch ferner, daß die ersparten Hafermengen abgegeben werden. Falls das zur Abgabe verpflichtete Getreide innerhalb der festgesetzten Frist nicht abgeliefert wird, soll zur Enteignung geschritten werden.

Anzeige im General-Anzeiger vom 27. Mai 1916Neue Kartoffelbestandsaufnahme. Auf Anordnung des Reichskanzlers findet am 29. Mai eine neue Erhebung der Vorräte von Kartoffeln statt. Dieselbe ist auf Kartoffeln – nicht auf Kartoffelprodukte – und nur auf die Vorräte beim Erzeuger beschränkt.

Höchstpreise für Fleisch. Für den Landkreis Bonn ist der Höchstpreis für Rind- und Kalbfleisch auf M. 2,20 festgesetzt. Knochen kosten 60 Pfg. das Pfund. Der festgesetzte Höchstpreis gilt für Inlandfleisch. (Der Unterschied der betr. Preise in Stadt- und Landkreis Bonn ist darauf zurückzuführen, daß im Stadtkreis Auslandsvieh verkauft wird, im Landkreis dagegen Inlandsvieh, das natürlich billiger ist. Red.)

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

   

Eine reiche Waldbeerernte wird aus allen Waldgegenden Westdeutschlands angekündigt. Die Heidelbeerstöcke hängen sehr voll und zeigen nirgends den geringsten Frostschaden, und da die noch vorhandene Bodenfeuchtigkeit auch nicht befürchten läßt, daß die Beeren im Wachstum zurückbleiben, so ist bestimmt auf eine recht erträgliche Ernte zu rechnen. Auch die Maulbeeren werden aller Voraussicht nach gut und reichlich gedeihen.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

Sonntag, 28. Mai 1916

     

Anzeige im General-Anzeiger vom 28. Mai 1916Staatliche Förderung der Schweinemästung. Das Preußische Landesfuttermittelamt teilt mit, daß es ausländischen Mais und vielleicht auch Fischmehl für eine neue Mastperiode zur Verfügung stellen wird. Die Schweine müssen bis zum 30. September abgeliefert sein, und zwar hat der Mäster für je 20 Zentner Mais am Verladeort 940 Pfund, am Empfangsort 840 Pfund Lebengewicht an Schweinen abzuliefern. Das Preußischen Landesfuttermittelamt nimmt sofort Vertragsanmeldungen entgegen.
  
Die Schweinezucht kann auch im Rahmen von Kleintierzucht gepflegt werden. In manchem Haus, Hof oder Garten wird es möglich sein, Verschläge für Schweineställe aufzustellen. Nur durch Fütterung im eigenen Haushalt können alle Küchenabfälle und Reste, die jetzt zum Teil verderben und daher nicht ihrem Werte entsprechende Verwendung finden, voll ausgenutzt werden. Da jetzt eingestellte Jungschweine erst im kommenden Winter schlachtreif sein können, ist nicht zu befürchten, daß das Hausschlachtverbot Aufzucht und Mästung der von den kleinen Schweinhaltern aufgezogenen Tiere unterbindet.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

     

Butterbeschränkung in den Gastwirtschaften. Da einzelne Gemeinden die Butterlieferung an Gastwirtschaften nur auf die Hälfte ihres früheren Bedarfs herabgesetzt haben, hat der Reichskanzler die Zentral-Einkaufsgesellschaft angewiesen, Butter nur noch an solche Gemeinden und Gemeindeverbände abzugeben, in denen der Butterverbrauch der Gast-, Schank- und Speisewirtschaften, der Vereins- und Erfrischungsräume sowie der Bäckereien und Konditoreien auf 1/3 des Durchschnittsverbrauchs im Jahr 1915 beschränkt worden ist. Bei der Durchführung der Beschränkung des Butterverbrauchs soll darauf geachtet werden, daß nicht nur der Bezug der unter Ueberwachung der Gemeinden und Gemeindeverbände ausgegebenen Butter auf 1/3 beschränkt wird, sondern auch der tatsächliche Butterverbrauch. Es fallen also auch die Butterbezüge derartiger Betriebe von außerhalb, insbesondere im Postverkehr, unter die Beschränkung. Erforderlichenfalls können die Gemeinden aufgrund der Verordnung über die Vorsorgeregelung vom 4. November 1915 den Eintritt in vertragliche Bezugsberechtigungen solcher Betriebe für sich beanspruchen.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

   

