Montag, 26. Juni 1916
Der Kriegsausschuß für Konsumenten-Interessen hat gestern abend eine Sitzung abgehalten. Der Vorsitzende, Herr Falkenroth, teilte u. a. mit, daß das Generalkommando die Eingabe des Ausschusses gegen das Zurückhalten von Gemüse an den Gouverneur der Festung Köln zur weiteren Verfolgung weitergegeben hat. Bei der Besprechung der Milchversorgung wurde erwähnt, daß die Milchhändler demnächst den Preis weiter erhöhen wollten, obwohl in Bonn der Preis schon viel höher als in den meisten Großstädten sei. Professor Kamp wies Vorwürfe gegen die Deutsche Gesellschaft für gemeinnützigen Milchausschank zurück. Die Gesellschaft müsse selbst 34 Pfennig für das Liter bezahlen, sie benutze keineswegs die jetzigen hohen Preise, um Fehlbeträge früherer Jahre zu decken. Es wurde gewünscht, daß an gesunde Erwachsene keine Milch mehr abgegeben werden sollte, damit die Milch in erster Linie den kinderreichen Familien zugute kommen könnte. Der Arbeitsausschuß soll die Milchfrage weiter beraten und geeignete Anträge an die Stadtverwaltung richten. Bei der Besprechung der Gemüsefrage wurde mitgeteilt, daß in Alfter ein Händler Christian Weber aus Essen nicht nur große Mengen Gemüse und Obst aufkaufe, sondern auch schon Verträge auf Spätgemüse, Bohnen, Gurken usw. abschließe. Bemerkt wurde, daß die Kölner Gemüsemärkte infolge des Einschreitens des Gouverneurs wieder gut beschickt würden. Bei der Besprechung der Kartoffelversorgung nahm ein Herr aus Beuel die Verwaltungen in Schutz. Es fehle den Verwaltungen an nötiger Unterstützung durch freiwillige Helfer, trotzdem sei aber in Beuel alles geschehen, um die Kartoffelknappheit zu lindern. Haushaltungen mit größeren Kartoffelvorräten sollten andere Familien mit durchhelfen. Den Flaumachern, die das Volk nur aufhetzen, müßte kräftig entgegengetreten werden. Die Einführung der Massenspeisung in Bonn wurde vom Vorsitzenden als erfreuliche Tatsache begrüßt. Herr Falkenroth hob besonders hervor, daß sich eine Anzahl Frauen zur Mithilfe in den Kriegsküchen zur Verfügung gestellt haben. Stadtverordneter Görgen bat gegenüber einem Redner, der verschiedene Einzelheiten zur Kriegsküche tadelte, man möge der Stadtverwaltung das soziale Empfinden nicht absprechen und durch unberechtigte Klagen die Zahl der ehrenamtlichen Mitarbeiter nicht noch verringern. Ein Arbeitervertreter bemerkte, es habe in Arbeiterkreisen verschnupft, daß die Stadtverwaltung so lange die angebotene Mitarbeit der Arbeiter in maßgebenden Ausschüssen abgelehnt habe.
(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)
Vom Gemüse. Man schreibt uns: Die ungewöhnliche Höhe der Gemüsepreise und die dabei zutage tretende Knappheit an frischem Gemüse auf den Märkten unserer Stadt haben nicht geringe Erregung in der Bürgerschaft hervorgerufen. In der Hauptsache handelt es sich bis jetzt um Grüngemüse, und zwar um Savoien und Spitzkohl, um Wintergemüse, das im vorigen Herbst eng in die Felder ausgepflanzt wurde. Aus den bei dem milden Winter kräftig in die Blätter geschossenen Pflanzen wurden im Frühjahr schon große Mengen an Schnittgemüse verkauft, weil sehr hohe Preise bezahlt wurden. Der Rest wuchs zu geschlossenen Köpfen heran und diese, mehr oder weniger fest, kommen nun auf den Markt. Sie kommen seit Wochen schon auf den Markt, obschon von halbwegs festen Köpfen nicht die Rede sein konnte. Dies hatte dieselbe Wirkung auf den Gemüsestand und lebenden Vorrat, wie das vorzeitige Abschlachten der Schweine im ersten Kriegsjahr. Wie Fleischmangel – so nun auch Gemüsemangel. Von den losen Gemüseplauschköpfen braucht die Hausfrau zu einer Mahlzeit zwei Stück; ein fester Kopf genügt für zwei Mahlzeiten.
Das Verhalten des noch unentwickelten Gemüses auf den Feldern wäre demnach nur zu begrüßen; aber da kommt die Ausfuhr, zahlt Preise wie nie, auch für die halben Köpfe und der Züchter verkauft. In dieser Richtung hin konnten auch die Höchstpreise Segen stiften.
