Bonn 1914-1918
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    • Dezember 1918
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    • Sachbücher
    • Belletristik
  • Textbeiträge
    • Das erste Kriegsjahr
    • Liebesgabenfahrten 1914
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      • -- Dokumente
    • Der Kriegswinter 1916/17
    • Die letzten Monate
  • Exkursionen
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Samstag, 21. August 1915

  

Anzeige im General-Anzeiger vom 21. August 1915Gegen den Lebensmittelwucher. Der Oberbürgermeister macht bekannt: Es hat sich ergeben, daß die Preise der für die einfache Lebenshaltung erforderlichen Lebensmittel in unbegründeter Weise erheblich gestiegen sind. Um dieser Preistreiberei entgegen zu steuern, werden auf Anordnung des stellvertretenden Generalkommandos des 8. Armeekorps zu Koblenz für die Folge die Durchschnitts- und Mindestpreise der Lebensmittel festgestellt und die Namen derjenigen Verkaufsstellen, die zu den ermittelten Mindestpreisen verkaufen, in den hiesigen Zeitungen veröffentlicht werden.

Fußballsport. Am morgigen Sonntag findet auf dem Spielplatze an der Richard-Wagner-Straße das Entscheidungsspiel um den Kriegspokal zwischen Bonn und Elberfeld unter Leitung des Herrn P. Schröder aus M.-Gladbach statt. Beide Mannschaften sind durch Urlauber verstärkt, so daß ein spannendes Spiel zu erwarten ist.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

    

Anzeige im General-Anzeiger vom 21. August 1915Das außerordentliche Kriegsgericht verhandelte gestern unter dem Vorsitz des Herrn Amtsgerichtsrats Horster gegen einen Schüler aus Godesberg wegen verbotenen Waffentragens. Während der Verhandlung stellte sich heraus, daß der Angeklagte noch nicht strafmündig war. Das Verfahren gegen ihn wurde eingestellt. – (...) Ein Russe und seine Schwester, die im Kreis Rheinbach als Arbeiter tätig waren, hatten diese Stelle verlassen und sich ohne Erlaubnis der Behörde nach einem Ort außerhalb des Kreises begeben. Der Angeklagte wurde zu 14 Tagen Gefängnis, seine Schwester zu 3 Tagen Gefängnis verurteilt, jedoch wurden die Strafen durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erklärt. – Ein Angeklagter aus Godesberg hatte den ihm in Namur erteilten Paß zur Reise nach Deutschland nicht, wie vorgeschrieben, an die Paßbehörde in Brüssel binnen 10 Tagen zurückgeschickt, sondern erst, nachdem er von der Polizei dazu aufgefordert worden war. Er wurde zu einer Geldstrafe von 20 Mark verurteilt. (...)

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

   

Anzeige im General-Anzeiger vom 21. August 1915Nagelung zu Gunsten des Roten Kreuzes. Der Stammtisch G. A. im Restaurant „Goldner Stern“ versammelte am Donnerstag abend seine Mitglieder zu einer feierlichen Benagelung eines Kriegsstammes. Der Stamm (ein natürlicher Birkenstamm) als Stammtischaufsatz gedacht, zeigt vorne ein eisernes Kreuz, sowie einen Spruch, welcher lautet: „Wer Luft hat und wer geben kann -, Mag Nägel in mich hauen, - Durch’s Rote Kreuz kommt’s zu Gute dann – Unsren braven, tapfern Feldgrauen. – Die erste Benagelungsfeier ergab das erfreuliche Resultat von Mark 40.-. Möge der Stamm noch manchen klingenden Nagel zu diesem guten Zwecke in sich aufnehmen.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

   

Bringt das Gold zur Reichsbank.
Obgleich feststeht, daß sich noch hunderte von Millionen Mark an Goldmünzen in den Händen des Publikums befinden, haben die Rückflüsse zu den Kassen der Reichsbank in den letzten Monaten ganz erheblich nachgelassen. Es ergeht deshalb von neuem die dringende Aufforderung, vorhandene Goldmünzen – und sei es auch nur ein 10 M.- oder 20 M.-Stück – sobald als möglich bei der Reichsbank umzutauschen. Niemand möge denken, daß es auf seine Goldmünze nicht ankommt; jedes einzelne Stück ist von Wichtigkeit. Auch diejenigen, welche Goldmünzen einsammeln, werden gebeten, in ihrer Tätigkeit nicht zu erlahmen und nicht eher zu ruhen, als bis die letzte Goldmünze aus ihrem Versteck herausgeholt und der Allgemeinheit nutzbar gemacht ist. Angesichts der herrlichen Waffentaten unserer tapferen Streiter muß es für alle zu Hause gebliebenen eine Ehrenpflicht sein, hinter der Front an der finanziellen Rüstung des Vaterlandes mitzuarbeiten, wozu auch die Ablieferung der Goldmünzen an die Reichsbank gehört. Jeder suche daher auf diese Weise im Eifer für des Reiches Wohl den Helden draußen im Felde gleichzukommen.

