Bonn 1914-1918
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Montag, 31. Januar 1916

    

Der Bonner Männer-Gesang-Verein hat gestern nachmittag die feierliche Nagelung eines für 500 Mk. erworbenen Schildes an der Arndt-Eiche in feierlicher Weise vorgenommen. Nach einigen Chorvorträgen hielt der Vorsitzende des Vereins, Herr Justizrat Meyer, eine Ansprache, die den Zweck des Bonne Kriegsmals darlegte und mit einem begeistert aufgenommenen Kaiserhoch schloß. Alsdann wurde das mit gesammeltem Goldgeld erworbene Schild an der Eiche befestigt. Außerdem beteiligten sich die einzelnen Mitglieder selbst noch sehr eifrig an der Benagelung der Arndt-Eiche.

Der 56. Provinzial-Landtag der Rheinprovinz wurde gestern nachmittag durch den Oberpräsidenten Frhrn. V. Rheinbaben im Ständehaus zu Düsseldorf eröffnet. Zum Vorsitzenden wurde wieder Oberbürgermeister Spiritus aus Bonn, zum stellvertretenden Vorsitzenden Graf und Marquis von und zu Hoensbroech (Schloß Haag) wiedergewählt. Der Landwirtschaftminister Frhr. von Schorlemer wohnte als Abgeordneter des Kreises Bernkastel der Eröffnung bei. An den Kaiser wurde folgendes Telegramm gesandt. „Seiner Majestät dem Kaiser und König: Eure Kaiserliche und Königliche Majestät haben vor wenigen Tagen zum zweiten Male in schwerer Kriegszeit Allerhöchstdero Geburtstag begangen. Die Wünsche, die die Rheinprovinz an diesem vaterländischen Festtage in tiefer Dankbarkeit erfüllte, wollen Euer Majestät Allergnädigst geruhen, von dem zu Düsseldorf vereinten Provinziallandtag der Rheinprovinz huldvollst entgegenzunehmen. Die Arbeit unserer diesjährigen Tagung gilt vor allem der Schaffung von Einrichtungen, die den heimkehrenden Kriegsteilnehmern die Wiederaufnahme der Friedensarbeit sichern und erleichtern sollen. Unsere Verhandlungen werden getragen sein von dem unerschütterlichen Vertrauen, daß es Eurer Majestät gelingen wird, unser Volk auch weiterhin zum Siege zu führen und auf den Sieg einen Frieden zu gründen, der den heimischen Gauen Sicherheit vor feindlichen Ueberfällen und dem deutschen Volke Raum und Gewähr gibt für die ungehinderte Entfaltung seiner wirtschaftlichen und kulturellen Kräfte. In dem Ringen um diesen Sieg und zur Sicherstellung der glückverheißenden Entwicklung des Vaterlandes werden Euerer Majestät alle Zeit getreuen Rheinländer, wie an der Front, so in der Heimat zu jedem Opfer an Gut und Blut bereit sein. Namens des Rheinischen Provinziallandtages Oberbürgermeister Spiritus, Vorsitzender.“

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

     

Volkskonzert. Im Saale des Bonner Bürgervereins hatten gestern abend die Lejührkräfte des Ziskovischen Konservatoriums ein Konzert veranstaltet, das aaußerordentlich gut besucht war. Klavier- und Violinwerke sowie Gesänge verschiedener Komponisten waren es, die die Damen Auguste Körschgen, Elvira Schmuckler, Henny Wolff und Herr Alfered Naef in meist recht schöner Form boten. Die Pianistin Fräulein Körschgen spielte zur Eröffnung des Abends eine Bravourstudie von Isidor Seiß mit Verständnis und zeigte ferner ihre erhebliche Technick an dem D dur-Militärmarsch von Schubert. Durch die zu starke Betonung der Kantilene wirkte das Henselt’sche Wiegenlied etwas aufdringlich. Weit besser gelang ihr die am Schluß des Konzerts gespielte E dur-Polonaise von Liszt. Fräulein Schmuckler spielte mit viel Empfinden fünf grundverschiedene Werke von Händel, Bach, Gluck, Hummel-Burmester und Wieniawsky. Mit der Wiedergabe der Faust-Fantasie des letztgenannten Komponisten erneuerte sie die angenehmen Eindrücke, die wir schon früher von der virtuosen Geigerin gewonnen hatten. Von Fräulein Wolff hörten wir Lieder von Schütt, Fleck, Schumann, Menzen, Cahnbley und Wirtz. Die Sängerin gab sich Mühe, den Komponisten zum Erfolge zu verhelfen. Die Darbietung des Liedchens „Draußen im Garten“ von Cahnbley zeigte die Anmut der Stimme und des Vortrags der Sängerin und die Geschmeidigkeit ihrer Kehle. Besonders im Piano gibt die Stimme einen süßen Klang, die Aussprache ist deutlich verständlich. Herr Naef beherrscht mit reiner Stimme von ansehnlicher Fülle und Kraft mühelos den Umfang von zwei Oktaven und verbindet damit eine gute Atemführung und korrekte Aussprache. Trotz des lyrischen Charakters der Stimme liegen dem Sänger Sachen mit dramatischen Akzenten auch gut, das zeigte sich am Schluß des Liedes „Nachtmarsch zum Schützengraben“ von Josten. Etwas Originelles bot er mit den weinig gehörten Liedern „Verklungen“, „Ich bin der Welt abhanden gekommen“ und „Columbus“ von Rud. Bergh; dafür sei ihm gedankt. Als Begleiter machten sich Fräulein Alice Schmuckler aus Köln und Herr Dr. Bergh aus Godesberg am Flügel verdient. Die Zuhörer nahmen die Vorträge freundlich auf und brachten reichen Beifall dar.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

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