Die Ausfuhrhändler zahlen die Richtpreise auch auf den Feldern und am Erzeugungsorte und nehmen dem Züchter die Mühen und Kosten des zum Markt fahren ab. Da braucht man sich nicht zu wundern, daß er ihnen sein Gemüse überlässt und daß unsere Märkte leer sind. [...]
Hier wäre nun vielleicht in Zukunft ein Weg zu gehen, um zu erschwinglichen Preisen an Gemüse zu kommen. Unsere Hausfrauen müssen die Gemüsezüchter auf ihren Feldern aufsuchen und dort aus erster Hand zu kaufen versuchen. Dazu ist es ja noch ein schöner Spaziergang bis Endenich oder Grau-Rheindorf und manche nützliche Lehre brächte man obendrein mit heim. [...]
Der Stand unserer Sommergewächse und Gemüse ist schön, wirklich schön: besonders der frühen Kartoffeln. Sie versprechen viel. Bitten wir noch um anhaltendes sommerliches Wachstum und Ausreife förderndes Wetter, und unsere Märkte werden sich wohl wieder füllen und mit der Fülle auch vielleicht erträglichere Preise bringen.
(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)
Hilfsstelle zur Ermittlung von deutschen Kriegsgefangenen. Die nächste Aussprache von Angehörigen Gefangener und Vermisster findet Montag, den, 26. d. M., abends 8 Uhr, im Kronprinzenhof statt.
(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)
Dienstag, 27. Juni 1916
Der Verein zur Bekämpfung der Tuberkulose in Bonn hat gestern nachmittag unter dem Vorsitz von Geheimrat Doutrelepont seine Mitglieder-Versammlung abgehalten. (...) Dem vom Schriftführer, Dr. v. Gartzen, erstatteten Bericht entnehmen wir folgendes: Auch im zweiten Kriegsjahre setzte der Verein, wenn auch in beschränktem Umfange, seine Tätigkeit in der bisherigen Weise fort. Durch Verbesserung der Wohnungs- und Ernährungsverhältnisse, durch Unterbringung von Kranken und Gefährdeten in Heil- und Erholungsstätten konnte der Verein in zahlreichen Fällen eingreifen und viele Kranke, vorwiegend aus Arbeiterkreisen, aber auch Beamte, Handwerker, Geschäftsleute und Studenten wirksam unterstützen. (...) Beigeordneter Dr. v. Gartzen, teilte noch mit, daß alle Bemühungen, im Johanniterkrankenhause Friedrich-Wilhelm-Stift eine Station für Tuberkulosekranke einzurichten, erfolglos geblieben sind. Dagegen hat die Stadt Bonn in ihrem Pflegehause eine Abteilung für weibliche Lungenkranke eingerichtet, eine Abteilung für männliche Lungenkranke soll so bald wie möglich folgen. Die Tageserholungsstätte in Grau-Rheindorf ist der Militärbehörde für nervenkranke Kriegsteilnehmer zur Verfügung gestellt worden, doch waren im zweiten Kriegsjahre wieder genügend andere Lungenheilstätten im Betrieb.
Die mehrfachen Felddiebstähle, die in letzter Zeit vorgekommen sind, haben die Polizei veranlaßt, die Felder unter besondere Aufsicht zu stellen. Bei einer in den letzten Nächten abgehaltenen Streife wurden fünf Gemüse- und Kartoffeldiebe auf frischer Tat ertappt und zur Anzeige gebracht. Derartige Diebstähle, besonders von Kartoffeln, die jetzt erst im Wachsen begriffen sind, sind verwerflich.
(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)
Duisdorf, 26. Juni. In der Nacht von Sonntag auf Montag wurden dem hiesigen Althändler Philipp Häseling etwa 100 Quadratmeter frühe Kartoffeln ausgemacht und gestohlen. Die Heranziehung des Polizeihundes „Hexe“ aus Bonn war ohne Erfolg, da der Hund infolge des Regens keine Spur aufnehmen konnte. Ueber den Täter konnte auch weiter nichts ermittelt werden.
(Bonner Zeitung, Rubrik „Rheinland und Nachbargebiete“)
Lebensmittel- und Warenkarten. Am morgigen Mittwoch und an den folgenden Tagen findet im Stadtkreis Bonn durch Beauftragte des städtischen Lebensmittelamtes eine Personenstandsaufnahme statt. Sie dient dem Zweck, anstelle des bisherigen Brotbuches, die am Freitag im Stadtrat beschlossenen Lebensmittel- und Warenkarten zur Verausgabung zu bringen.