(Volksmund, Rubrik „Bonner Angelegenheiten“)

Sonntag, 22. August 1915

  

Anzeige im General-Anzeiger vom 22. August 1915Ausfuhrverbot für grüne Bohnen. Der Guvernör der Festung Köln hat bestimmt: Jede Ausfuhr von grünen Einmach- (Stangen-) Bohnen aus dem Festungsbereiche ist verboten. Zuwiderhandelnde werden mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft, sofern nach den bestehenden Strafgesetzen keine höhere Strafe verwirkt ist.
   Zum Festungsbereiche Köln gehören auch noch die Ortschaften, aus denen der Bonner Markt mit Gemüse versorgt wird. Es ist daher zu hoffen, daß das Bohnenausfuhrverbot auch den Bonner Hausfrauen, die in der letzten Woche vergebens Einmachbohnen zu kaufen versuchten, Hilfe bringen wird.

Bestrafter Kartoffelwucher. Ein Bauer in Ersdorf (Kreis Rheinbach) hatte im Frühjahr an einen hiesigen Gemüsehändler Kartoffeln zu 4,80 M. den Zentner verkauft, obwohl der Höchstpreis nur 2,80 M. betrug. Der Bauer wollte gestern der hiesigen Strafkammer, vor der er sich wegen Ueberschreitung der Höchstpreise zu verantworten hatte, weismachen, seine Knollen seien höchstpreisfreie Saatkartoffeln gewesen, er habe den Gemüseladen an der hiesigen Josephstraße für eine Saatguthandlung gehalten. Der Staatsanwalt beantragte 50 M. Geldstrafe. Dem Gericht war diese Strafe zu gering. Wie der Vorsitzende ausführte, habe der Angeklagte nicht nur absichtlich das Gesetz umgangen, er habe auch das Gericht an der Nase herumzuführen und ihm etwas weiszumachen versucht, was er selbst nicht glaubte. Eine exemplarische Strafe sei deshalb am Platze. Das Urteil lautete auf 200 Mark Geldstrafe.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

  

Brot- und Mehlpreise. Landrat v. Nell veröffentlicht eine Verordnung betr. die Regelung des Mehl- und Brotverbrauchs im Landkreise Bonn, die mit dem 29. August in Kraft tritt. Danach wird der Höchstpreis für ein Schwarzbrot auf 65 Pfg., für ein Feinbrot auf 80 Pfg., für ein Kleinbrot (Röggelchen) auf 6 und für inländisches Weizenmehl auf 30 Pfg. das Pfund festgesetzt. Die Höchstpreise sind durch Anschalg an augenfälliger Stelle in den Verkaufsräumen den Käufern zur Kenntnis zu bringen.

Die Feuerwehr wurde am Samstag vormittag nach der Koblenzerstraße gerufen, um dem Pferd eines Bierfuhrwerks auf die Beine zu helfen, das auf dem nassen Asphaltbelag zu Fall gekommen war.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

Anzeige im General-Anzeiger vom 22. August 1915Godesberg, 20. Aug. Heute nachmittag fand im Rathaussaale eine Gemeinderatssitzung unter dem Vorsitze des Herrn Bürgermeister Zander statt. (...) Sodann brachte das Gemeinderatsmitglied Drücke die in Godesberg üblichen übermäßig hohen Preise für Nahrungsmittel zur Besprechung, namentlich die Brot- und Kartoffelverhältnisse. Allerwärts seien beispielsweise auch Röggelchen erhältlich, nur hier in Godesberg nicht. Er bat die Verwaltung um die Vornahme geeigneter Schritte. Der Bürgermeister erwiderte, daß er wiederholt mit den Bäckermeistern diesbezügliche Verhandlungen geführt habe, die aber immer an dem vom Kreisausschuß festgesetzten Preise von 7 Pfennig für das Röggelchen gescheitert wären, weil die Bäcker erklärten, für so billiges Geld die geforderte Ware nicht liefern zu können. In der Debatte wurde diese Erklärung der Bäckermeister als recht sonderbar bezeichnet, da doch anderwärts bei den Bäckern keine Schwierigkeiten geltend gemacht würden. Der Bürgermeister wies darauf hin, daß die auf den 29. August festgesetzte neue Regelung der Mehlpreise wohl eine Aenderung bringen würden. Bezüglich der Kartoffeln habe sich eine Kommission bereits mit der Frage befaßt, jedoch zu einer Festsetzung von Höchstpreisen bisher nicht verstehen können; die jetzt sinkenden Kartoffelpreise hätten dadurch vielleicht auch das Gegenteil hervorrufen können. – (...) – Bevor die Versammlung schied, traf die Siegesnachricht des heutigen Tages ein. Herr Bürgermeister Zander brachte den hocherfreulichen Bericht zur Verlesung und schloß die Sitzung mit einer kurzen Ansprache auf die schönen Waffenerfolge unseres Heeres und mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf unsern Heldenkaiser und sein glorreiches Heer mit seinen genialen Führern.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Von Nah und Fern.“)