Wallfahrt der katholischen Männer und Jünglinge auf den Kreuzberg. Wir verweisen auch an dieser Stelle auf die Sonntag 3 Uhr stattfindende Veranstaltung […]. Die Beteiligung ist Ehrenpflicht für jeden katholischen Jüngling und Mann, Pflicht insbesondere unseren tapferen Kriegern gegenüber. Sie haben ein Anrecht darauf, daß wir mit der Waffe des Gebets ihnen zur Hülfe kommen. Wer wollte sich dem Vorwurf aussetzen, nicht alles getan zu haben, um an der Dankesschuld abzuzahlen, die wir unseren Kriegern schulden! Daher katholische Männer und Jünglinge nehmt alle teil, damit es eine gewaltige Kundgebung katholischen Glaubens wird.

Zur Seifenersparnis schreibt eine praktische Hausfrau: Nicht jedem ist bekannt, daß man sich mit einer gekochten Kartoffel sehr gut die Hände, anstatt mit Seife, waschen kann. Kartoffelwasser reinigt vorzüglich alle Arten von Geschirren, auch bunte Schürzen, durch diese Brühe gezogen, werden wie leicht gestärkt und halten daher viel länger rein. Silbersachen, in Kartoffelwasser gewaschen, werden ohne jede weitere Anwendung eines Putzmittels wunderschön glänzend. Reiben mit einem wollenen Tuch ist erforderlich.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

Montag, 29. Mai 1916

    

Anzeige im General-Anzeiger vom 29. Mai 1916Der Anbau von Sonnenblumen und Mohn. Der Kriegsausschuß für Oele und Fette macht darauf aufmerksam, daß die Aussaatzeit für Sonnenblumen und Mohn bereits verstrichen ist. Weitere Bestellungen auf Saatgut sind deshalb zwecklos. Dank dem lebhaften Widerhall, den der Aufruf des Kriegsausschusses im ganzen deutschen Volke gefunden hat, sind die Bestellungen von Saatgut aus allen deutschen Gauen so zahlreich eingelaufen, daß bereits zu Beginn dieses Monats über das gesamte Sonnenblumensaatgut verfügt worden war. Die Ablieferung der Sonnenblumenernte regelt sich in einfacher und zweckmäßiger Weise wie folgt: Jede Station aller deutschen Eisenbahnverwaltungen nimmt Sonnenblumensamen gegen ein Entgelt von 40 Pfg. für das Kilogramm entgegen. Möge dem aufgewandten Eifer im Herbst durch eine reiche Ernte ein schöner Erfolg beschieden sein.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

       

Massenspeisung. Man schreibt uns: Gegen die Einführung der Massenspeisung erheben sich mancherlei Vorurteile. Die Vorteile der Massenspeisung sind so bedeutende, daß ihre Einführung, wie auch in einem Erlaß des Preußischen Ministeriums des Inneren betont wird, weiteste Verbreitung, besonders durch die Gemeinden, finden sollte. Der für Massenspeisung notwendige zentralisierte Einkauf gestaltet sich billiger und leichter. Er ist frei von dem Warten und Stehen vor den Läden, wird nur von Wenigen für Viele ausgeübt und erübrigt daher Kräfte für andere Verwendung. Er wirkt also kräftesparend und verbilligend. Die Ausnutzung der Nahrungsstoffe für die Ernährung ist bei der Herstellung im Großen viel ergiebiger, als bei der Einzelherstellung. Es kann gehaltreicher gekocht werden. Die Ernährungsweise wird besser, Unterernährung wird sicherer verhindert als in manchen Einzelhaushalten, in denen hierfür Anpassungsfähigkeit der Frau an bestehende Verhältnisse, weitgehende Kochkenntnisse und schließlich auch die geldlichen Vorbedingungen und die für das Kochen zur Verfügung stehende Zeit mitsprechend bleiben. Durch Massenspeisung allein ist es möglich, besonders den Minderbemittelten und den Aermeren die Wohltat behördlicher Unterstützung zuteil werden zu lassen. In dieser Möglichkeit, - vor dem Kriege Anzeige im General-Anzeiger vom 29. Mai 1916diente die Massenspeisung fast ausschließlich diesem Zweck – liegt auch in der Hauptsache das Vorurteil, das gegen ihre allgemeine Einführung geltend gemacht wird. Es fällt unter dem Zwang der Verhältnisse weg, denn die Notwendigkeit der sparsamen Verwendung von Nahrungsstoffen und der ökonomischen Einteilung und Verwendung der Arbeitskräfte ist so dringend, daß ihr gegenüber Bedenken solcher Art fallen müssen. Kleinlich wirkt demgegenüber das Hervorkehren eines Vorurteils, kleinlich die Annahme, das Familienleben könne leiden, und kleinlich das versteckte Gefühlsmoment gegen diese Einrichtung.