Die „Studentenmutter“ als Wahrsagerin. In den Ruf einer tüchtigen Wahrsagerin kam eine vormalige „Stundentenmutter“ aus Bonn, deren Pension infolge der Einziehung der bei ihr wohnenden Studenten zur Fahne einging. Darauf arbeitete die 48jährige Frau bei der Geschoßfabrik in Siegburg, wo ihre Mitarbeiterinnen aus Bonn und Köln viel über die Prophezeiungen von Wahrsagerinnen sprachen, die sie in jenen Städten aufgesucht hatte. Einmal ging die Frau auch mit einer Kameradin nach Bonn zu einer solchen „weisen Frau“ und ließ sich gleichzeitig mit der Arbeitsgenossin die Karten legen. Auf dem Heimweg sagte sie zu der Kameradin: „So gut wie die kann ich selbst die Karten legen.“ Und um das zu beweisen, legte sie auch tatsächlich aus Scherz jener die Karten. Das sprach sich rund und ohne ihr eigenes Zutun kam die Frau in den Ruf einer Wahrsagerin, die denn auch, angeblich ohne ihren Willen, öfters von Frauen und Mädchen besucht wurde und diesen schließlich auch auf ihre Bitten die Karten legte und ihnen alles mögliche Schöne, manchmal auch Schlimmes prophezeite, je nachdem es sich traf. Einzelne der Besucherinnen hatten der Frau auch dann wohl 50 Pfg. oder 1 M. auf den Tisch des Hauses gelegt, ohne daß jene eine Vergütung gefordert hätte. Sie kam aber in den Verdacht, gewerbsmäßig die Dummheit solcher, die nicht alle werden, durch ihr Wahrsagen auszunützen, und wurde von ihrer Arbeitsstelle in der Fabrik einstweilen entfernt. Jetzt hatte sie sich zudem vor dem Außerordentlichen Kriegsgericht für den Bereich der Festung Köln wegen verbotenen Wahrsagens zu verantworten. Die Schilderung der Angeklagten, wie sie zur „weisen Frau“ geworden war, löste sogar bei den strengen Herren des Gerichtshofes gelinde Heiterkeit aus; das Gericht faßte den Fall milde auf, und erkannte auf eine Geldstrafe von 20 M., da immerhin ein Verstoß gegen die Verordnung des Gouverneurs vorliege.
(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)
Die ersten Kriegsküche der Stadt Bonn wurde heute vormittag im Gebäude des städtischen Fuhrparks an der Ellerstraße eröffnet.
In diesem Satze ist ein Ereignis ausgedrückt, dessen vorgültige Würdigung heute noch nicht einmal andeutungsweise ausgesprochen werden kann. Erst wenn von diesem Anfange aus sich die Gemeinschaftsspeisung auf das gesamte Stadtgebiet ausgedehnt haben wird, wenn alle Kreise, die auf diese Art der Verpflegung Anspruch erheben, ihren Wunsch erfüllt sehen, wird sich einigermaßen übersehen lassen, welch’ bedeutungsvolle Schöpfung heute ihren Anfang genommen hat. Wenn die Zeit des Krieges einmal vorüber ist und auch die wirtschaftliche Lage unseres Vaterlandes sich wieder in nahezu geregelten Bahnen befinden wird, werden die Männer, welche in der Gemeinschaftsspeisung einen wichtigen Faktor zur Vereitelung der Aushungerungspläne unserer Gegner erblickt haben, als die Generäle im Wirtschaftskriege die verdiente Anerkennung finden. Heute führt der Soldat den Kampf mit der Waffe, wir alle aber haben teilzunehmen an der Ausfechtung des Wirtschaftskrieges. Wir sind mit Streiter geworden. Unsere Waffe ist nicht das Schwert, sondern die richtige Erkenntnis von dem Ernst der Lage, das Ausharren in Geduld, das Ueberwinden von persönlichen Unannehmlichkeiten, die Ausübung der Tugenden der Entsagung, des Opfergeistes, die Ueberwindung kleinlicher gesellschaftlicher Gesichtspunkte, ein fester Gemeinschaftlichkeitssinn. Alle diese Eigenschaften müssen sich gründen auf das feste Fundament der Vaterlandsliebe. Denn wir alle müssen heute mithelfen, unser Vaterland zu retten und jeder kann es, wenn er zu gegebener Zeit eine jener Tugenden praktisch betätigt. In dem Wirtschaftskampfe bildet die Speisegemeinschaft einen derart wichtigen Faktor, daß man der Stadtverwaltung vollste Anerkennung aussprechen muß, da sie nunmehr dieses wichtige Kampfmittel im Aushungerungskrieg geschaffen hat; sie darf des Dankes der Bürgerschaft gewiß sein.