   

Anzeige im General-Anzeiger vom 22. August 1915Auf der schiefen Ebene. Zehn Diebstähle, darunter drei Einbruchsdiebstähle, warf die Anklage an der Ferienstrafkammer einem 13 Jahre alten Schüler aus Bonn vor. Das Bürschchen hatte vor einiger Zeit in Bonn eine Reihe von Diebstählen ausgeführt, die ihn in den Besitz von Uhren, Geld, eines Sparkassenbuches und einer Reihe von Fahrrädern brachten. Zwei Burschen, die einige Jahre älter sind, brachten die entwendeten Gegenstände an den Mann. Sie waren wegen Hehlerei angeklagt. Bei der Urteilsverkündung hielt der Vorsitzende Geheimrat Schröder den Angeklagten zunächst eine gründliche Strafpredigt, die ihnen das Verwerfliche ihres Treibens zu Gemüte führte. Das Urteil lautete gegen den Dieb, der zudem nächstens in Fürsorgeerziehung kommen wird, auf sechs Monate Gefängnis, gegen die Hehler auf einen bezw. zwei Monate Gefängnis. Dieser Vorfall dürfte manchen Müttern Veranlassung geben, besser auf das Treiben ihrer Jungens acht zu geben, ehe es zu spät ist. Ein strenges Mahnwort in dieser Beziehung dürfte heute sehr angebracht erscheinen.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

Montag, 23. August 1915

    

Anzeige im General-Anzeiger vom 23. August 1915Konzert der Bonner Liedertafel
(Zum Besten der Kriegshilfe.)
Die Bonner Liedertafel hatte mit ihrem gestrigen Konzert wieder einen vollen und, wie gleich hinzugesetzt werden soll, wohlverdienten Erfolg. Man wird weit gehen müssen, bis man, jetzt zur Kriegszeit, wieder einen Gesangverein findet, der einen so stark besetzten, glänz­end geschulten Chor und ein so schönes Stimmenmaterial zur Verfügung hat, wie die Sängerschar der Liedertafel, die Herr Musikdirektor Werth unter seiner anfeuernden Lei­tung vereinigt. Obwohl die meisten der jüngeren Sänger draußen im Felde stehen, klingen die Chöre immer noch sehr schön und sie sind noch immer der stärksten Wirkungen fähig, weil Musikdirektor Werth in ganz hervorragender Weise die Kunst versteht, die Stimmen zusammenzuhalten und im gegebenen Moment mit voller Kraft einzusetzen. So hörte man die vaterländischen Chöre „Die Wacht am Rhein“ von Wilhelm und „Lützows wilder Jagd“ von Weber machtvoll dahinbrausen, freute sich über die geschlossene Wirkung und die schönen dynamischen Abstufungen in Werths tonmalender Chorballade „Die Söldner“ und bewunderte die Fülle und Kraft des Tones und die begeisterte Stimmung, mit der sich die Sänger für Felix v. Woyrschs markigen „Gesang des deutschen Heeres“ einsetzten. Auch in den volkstümlichen Chorliedern, in Hummels „Die Rose im Tal“, Werths „Ganz im Gehei­men“, Langers „Am Ammersee“, Jüngsts „Ständschen“, v. Othergravens „Der Jäger aus Kurpfalz“ und Julius Hagemanns (Bonn) liebenswürdig humorvollen „Ey! Ey!“ bewährte sich die oft gerühmte Kunst der Liedertafel, den rechten Klang und die rechte Stimmung für jeden Chor zu treffen und für die Schwermut wie die Schelmerei des Volksliedes einen ungekünstelten und lebendigen Ausdruck zu finden. Als Solokräfte waren Frau Küster-Herold (Köln) und Herr Konzertmeister Lang (Berlin) für das Konzert gewonnen. Frau Küs­ter-Herold sang mit sympathisch gefärbter Altstimme und vornehmer Auffassung Brahms' „Sapphische Ode“, Hugo Wolfs „Verborgenheit“ und als Neuheit F. W. Frankes „An unsere lütte Prinzessin“. Wenn sich bei den ersten Liedern eine gewisse Unstetigkeit des Tones bemerkbar machte, so verlor sich das später fast ganz, so daß Schuberts „Nachtstück“, mit schöner Empfindung gesungen, ausgezeichnet gelang und auch Strässers „Wenn ich wüßte“ und Flecks „Abseits“ zu voller Wirkung kamen. Herr Konzertmeister Lang, der sich hier schon beim Verwundeten-Konzert sehr vorteilhaft einführte, spielte Händels D-Dur-Sonate für Violine mit reifer und echt musikalischer Auffassung und einer überaus sicheren Technik. Der schöne, vornehme Ton des Künstlers kam dann noch in drei kleinen Violin­stücken, in Sindings Andante religioso, in der Humoreske von Dvorak-Kreisler und in Ha­gemanns „Karneval“ vortrefflich zur Geltung. Herr Lang dankte für den reichen Beifall mit Regers Andante. Eine Zugabe, die seinem musikalischem Geschmack wie seinem Kön­nen das beredteste Zeugnis ausstellt.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

  

Anzeige im General-Anzeiger vom 23. August 1915Einzahlungstermine auf die dritte Kriegsanleihe. Als erster Einzahlungstermin für die neue Kriegsanleihe ist der 18. Oktober bestimmt worden, doch können Einzahlungen bereits vom 30. September an gemacht werden.