Ein großes Schaufenster wurde gestern abend an einem Herrenbekleidungsgeschäft Ecke Wenzelgasse und Brückstraße zertrümmert. Die Auslage mußte vollständig ausgeräumt werden. Der Vorfall hatte eine große Menschenmenge zur Folge.

Sonderzüge für Obst und Gemüse. Um eine schnelle und sichere Obst- und Gemüsebeförderung zu erzielen, sind auch in diesem Jahre mehrere Sonderzüge vorgesehen, die nur für diese Art der Beförderung bestimmt sind. Die Obstzüge, die eine besonders schnelle Fahrgeschwindigkeit besitzen, verkehren sowohl auf der linken als auch auf der rechten Rheinseite.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

Montag, 30. Mai 1916

     

Das Turnen der Alten im Rheinland. An der Zuverlässigkeit und Regsamkeit der Altersturner ist der Krieg natürlich nicht spurlos vorübergegangen. Vielmehr haben die im Dienste der deutschen Turnsache ergrauten alten Getreuen zusammenrücken müssen, um an Stelle der im Felde stehenden Turnerkrieger in der Leitung der Geschäfte und in der Vorturnerschaft zu arbeiten. Auf diese Weise ist es möglich geworden, den Uebungsbetrieb für die Jungmannen sowie für die Frauen und Mädchen aufrecht zu erhalten. Durch die Treue der Alten wird die Friedensarbeit der jetzt draußen in Feindesland kämpfenden Turnwarte und Vorturner belohnt. Aber auch in ihren Altersriegen wird unermüdlich weiter geschafft und vorgebaut für die kommenden Friedensjahre. Am Sonntag hatten die Leiter der Altersriegen der rheinischen Turnvereine eine Zusammenkunft in Bonn. Es nahmen 32 Herren hieran teil, die in gemeinsamer Uebung unter Leitung des Ehrenkreisvertreters Schroeter (Berg.-Neukirchen) und der Kreisturnwarte Schroeder (Bonn) und Ring (Essen) reiche Anregung für ihre Abteilungen fanden. Nachmittags wurde eine zweistündige Wanderung in das Siebengebirge unternommen. In einer nachfolgenden Sitzung wurde beschlossen, in diesem Jahre einen Zwölfkampf der Altersturner zum Austrag zu bringen. Also auch in dieser Beziehung wird an eine Ueberlieferung der Deutschen Turnerschaft festgehalten., die sich in Friedenszeiten zumeist auf dem Betätigungsgebiete der „jungen Leute unter 40 Jahren“ und der Jungmannen bewegte.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

     

Die Allgemeine Ortskrankenkasse Bonn hielt am Sonntag vormittag eine Ausschuß-Sitzung ab, in der der Vorstand den Geschäftsbericht für 1915 vorlegte. Was die finanzielle Seite angehe, könne die Lage der Kasse als günstig bezeichnet werden. (...) Die Zahl der Arbeitgeber betrug 5632 (i. V. 5960), die durchschnittliche Mitgliederzahl 16.614 (i. V. 19.411). Es waren 117 Sterbefälle zu verzeichnen, darunter 21 von Kriegsteilnehmern, für die 1676 Mk. Sterbegeld gezahlt wurden. Das Vermögen der Kasse betrug am Schlusse des Jahres 1915 634.405 Mk. gegen 497.959 Mk. Ende 1914. (...) Der Ausschuß gab auf Anregung des Vorsitzenden Herrn Kalt, dem Vorstand anheim, für die in Bonn geplante Gemeinschaftsspeisung bis zu 4000 Mk. zu bewilligen. Der Geschäftsführer der Kasse, Herr Eickhoff, betonte, daß gesetzliche Bedenken nicht beständen, weil die Krankenkasse für die Zwecke allgemeiner Krankheitsverhütung Gelder bewilligen dürfe. (...)
   Der Vorstand hat in der auf die Ausschuß-Sitzung folgenden Vorstandssitzung bereits 4000 Mk. für die Gemeinschaftsspeisung in Bonn bewilligt.