Die heute dargebotene Speise, es war Wirsing mit Kartoffeln und Speck, war aufs beste zubereitet und mundete vorzüglich. Einer Reihe von Ehrengästen, Stadtverordneten, Vertretern der Presse war Gelegenheit geboten, sich heute Sonderkarten zu lösen, um sich von der Güte der dargebotenen Speise zu überzeugen. Das übereinstimmende Urteil ging dahin, daß das Gericht gut und die Menge ausreichend sei. Wenn erst die Kartoffelknappheit überstanden sein wird, so wird es noch besser werden. Der morgige Speisezettel weist „Weiße Bohnensuppe“ auf und die Karteninhaber werden sich gewiß nach der heute gemachten Erfahrung schon auf morgen mittag freuen, da ihnen eine kräftige Speise dargeboten wird.
(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)
Mittwoch, 28. Juni 1916
Die Erhöhung der Zigarettenpreise. Mit dem 1. Juli tritt der Kriegsaufschlag für die Zigaretten in Kraft, wodurch sich die Zigarettenpreise um 25 bis 30 v. H. erhöhen. Die Zigarrenhändler sind gezwungen, die Preise für die Zigaretten sofort mit dem 1. Juli zu erhöhen, da sie alle am 1. Juli in ihrem Besitz befindlichen Zigaretten mit dem Kriegsaufschlag nachversteuern müssen. Nur die Zigarrettenvorräte der kleinsten Händler bleiben nachsteuerfrei, soweit diese Vorräte 3000 Stück nicht überschreiten.
(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)
Der Nahrungsmittelverkehr in Bonn wird mit dem 1. bezw. 2. Juli eine Neuordnung erfahren, die es ermöglichen soll, daß das Warten und Ansammeln vor den Verkaufsstellen aufhört, daß eine gerechtere Verteilung der Lebensmittel stattfindet und der Verkehr sich wieder mehr auf die Lebensmittelgeschäfte der einzelnen Stadtteile erstreckt. Die Stadtverwaltung überweist die ihr zur Verfügung stehenden Lebensmittel an die einzelnen Geschäfte, u. a. den Speckverkauf an die Metzgereien, läßt die Geschäfte genaue Kundenlisten führen und verpflichtet jeden Hausstand, sich für 4 Wochen bei einem bestimmten Lebensmittelgeschäft als Kunde einzutragen, zweigt da, wo zu viele Kunden eingetragen sind, die Ueberzahl zwangsweise ab, um Ansammlungen zu verhüten, gewährt weiterhin die bisherige Brotmenge, an Schwerarbeitende, jugendliche Arbeiter und im Wachstum befindliche Kinder ¼ - ¾ Pfund Brot wöchentlich mehr, gibt als Ersatz für mangelnde Kartoffeln mehr Brot und Hülsenfrüchte, muß dagegen das Speisefett, das nunmehr völlig von der Zentrale aus den einzelnen Städten überwiesen wird, auf 100 Gramm insgesamt begrenzen, wovon nur 50 Gramm auf Butter oder Margarine entfallen, kann dagegen zusagen, daß der Preis der Margarine auf 2 Mk. und des 100prozentigen Speisefetts auf 2, 32 herabgesetzt wird. Wer Butter anderwärts bezieht, erhält solche nicht von der Stadt. Im übrigen sind die Preise für Lebensmittel für die ärmere, minderbemittelte und die übrige Bevölkerung in drei Abstufungen eingeteilt. Auch die zu den niedrigsten Preisen verabfolgten Waren kann man in den Läden kaufen. Mehl gibt es nur noch ein Pfund, weil in der fettarmen Zeit Brot mehr als Nahrungsmittel angesehen wird. Anstelle des Brotbuches, tritt, wie schon bekannt, das Warenkartensystem, das eine schärfere Kontrolle von Käufern und Verkäufern ermöglicht. Die Karten werden von städtischen Beamten jedem Hausstand zugestellt.
Die Kriegsküchen werden weiter ausgebaut. Der Zuspruch ist sehr stark. In der nächsten Woche können 6000 Personen gespeist werden.
Auch eine Ursache der Eierknappheit. Aus unserem Leserkreis wird uns geschrieben: Ein Landmann verlangte gestern für ein Ei 35 Pfennige. Bei dieser Gelegenheit zeigte er mir einen Brief, von einem der höheren Zigtausend Bonn’s geschrieben, in welchem der Betreffende um Ueberbringung von Eiern bat, Preis sei Nebensache!! Außerdem wurde dem Bauer, da er von auswärts kommt, noch Fahrgeld zugesichert. Gut für den Schreiber und den Bauer, doch traurig für den weniger Bemittelten!
Schließung einer Bäckerei. Wie der Oberbürgermeister in der heutigen Nummer unseres Blattes bekannt macht, ist die Schließung des Geschäfts des Bäckermeisters Michael Rott, Stiftsplatz 6, wegen Unzuverlässigkeit im Handel mit Nahrungsmitteln angeordnet worden.