Prinzessin Adolf zu Schaumburg-Lippe ist am Freitag abend von Heringsdorf kommend in Berlin eingetroffen.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

  

Brot- und Mehlpreis. Landrat von Nell gibt eine Verordnung über die Regelung des Mehl- und Brotverbrauchs im Landkreise Bonn bekannt, die mit dem 29. August in Kraft tritt. Es wird der Höchstpreis für ein Schwarzbrot auf 65 Pfg., für ein Feinbrot auf 80 Pfg., für ein Kleinbrot (Röggelchen) auf 6 und für ein inländisches Weizenmehl auf 30 Pfg. das Pfund festgesetzt. Die Höchstpreise sind durch Anschlag an augenfälliger Stelle in den Verkaufsräumen den Käufern zur Kenntnis zu bringen.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

Dienstag, 24. August 1915

   

Anzeige im General-Anzeiger vom 24. August 1915Spionage durch den Fernsprecher. Das halbamtliche Wolffsche Telegraphenbüro verbreitet folgende Warnung: Es wird darauf hingewiesen, daß in letzter Zeit verschiedentlich feindliche Agenten versucht haben, die Stellung von Truppenteilen dadurch zu ermitteln, daß sie sich – besonders durch den Fernsprecher – angeblich im Auftrage höhergestellter Persönlichkeiten bei Familien nach deren im Felde stehenden Angehörigen sowie nach Truppenteil und Aufenthaltsort erkundigten. Es wird daher dringend davor gewarnt, in solchen Fällen irgendwelche Auskunft zu erteilen. Vielmehr muß versucht werden, durch sofortige Anfrage bei dem Fernsprechamt festzustellen, von welcher Seite aus die Anfrage erfolgt ist. Alle auf diesen Zweig der Spionage bezüglichen Wahrnehmungen sind ferner ungesäumt den Polizeibehörden zu melden.

Im Bonner Wehrbund herrscht zurzeit Ferienstimmung, da die Teilnahme des Kgl. Gymnasiums und der Realschule, die seine treusten Stützen waren, fehlt. An den beiden vergangenen Sonntagen traf jede Abteilung selbständig Bestimmungen über die Verwendung des Sonntags. Am kommenden Sonntag, den 29. August, soll jedoch wieder ein gemeinsames Unternehmen, eine Wanderung im Ahrtal, stattfinden. Die Einzelheiten sind in den Abteilungen zu erfahren.

Metropol-Theater. Der neue Spielplan bringt die erste Hälfte einer achtaktigen Filmhandlung „Nelly, das Weib ohne Gewissen“, ferner ein Bild aus der modernen Gesellschaft „Der lebende Tote“, mehrere heitere Stücke, die neuesten Kriegsaufnahmen und Naturdarstellungen.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

   

Rabattsparvereine. Die Kriegstagung der Deutschen Rabattsparvereine in Dresden beschloß: Die Einführung von Höchstpreisen für den Einzelhandel ist verfehlt, wenn diese nicht gleichzeitig für die Produzenten und den Großhandel festgesetzt werden. Bei Beschlagnahme sind die Berufsvertretungen gutachtlich zu hören. – Der Verband zählt 500 Vereine, 70,000 Mitglieder. Er hat für Kriegshülfe eine halbe Million ausgegeben und zahlte im letzten Kriegsjahr an die Kundschaft 37 Millionen Rabatt.

Vom Rhein. Heute morgen gegen 5 Uhr trat auf dem Rhein so dichter Nebel auf, daß die Frachtschiffe ihre kurz vorher aufgenommenen Fahrten wieder einstellen mußten. Der jetzige Wasserstand ist der Schleppschifffahrt noch immer günstig, trotzdem er in den letzten Tagen anhaltend zurückgegangen ist. Heute früh wurden am hiesigen Pegel noch 2.24 Meter Wasser gemessen.