Beim Aufspringen auf die Straßenbahn stürzte gestern abend auf der Brückenstraße ein älterer Mann so heftig gegen das Trittbrett, daß ihm eine Kniescheibe zersplittert wurde. Sanitätsmannschaften brachten den Verletzten auf einer Tragbahre zur Klinik.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

    

Die Männer-Wallfahrt zum Kreuzberg, welche am Sonntag nachmittag um 3 Uhr von der Münsterkirche ausging, wies eine für die Kriegszeit sehr zahlreiche Beteiligung auf. Auf dem Kreuzberger hielt Pater Dositheus eine ergreifende Predigt über Glaube und Krieg. Darauf wurde von Pater Remigius das Friedensgebet gebetet und von der Freitreppe der heiligen Stiege aus der sakramentale Segen erteilt. Die Teilnehmer sangen den umbrosianischen Lobgesang, worauf die Prozession wieder zum Münster zurückzog. Dort wurde gegen 6 Uhr der Schlußsegen erteilt.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

Mittwoch, 31. Mai 1916

    

Ein erweiterter Geschäftsverkehr ist am nächsten Sonntag, dem Sonntag vor Pfingsten, gestattet. Die Ladengeschäfte dürfen bis abends 7 Uhr offen gehalten werden.

Reichs-Familien-Unterstützung. Die Auszahlung der Reichs-Familien-Unterstützung an die Angehörigen der einberufenen Mannschaften, welche bisher an die Inhaber der Ausweiskarten Nr. 1 bis 4000 im Universitäts-Gebäude Am Hof geschah, erfolgt vom 2. Juni ab an diese Karteninhaber in der Geschäftsstelle der städtischen Armen-Verwaltung, Franziskanerstraße 8a. Auf die im Anzeigenteile enthaltene Bekanntmachung wird besonders hingewiesen.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

  

Anzeige im General-Anzeiger vom 31. Mai 1916Schützengräben und bombensichere Unterstände sind vom Rekrutendepot des 1. Ersatzbatl. Inf.-Regt. 160 Bonn unterhalb der neuen Artilleriekaserne an der Rheindorferstraße angelegt worden. Die Besichtigung dieser Feldstellungen ist am morgigen Christi Himmelfahrtstag nachmittags von 2 bis 7 Uhr gestattet. Den Besuchern werden die Anlagen durch einen sachverständigen Führer erklärt. Der Zutritt ist Erwachsenen für einen Eintrittspreis von 30 Pfg., Kindern für 10 Pfennig gestattet. Die Einnahmen werden der Kriegswohltätigkeit zugeführt.

Zum Himmelfahrtsfeste. Der Himmelfahrtstag ist ein echtes und wahres Fest, das so mitten hinein ins Blühen und Duften der Naturwelt fällt. Es bildet den Vorboten des Pfingstfestes von dem uns nur noch zehn Tage trennen und das auch in diesem Jahre ein wirklich liebliches Fest zu werden verspricht. Der Himmelfahrtstag war für die Jünger ein Tag des Abschieds, er brachte ihnen aber auch die freudige Gewißheit, daß alles erfüllt wurde, was verheißen war. Christi Himmelfahrt wird zum Symbol jener heiligen Zuversicht, daß auch dem irrenden, suchenden Menschen ein letztes und schönstes Auf und Empor beschieden sein wird. Wenn wir am Tage der Himmelfahrt hinauspilgern in die feierlich strahlende, friedvoll und himmelsverklärend erscheinende Herrlichkeit da draußen in der Natur oder zum Gotteshause eilen, dann wird uns alles Ungemach, das wir zu tragen haben, leichter erscheinen. So wollen wir es auch diesmal halten. Wir wollen alle Lasten und Mühen geduldig tragen bis zum siegreichen Ende!

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

      

Viehbestandserhebung. Nach einer Verordnung, die im Anzeigenteil veröffentlicht ist, hat am 2. Juni ds. Js., sodann am 1. September, 1. Dezember und 1. Mai jedes Jahres jeder Besitzer oder Verwalter eines Gehöftes oder Anwesens, einer Stallung, Weide oder Koppel bei dem Vorsteher des Gemeinde- oder Gutsbezirks, in dem sich die Räumlichkeiten befinden, die Zahl der in diesen Räumlichkeiten in der dem Aufnahmetage vorhergehenden Nacht vorhandenen Rinder, Schafe und Schweine anzuzeigen.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

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