Die städtische Kriegsküche im Betrieb.
Seit vorgestern ist das Heim des städtischen Fuhrparks in der Ellerstraße das Ziel vieler Hunderte. Um die Mittagszeit eilen sie herbei, um die Vorsorge und die Kochkunst der Stadtverwaltung in Anspruch zu nehmen. Ein Lager, eine Halle ist dort zu einer prächtigen Küche hergerichtet. Zwei mächtige Kochherde sind drin aufgebaut; jeder faßt 500 Liter; zwei kleinere assistieren den großen. Lange., blitzsaubere Anrichten und Tische stehen heir, hagelweiß sind Wände und Decke. Ein Vorbau schützt mit seinem Dach die Harrenden; Schranken leiten zu den zwei Ausgabestellen. Ein abgetrennter Raum nimmt die Verwaltung auf.
In dieser Kriegsküche herrschen Damen aus den ersten Gesellschaftskreisen; Herren des städtischen Bauamtes gehen ihnen zur Hand; Stadtverordnete und Mitglieder der Verpflegungskommission sehen nach dem Rechten. Um die Riesenherde aber hantieren mit mächtigen Geschirren, Rührern und Löffeln und Schöpfkellen behäbige Kochfrauen mit ihren Gehilfinnen. Verständnisvoller Eifer leuchtet auf ihren Gesichtern; strahlend in Genugtuung, wenn die Kostproben den würzigen Düften recht geben. Kostbar, wohlgeraten!
So ist die Uhr auf ½2 gelaufen und die Hunderte, die von allen Seiten kommen, haben sich ohne Hast und ohne Drängen an den Schranken gegliedert. Da stehen Bürgerinnen und Bürger und Bürgerskinder aus allen Berufsklassen. Frauen, denen harte Arbeit ihren Stempel aufgedrückt, einfach deckt eine saubere Schürze ihren Arbeitsrock. Frauen in Hut und Mantel; Angestellte mit dem Postzeichen, Angestellte im Straßenbahnerrock; Kinder mit bleichen Gesichtern und verwaschenen Blüschen, Kinder Bessergestellter. Männer im Arbeitskittel mit schwieligen Händen; Männer mit weißer Wäsche. Alle bringen Vertrauen der Kochkunst der Kriegsküche entgegen und alle sehen frank und frei, schreiten erhobenen Hauptes zum Empfangstisch. Frei Bürger, frei und ungedrückt, nehmen sie die Vorsorge der Stadt in Anspruch. Recht und Pflicht begegnen sich hier in schönster Harmonie.
Die Kostproben sagten, daß die Suppe zur Ausgabe fertig ist. Zwei Herren mit freundlichstem Blick und prächtigem Engegenkommen alter Hülflosigkeit gegenüber, nehmen die Bezugsscheine in Empfang und mit ihnen die Töpfe und Geschirre. Zwei Ketten von Damenhänden geben sie an die Herde: 1 Liter – ½ Liter – 3 Liter – 5 Liter. – Die prallen Köchinnen tauchen die Kellen tief in den duftenden Inhalt, rühren auch eifrig, damit nur ja immer das richtige Gemenge, nicht zu dünn und nicht zu dick, erfaßt werde, und jedes Gefäß erhält sein Maß. Beglückt zieht der Versorgte ab und mit ruhiger Gelassenheit treten andere an die Schranken.
Die Geschirre sind wundervoll mannigfaltig, mit denen die Kriegssuppe heimgeholt wird. Alle Arten von Töpfen und Kannen marschieren da auf; groß und klein, dick und dünn, bauchig und eng; sie sind von Holz, sie sind von Ton, von Eisen und Blech. Prachtstücke, die einst in besseren Zeiten köstlichen Bowlenwein spendeten, Wasserkrüge, die den Waschtisch zierten; altdeutsche Krüger, die vor Jahrhunderten geformt und schon manchen Krieg erlebt, Essenträger, Wassereimer, Milchtöpfe, Marmelade-Eimerchen marschieren da in bunter Reihe, wie ihre Besitzer, auf. (Die Marmelade-Eimerchen eignen sich am besten für das Holen der Gerichte.)
Mit freundlichem Antlitz überreichen junge und gesetzte Damen die gefüllten Geschirre; vorsorglich packen sie dem jungen Knirps hier den weiten Topf in das enge Körbchen, dort dem blassen Mädchen die hohe Kanne in die schwankende Markttasche, damit nur ja nicht ein Tröpfchen des kostbaren Inhaltes verschüttet wird. Ueberall freundliche Belehrung, liebevolle Hülfe, geschäftiges Entgegenkommen bei den Damen und Herren der Küchenhülfe gegenüber den Suppenholern. Kein gerissener und verständiger Geschäftsmann behandelt seine besten Kunden zuvorkommender. Hier sind Menschen an der Arbeit, die volles Verständnis für ihre hohe Aufgabe besitzen.