Die Schwalben rüsten sich schon wieder zum Abzuge. Die letzte Brut ist seit ungefähr 14 Tagen flügge, und draußen auf Telephon- und Telegraphenleitungen wird jetzt alltäglich Zusammenkunft abgehalten. Da gibt’s ein Begrüßen, ein Zwitschern und Erzählen, müssen doch die Vorbereitungen für eine lange Reise getroffen werden. Plötzlich fliegt die ganze Gesellschaft von dannen, um nach einigen wohlgelungenen Flugversuchen sich wieder auf der alten Stelle niederzulassen. In der Stadt sind die Schwalben jetzt nur noch selten anzutreffen. Noch ein paar Wochen und sie sind ganz verschwunden, sie werden zurückkehren in den sonnigen Süden, wo auch jetzt gerade so wie bei uns der Waffenlärm des Krieges widerhallt.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

Anzeige im General-Anzeiger vom 24. August 1915Straßenbahn nach Dottendorf
Warum zahlen wir Dottendorfer für die Fahrt mit der Elektrischen bis zum Kaiserplatz 15 Pfg.? Die Strecke ist nur 50 Meter länger als die Strecke vom Friedrichsplatz [heute: Friedensplatz] bis Grau-Rheindorf, wofür ein Fahrpeis von 10 Pfg. angesetzt ist. Dabei beträgt die Fahrzeit nach Dottendorf eine Minute weniger. Die Strecke von der Gronau bis zum Friedrichsplatz ist 600 Meter länger und die Fahrzeit beträgt 17 Minuten. Dafür beträgt der Fahrpeis auch 15 Pfg., was gewiß nicht zu niedrig ist. In Dottendorf wohnen im Gegensatz zur Coblenzer Straße [heute: Adenauerallee] zum größten Teil kleinere Leute mit Gemüsebau und deren Frauen und Töchter, die meist täglich das Gemüse zum Markt bringen, ist es zu gönnen, daß sie ebenso wie die anderen Vorortler für 10 Pfg. heimfahren können. Ferner ist in Dottendorf die große Fabrik mit 4-500 Beamten und Arbeitern, die scharenweise aus der Stadt kommen und 15 Pfg. Fahr­geld bezahlen müssen, wenn sie weiter als bis zur Moltkestraße [heute: Weberstraße] fahren. Man könnte die Strecke ganz gut in drei Teilstrecken einteilen, statt jetzt in vier. Bei einem Fahrpreis von 10 Pfg. würde die Strecke voraussichtlich nicht weniger einbringen als jetzt. Mancher geht jetzt von Dottendorf bis zu Pützstraße und fährt von da aus für 10 Pfg. Wir Dottendorfer hoffen, daß unsere Klage ein geneigtes Ohr finden wird, und daß wir recht bald auch für 10 Pfg. zur Stadt fahren können. Wir versprechen alsdann recht oft zu kommen und sicher bringen wir der Stadt mehr mit als wir holen kommen. Ein Dottendorfer, der gerne zahlt, aber nicht zuviel.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Sprechsaal“)

   

Fußball. Auf dem Sportplatz an der Richard-Wagnerstraße wurde am Sonntag nachmittag das Entscheidungsspiel um den Rheinischen Kriegspokal ausgetragen. Die erste Mannschaft des Elberfelder Spiel- und Sport-Vereins entschied das Spiel gegen die gleiche Mannschaft des Bonner Fußball-Vereins für sich mit 5:2.

Freigabe von Metall. Unter Aufsicht des Reichsamts des Inneren ist die Metallfreigabestelle für Friedenszwecke in Berlin NW7, Sommerstraße 4a, Telephon Zentrum 10290, gegründet worden. An sie sind künftig alle Anträge auf Freigabe von beschlagnahmten Metallen für Friedens- und mittelbare Heereszwecke zu richten. Die Erledigung aller anderen, nach wie vor von der Kriegs-Rohstoff-Abteilung zu bearbeitenden Freigabegesuche werden wesentlich beschleunigt bei Benutzung hellgrüner Umschläge mit der Bezeichnung „Metallfreigabe“ in der linken oberen Ecke. Das Kriegsministerium macht darauf aufmerksam, daß Metalle nur in äußerst dringenden Fällen freigegeben werden.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

Mittwoch, 25. August 1915

   

Anzeigen im General-Anzeiger vom 25. August 1915Die Kapelle unserer 160er unter Leitung ihres Musikmeisters Krieg ist für 14 Tage nach Deutschland beurlaubt worden, um Wohltätigkeitskonzerte zu veranstalten. Der Erlös ist für die Hinterbliebenen gefallener Krieger bestimmt. Das erste Konzert findet heute (Mittwoch) nachmittag 4 Uhr auf der Casselsruhe, das zweite Konzert morgen (Donnerstag) abend 8 Uhr im Bonner Bürgerverein statt.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

   

Wegen Aufnahme und Verpflegung armer Kranker bestehen Verträge mit der Universität. Dem Johanneshospital, dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder und dem Friedrich-Wilhelm-Stift, die demnächst ihr Ende erreichen. Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder hat von der Abschließung eines neuen Vertrages vorläufig abgesehen. Die Rheinische Genossenschaft des Johanniterordens hat den Abschluß eines Vertrages in Aussicht genommen. Das Johanneshospital und die Universität sind bereit, neue Verträge abzuschließen, deren Entwürfe am Freitag der Stadtverordnetenversammlung zur Genehmigung vorgelegt werden.

Teuerungszulage und Gehaltserhöhungen für Beamte und Angestellte. Die Verfassungskommission empfiehlt der am Freitag zusammentretenden Stadtverordnetenversammlung die Gewährung einer Teuerungszulage von 10 Proz. des Anfangsgehalts für die nicht zum Militärdienst eingezogenen verheirateten Beamten und Angestellten, soweit sie ein Diensteinkommen von nicht mehr als 2100 Mark beziehen, bis auf weiteres vom 1. Juli 1915 an, und die dauernde Erhöhung der Feldhüter- und Nachtwächtergehälter um 180 Mk. (anstelle der erwähnten Teuerungszulage) vom 1. April 1915 ab.
  
Im übrigen soll es bei der Fortzahlung der Hälfte oder eines geringeren Teiles des Gehalts an die zum Kriegsdienst einberufenen verheirateten Angestellten und an solche, die Ernährer unterhaltspflichtiger Angehöriger sind, bleiben.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

   

Anzeigen im General-Anzeiger vom 25. August 1915Gewinnung von Oel aus Unkrautsamen. In vielen Fällen wird in diesem Jahre besonders in der Sommerfrucht recht viel Unkrautsamen bei der Ernte sich aussieben. In früheren Jahrzehnten ist dieser Unkrautsamen, insbesondere Hederich und Senf, zur Oelbereitung mitbenutzt worden. Da in diesem Jahre bekanntlich Oele und Fette sehr knapp sind, seien die Landwirte dringend darauf hingewiesen, möglichst die Unkrautsamen zu sammeln und zur Oelmühle zu schaffen.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

Mitbürger, zeichnet Wochenbeiträge für die Bonner Volksspende! So kann man jeden Tag in der Zeitung lesen und wie gerne möchte man sich an diesem guten Werk beteiligen, kann man doch für unsere tapferen Krieger nicht genug tun. Um der Volksspende auch in den Kreisen der nicht gerade Begüterten einen durchschlagenden Erfolg zu sichern, wäre es an der Zeit, daß die Lebensmittelpreise heruntergesetzt würden. Weshalb sind in diesem Jahre die Kartoffeln so teuer? Wo man doch überall hört, daß sie so gut geraten sind. Oder werden sie wieder aufbewahrt zum Verfaulen? Im vorigen Jahr war ich zufällig auf dem Markt, als gleich nach Ausbruch des Krieges die Kartoffeln auf den Höchstpreis von 6 Mark gesetzt wurden. Später kam noch ein Wagen mit Kartoffeln an, und die Eigentümerin, welche bei der Preisfestsetzung nicht anwesend war, forderte 10 Mark. Das gab nun gleich einen Menschenauflauf, und die Herren Polizisten werden sich wohl noch erinnern können, daß sie einschreiten mußten, um die Eigentümerin zu schützen. Weshalb muß man aber nun in diesem Jahre und um diese Zeit 7,50 bis 8 Mark bezahlen und im Einzel-Pfund 8 bis 9 Pfennig?
   Also könnet man unter die Zeilen, Mitbürger, zeichnet Wochenbeiträge, auch: Herunter mit den Kartoffelpreisen setzen, sowie bei den anderen Lebensmittelpreisen! Eine Beamtenfrau, welche mit ihrem Monatsgehalt rechnen muß.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Stimmen aus dem Leserkreis“)

Donnerstag, 26. August1915

  

Anzeige im General-Anzeiger vom 26. August 1915Regelung des Theaterbetriebs im Winter 1915/16.
Auf die Tagesordnung der morgigen Stadtverordneten-Versammlung ist noch als 11. Punkt gesetzt worden: Regelung des Theaterbetriebs im Winter 1915/16. Die den Stadtverordne­ten zugegangene Kurrende teilt zu dieser Angelegenheit mit:
   Theater- und Finanzkommission empfehlen mit der Stadt Köln ein Abkommen auf fol­gender Grundlage:
  Von den vereinigten Stadttheatern Köln werden wöchentlich zwei Schauspielvorstellun­gen und alle 14 Tage eine Opernvorstellung, nach Möglichkeit auch Sonntags abends eine Theatervorstellung in Bonn gegeben.
   Bonn stellt zur Verfügung das Stadttheater mit Heizung und Beleuchtung und trägt sämtliche örtliche Kosten, wie technisches Personal, Zeitungsanzeigen, Drucksachen und dergleichen.
   Die Theater-Garderobe stellt Köln.
   Bonn zahlt für große Opernvorstellungen 1200 Mark, für kleine Opernvorstellungen 1000 Mark.
   Für Schauspielvorstellungen garantiert Bonn eine Mindesteinnahme von 500 Mark; die über diesen Betrag hinausgehende Einnahme wird im Verhältnis ¾ zu ¼ zwischen Köln und Bonn geteilt; die Abrechnung erfolgt nicht für die Einzelvorstellung, sondern für die Gesamtheit der Schauspielvorstellungen.
   Bonn zahlt an den Direktor der Kölner Theater, Hofrat Remond, als Vergütung für die Leitung des Bonner Theaters im vorerwähnten Umfange 2000 M.
   Das Abkommen mit Köln wird für die Zeit vom 1. Oktober bis 1. April geschlossen, je­doch mit der Maßgabe, daß beiden Teilen das Recht zusteht, das Abkommen zum 1. Ja­nuar zu kündigen.