½1 Uhr und die Abonnenten sind versorgt. Wohl 900 Portionen sind verausgabt. Es ging alles wie am Schnürchen. Einer der Riesenkessel ist leer geworden; der andere hat noch seine 100 Liter Speise für die Tageskarten, deren Portionen dann weiter bis ½2 Uhr abgegeben werden.
Ein gutes Werk, wichtige kriegswirtschaftliche Aufgaben vermag eine derart vorbildlich geleitete Kriegsküche zu erfüllen. Ihr weiterer Ausbau und die Verbreitung über die ganze Stadt werden weiteren Segen stiften und Neid und Haß und menschenunwürdige Bosheit unserer Feinde zu Schanden machen.
(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)
Grau-Rheindorf, 25. Juni. In der Sonntagnacht wurden hier in der Nähe des Friedhofs auf mehrern Grundstücken erhebliche Mengen Frühkartoffeln aus der Erde gewühlt. Einem Arbeiter wurden mehrere Zentner Futterknollen aus der bis dahin verschlossenen Grube gestohlen. Da die Felddiebstähle sich beständig mehren, so soll hier demnächst eine Nachtwache eingerichtet werden.
(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Von Nah und Fern.“)
Beim Spielen am Rhein stürzte gestern nachmittag ein dreijähriger Junge ins Wasser. Das Kind ertrank. Der Vater des Kindes war wenige Stunden vor dem Unglück aus dem Felde in Urlaub gekommen, die Mutter ist Wöchnerin.
(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)
Donnerstag, 29. Juni 1916
Wegen des Feiertages Peter und Paul erscheint an diesem Tag nur die Bonner Zeitung.
Ausfuhrbeschränkung für Frühkartoffeln. Der Oberbürgermeister hat angeordnet, daß die Ausfuhr von Frühkartoffeln aus dem Stadtkreise Bonn nur auf Grund besonders erteilter Erlaubnis zulässig ist.
Keine Ausfuhr von deutschem Obst und Gemüse. Die Korrespondenz der rheinischen Landwirtschaftskammer schreibt: Vielfach findet man in der Presse die Ansicht vertreten, daß Gemüse und Obst im vorigen Jahr in erheblichem Umfange in das Ausland gegangen und daß auch für dieses Jahr ähnliches zu befürchten sei. Beides ist unzutreffend. Die Ausfuhr von Obst und Gemüse ist ganz allgemein verboten, und wie uns von amtlicher Seite mitgeteilt wird, ist auch die für Spargel ausnahmsweise zugelassene Ausfuhr wieder aufgehoben.
Palast-Theater. Die Straußsche Operette „Frühlingsluft“ wird nur noch heute und morgen gegeben. Am heutigen Peter- und Paulstage finden zwei Vorstellungen statt, nachmittags und abends.
(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)
Freitag, 30. Juni 1916
Volksspende für die deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen. Man schreibt uns: Unter dem Schutze Ihrer Majestät der Kaiserin ist in ganz Deutschland eine Volksspende für die deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen eingerichtet worden. Die Vaterländischen Vereinigungen in Bonn haben es übernommen, diese Spende in unserer Stadt durchzuführen und ihre Einsammlung durch die Bonner Volksspende zu veranlassen. Es gilt auch derer zu gedenken, die unverschuldetes Unglück weithinaus in Feindesland verschleppte, die dort festgehalten wurden, als der Sturm über Deutschland hereinbrauste, und die nun getrennt von Heimat und Familie, in Unkenntnis über die wahre Kriegslage, fern vom Vaterland schmachten bei schwerer Arbeit, in ungewohntem Klima und unter oft harter Behandlung. Eine Spende des ganzen Deutschen Volkes soll dazu beitragen, die Not aller deutschen Gefangenen in Feindesland zu lindern, so daß sie nach den traurigen Zeiten in hellen Tagen des Friedens mit stolzer Freude sagen können: „Unser Vaterland und unsere Landsleute hatten uns nicht vergessen, sie waren mit ihrer Hilfe und mit ihrem Herzen bei uns!“ Wir hoffen, daß unsere Bonner Mitbürger, von tiefem Mitgefühl bewegt, für diese mildtätige Sammlung eine offene Hand haben und zeigen, daß sie würdig sind der ungeheuren Opfer, die in riesigen Schlachten und in stillem Erdulden da draußen gebracht werden! Gebe jeder und jede nach Herz und Vermögen.
Beiträge nimmt die Bonner Volksspende oder die Sammelstelle Rh.-Westf. Diskonto-Gesellschaft, Münsterplatz 1-3 entgegen.