Der Verein zur Bekämpfung der Tuberkulose in Bonn beruft auf nächsten Montag, nachmittags 5 Uhr, eine Mitgliederversammlung ein. Sie findet im Geschäftsgebäude der städtischen Verwaltung, Franziskanerstraße 9, statt.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

  

Goldsammlung. Um den Sammeleifer zu fördern, gibt auch die Kreissparkasse in Bonn jedem Schüler (Schülerin) ein künstlerisch ausgestattetes Gedenkblatt, wenn er mindestens 50 Mark in Gold entweder bei der Kreissparkasse in Bonn oder bei deren Zweigstelle in Godesberg oder bei einer der 24 Nebenstellen des Kreises einlegt oder umwechselt. Die Kreissparkasse wird das eingegangene Gold der Reichsbank abliefern.

Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verurteilte das Schöffengericht gestern eine Ehefrau aus Beuel wegen erwerbsmäßiger Unzucht zu fünf Tagen Haft.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

Anzeige im General-Anzeiger vom 26. August 1915Die kleinen Beamten und Arbeiter und die dritte Kriegsanleihe.
Im „General-Anzeiger“ war in Nummer 9095 zu lesen, daß die Handelskammer den Firmen empfiehlt, ihren Angestellten und Arbeitern bei der Zeichnung der neuen Kriegsanleihe behülflich zu sein. In dem Schreiben der Handelskammer wird auch mitgeteilt, daß einzel­ne Firmen schon bei der zweiten Kriegsanleihe ihren Beamten und Arbeitern bei der Zeichnung der Kriegsanleihe behülflich gewesen wären und daß sie diesen Zeichnern die gezeichneten Beträge vorgestreckt hätten, um sie dann durch Abzüge vom Gehalt oder Lohn in Teilbeträgen wieder einzuziehen. Man darf bestimmt annehmen, daß diese Firmen bei ihrem Vorgehen vom rein vaterländischen Interesse geleitet wurden. Tatsächlich be­steht auch bei einzelnen Bonner Firmen ein Verhältnis, das diesen Weg gestattet. Aber ganz allgemein dürfte es doch nicht dankbar sein, nach dem Vorschlage der Handelskammer zu verfahren. In einer Angelegenheit, bei der das vaterländische Empfinden ausschlaggebend ist, möge man alles vermeiden, was nur im entferntesten den Anschein erwecken könnte, als ob ein gewisser moralischer Druck der Firmeninhaber ausgeübt würde. Eine mißverständlische Auffassung über die eigentliche Absicht des Chefs ist nicht immer von der Hand zu weisen und es wird mancher Beamter und Arbeiter auf die Frage des Chefs, ob er eine Summe für ihn zeichnen solle, auch dann nicht gleich nein sagen, wenn ihm die Abzüge später auch noch so sauer werden. Die Lebenshaltung der kleineren Beamten und Arbeiter, die zu Kriegsbeginn (und zum Teil auch jetzt noch) mit Gehaltskürzungen, Lohnabzügen und Arbeitslosigkeit rechnen mußten, die in ihr Budget eine heute noch nicht ganz ausgeglichene Lücke gerissen hat, gestattet es nur in Ausnahmefällen, von ihrem Gehalt oder Lohn eine Anleihe zu zeichnen.

   Daß die Arbeiter und kleinen Beamten für die Bonner Volksspende sehr opferbereit eintreten und daß sie ihre Angehörigen im Felde mit Liebesgaben versorgen und bedürftige Angehörigen zu Hause unterstützen, entspricht nach dem Einkommen der Meisten deren möglichsten Höchtstleistungen an vaterländischen Opfern. Wer von uns Beamten und Arbeitern trotz der um 30 – 50 Prozent gestiegenen Haushaltskosten noch in der Lage ist, die neue Kriegsanleihe als sorgsam rechnender Familienvater zu zeichnen, dem sei dies von ganzem Herzen empfohlen. Aber es möge dies geschehen, ohne daß die Angestellten zu ihren Chefs in ein Abzahlungsverhältnis treten müssen, das durch seine lange Dauer drückend wird. Viel wirksamer wäre es natürlich, wenn aus den Kreisen, die durch den Krieg große Vermögen erworben haben oder durch ihre Unternehmungen zum mindesten so gestellt sind, daß die Kriegsteuerung ihre Budgets nicht beeinträchtigt, möglichst reichlich die neue Anleihe gezeichnet würde. Man wird es dagegen den Minderbemittelten nicht verargen, wenn sie nur dann die neue Anleihe zeichnen, wenn sie nach Maßgabe ihrer finanziellen Verhältnisse dies mit gutem Gewissen vermögen. Daß das Volk opferbereit ist, hat es während des Krieges in so glänzender Weise in tausendfältiger Beziehung bewiesen, daß es sicherlich nicht erforderlich ist, ihm noch durch Gehalts- und Lohnabzüge besonders drückende Opfer aufzuerlegen. Ein Familienvater, der zwei Söhne im Felde hat.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Sprechsaal“)