Die Bonner Pfadfinder haben es sich nicht nehmen lassen, auch bei der Spende für die Kriegs- und Zivilgefangenen in Feindesland ihren vaterländischen Opfermut zu betätigen. Sie haben sich begeistert zur Verfügung gestellt, um die Werbedrucksachen in allen Haushaltungen in Bonn zu verteilen und die Abschnitte mit den Zeichnungen der opferfreudigen Bürger und Bürgerinnen wieder abzuholen.
Die Frauen als Flickschuster. Dem Beispiel der Karlsruher Frauenvereine folgend, will nun auch der Bonner Ausschuß für hauswirtschaftliche Kriegshilfe der Not der Zeit Rechnung tragen und im Universitätsgebäude Am Hof, rechts neben dem Hauptportal eine „Flickschusterei“ einrichten, um alte Schuhe auszubessern und neue herzustellen. Die Beschaffung und Instandhaltung des Schuhwerks macht den wenigerbemittelten und kinderreichen Familien die schwerste Sorge, darum ist jetzt, da Leder und Schuhwerk beinahe unerschwinglich teuer geworden sind, diese Einrichtung notwendig geworden. Zwei Bonner Damen und ein Schuhmachermeister werden in Karlsruhe einen Lehrgang mitmachen, der sie in den Stand setzt, mit kleinen Resten Schuhe auszubessern, aus alten Lederkoffern, Schulranzen, Linoleumresten usw. Sohlen herzustellen, aus alten Strohhüten Bastschuhe, aus Tuchresten und Filzhüten Zeugstiefel anzufertigen. Wir weisen auf den Aufruf im Anzeigenteil hin. Weitere fachmännische Hilfskräfte sollen herangezogen werden. Frau Kautz, die Begründerin der vorbildlichen Karlsruher Flickschusterei, hat ein Flugblatt herausgegeben, in dem in dankenswerter klarer Weise Anleitung zum Erhalten und selbstständigen Ausbessern der Fußbekleidung gegeben wird. Dies Flugblatt ermöglicht es der Hausfrau, die jetzt so teuren Ausbesserungen selbst vorzunehmen, und kann deshalb gar nicht genug empfohlen werden. Es ist in der Beratungsstelle Am Hof 1 zu haben. Auch wird in der „Flickschusterei“ Anweisung dazu gegeben. Die Bonner Bürgerschaft wird herzlich gebeten, dieser neuen Einrichtung werktätiger Kriegsfürsorge nach Kräften ihre Hilfe angedeihen zu lassen und der „Flickschusterei“ recht viel Rohstoffe zuzusenden.
(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)
Verkauf von Lebensmitteln gegen Warenkarten. Im Stadtkreis Bonn dürfen vom 2. Juli d. J. ab neben denjenigen Lebensmitteln und Waren, deren Abgabe an Verbraucher nur gegen besonders gekennzeichnete Karten erfolgen darf, wie Brot und Mehl, Fleisch und Fleischwaren, Speisefette, Verbrauchszucker, Eier, Kartoffeln, Seife, Seifenpulver und andere fetthaltige Waschmittel, die nachstehend bezeichneten Lebensmittel nur gegen die mit Nummern versehenen Abschnitte der für den Stadtkreis Bonn gültigen Warenkarte abgegeben werden: Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen), Erbsen- und Bohnenmehl, Graupen, Gerstengrütze, Griesmehl, Reis, Teigwaren (Nudeln) und Salzheringe. Die Abgabe dieser Lebensmittel darf nur in Geschäften erfolgen, die durch Aushang eines vorschriftsmäßigen Schildes im Schaufenster als Verkaufsstellen städtischer Lebensmittel besonders gekennzeichnet sind. In jeder Woche wird bekannt gemacht, welche Lebensmittel abgegeben werden dürfen, außerdem die abzugebende Menge, ihr Preis und die betreffende Nummer des Warenabschnittes. Ausnahmen sind nur mit schriftlicher Erlaubnis des Oberbürgermeisters gestattet.
Kriegsgemüse. In den Waldungen auf dem Venusberg wächst in überaus großen Mengen der baumartige Adlerfarn. Die jungen Wedel und die zarten Enden der ältern Wedel geben wie Spinat abgekocht und behandelt, dann mit einigen gekochten und zerkneteten Kartoffeln vermischt und gargeschmort ein – auch nach ärztlichem Urteil – sehr wohlschmeckendes, gut bekömmliches und nahrhaftes Gemüse. Wer einen größeren Spaziergang unternimmt, möge einmal den Versuch machen, er wird ihn sicher wiederholen, weil er den eignen Geldbeutel und auch den Gemüsemarkt dadurch entlastet. Auch der Sammeltätigkeit der Kinder und ärmeren Bevölkerung könnte dadurch eine Erwerbsquelle erschlossen werden. Prof. Füchtjohann.
Durch wokenbruchartigen Regengüsse, die am Mittwoch nachmittag niedergingen, wurden in den verschiedensten Stadtteilen die Keller und die tiefer gelegenen Höfe unter Wasser gesetzt. Tiefbauamt und Feuerwehr wurde mehrfach herbeigerufen, um das Wasser aus den Kellern auszupumpen.
Die Wirkung der neuen Tabakabgaben. Man schreibt uns: Am 1. Juli treten die neuen Tabakabgaben in Kraft, und für die seit dem 16. Mai d. Js. verzollten oder versteuerten Tabakblätter hat eine Nachverzollung oder Nachversteuerung stattzufinden zu Ausgleich des Unterschiedes zwischen den gegenwärtigen und den neuen Gewichtszöllen. Unter dem Einfluß der infolge des Krieges eingetretenen außerordentlichen Verteuerung des Tabaks, die noch nicht zum Stillstand gekommen ist, waren bereits bisher die Preise der Tabakerzeugnisse sehr erheblich gestiegen. Inzwischen ist dne Arbeitern des Tabakgewerbes eine Lohnerhöhung von 25 v. H. unter Einrechnung der während des Krieges bereits gewährten Teuerungszulagen zugestanden, wodurch naturgemäß eine weitere Verteuerung der Erzeugung eingetreten ist. Und nun tritt dazu der erhöhte Gewichtszoll. Die Folge dieser verschiedenen die Fabrikation verteuernden Ursachen wird ein Preisaufschlag auf Zigarren von durchschnittliche mindestens 50 v. H. sein. Aber auch dieser Aufschlag wird nur solange ausreichen, als noch ältere, billigere Rohtabake verarbeitet werden. Sobald ausschließlich Tabake zu den hohen Kriegspreisen und mit der neuen Belastung zur Verarbeitung gelangen, wird der Preisaufschlag sich noch weiter erhöhen. Dabei werden die untersten Preislagen die stärkste Steigerung erfahren. Gegenwärtig wird es noch möglich sein, im Kleinhandel eine Zigarre für 10 Pfg. zu beziehen, in absehbarer Zeit dürfte aber die 12-Pfg.-Zigarre die unterste Preislage bilden. Die bisherige 10-Pfg.-Zigarre kostet gegenwärtig noch 15 Pfg., ihr Preis wird aber demnächst noch weiter steigen. Ueber die Gestaltung der Kleinhandelspreise für Zigaretten ist zwischen Fabrikanten und Händlern noch keine Einigung erzielt, obwohl der Zeitpunkt für die Erhebung des neuen Kriegsaufschlages unmittelbar bevorsteht. (...) Jedenfalls wird die bisherige 1-Pfg.-Zigarette ganz verschwinden und an ihre Stelle tritt als billigste Sorte die 2-Pfg.-Zigarette. Eine sichere Folge der Neubelastung der Zigarettenindustrie wird jedenfalls darin bestehen, daß die bisherige Preisschleuderei, unter der der solide Zigarettenhandel stark gelitten hat, für immer ihr Ende erreicht.
(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)
Godesberg, 29. Juni. Zu der heute beginnenden Speisegemeinschaft im Volksspeisehause (ehemals Hüttenrauch), die bis zur vollständigen Einrichtung der Anlage vorläufig nur für solche Familien bestimmt ist, die gar keine Kartoffeln mehr besitzen, haben sich 600 Personen angemeldet.
Godesberg-Muffendorf, 29. Juni. Kürzlich wurden drei gut situierten Landwirten der früheren Gemeinde Muffendorf noch erhebliche Kartoffelvorräte von der Godesberger Polizei in den Kellern beschlagnahmt und verkauft. Die Beschlagnahmung erfolgte auf Grund einer Anzeige minderbemittelter Leute, denen man sich geweigert hatte, noch Kartoffeln zu verkaufen.
(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Von Nah und Fern.“)
Unverantwortliche Redensarten und Hamsterei. Am Mittwoch verbreitete sich fast plötzlich in der Stadt, meist in Geschäften, das Gerücht, das Salz würde teurer. Sofort setzte auch schon die Salzhamsterei ein. Auf Grund von Erkundigungen an maßgebender Stelle sind wir in der Lage mitzuteilen, daß eine Erhöhung des Salzpreises nicht bevorsteht. Wohl war an die hiesige Preisprüfungsstelle von Geschäftsleuten der Antrag gestellt worden, auch für Salz erhöhte (Kriegs-) Preise festzusetzen. Diesen Antrag aber hat die Preisprüfungsstelle mit Recht abgelehnt.
(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)