   

Graf Zeppelin ist gestern abend hier angekommen und im Hotel Königshof abgestiegen. Erbleibt bis heute früh in Bonn.

Die Lichtspielkunst hat durch den Krieg auch insofern Einbuße erlitten, als neue gute Filme infolge Personalmangels und aus anderen Gründen wohl kaum hergestellt werden. Unter Berücksichtigung dieses Umstandes hat sich die Leistung des Viktoriatheaters entschlossen, bei der Wiedereröffnung der Spielzeit für den kommenden Winter eine Neuerung einzuführen, die sich zweifellose der Zustimmung der Besucher erfreuen wird. Das Theater wird nur an drei Nachmittagen der Woche, namentlich Samstag, Sonntag und Montagspielen. Die Spieldauer der einzelnen Programme ist eine gute Stunde. Dementsprechend wird der Preis sehr gering angesetzt sein. Daß es trotzdem der Leitung daran liegt, den Besuchern eine Darbietung von unübertroffenem Werte vorzuführen, beweist das Eröffnungsprogramm für die ersten drei Tage. An diesen wird, freilich mit etwas längerer Spieldauer, der einzigartige in seiner Vollendung unübertroffene Film „Spartacus“ zur Darstellung kommen. Es ist dieses ein Gegenstück zu „Quo Vadis“, das in seiner reichen Ausstattung und der Fülle dramatischer Vollendung jenes Prachtstück vielleicht noch überbieten dürfte. Manche Bilder sind in ihrer Wirkung einzigartig. Wer sich einen Genuß bester Art verschaffen will, besuche daher die Eröffnungsveranstaltungen.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

Freitag, 27. August 1915

    

Anzeige im General-Anzeiger vom 27. August 1915Brest-Litowsk gefallen! Die Siegesbotschaft von der Einnahme von Brest-Litowsk, der letzte russischen Festung in Polen, erweckte gestern nachmittag wieder allgemeine Freude. Bald nach dem Eintreffen der Siegesbotschaft läuteten die Kirchenglocken und auch die Fahnen wurden zu Ehren unserer tapferen deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen wieder gehißt.

Ein neuer Rheindampfer. Die Köln-Düsseldorfer-Dampfschiffahrts-Gesellschaft läßt bei Gebrüder Sachsenberg in Köln-Deutz ein neues Personen- und Güterschiff nach Art der „Kronprinzessin Cecilie“ bauen. Der Rumpf liegt bereits im Köln-Mühlheimer Hafen, auch die Kessel sind dieser Tage eingesetzt worden.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

    

Brest-Litowsk. Zu einer wundersamen Symphonie klangen gestern nachmittag die Glocken der Bonner Kirchen zusammen. Sie läuteten zum Siege über Brest-Litowsk. Keine Meldung vom Kriegsschauplatz kam so überraschend, als der Bericht aus dem Großen Hauptquartier, daß das stärkste Bollwerk Russisch-Polens in die Hände der Verbündeten gelangt sei. Noch hatten wir nicht die Nachricht gehabt, daß irgend ein Fort, von der Einnahme von Befestigungen abgesehen, gefallen sei, da kam schon die Drahtmeldung, daß wir bereits in das Kernwerk der Festung eingedrungen und die Russen das riesige Bollwerk preisgegeben hätten. Ebenso überraschend wie bedeutungsvoll ist dieses Ereignis, das in Verbindung mit den starken Erfolgen auf den übrigen Kampfplätzen des Ostens uns mehr und mehr zu der Auffassung hinneigen läßt, daß die Kraft des russischen Bären gebrochen und mit dem Fall von Brest-Litowsk ein neuer bedeutender Kriegsabschnitt beginnt, de uns den endgültigen Sieg über unsere Gegner verbürgt.
  
Möge dem so sein, mögen die Flaggen, die heute wieder auf den Häusern unserer friedlich daliegenden alten lieben Bonns wehen, uns das Zukunftsbild deuten, daß die riesigen Leistungen der verbündeten Heere zum Segen des Vaterlandes und zur Wohlfahrt der gesamten Weltkultur vom vollen Siegespreis in dem großen Weltringen gekrönt werden.

Besichtigungen von Sehenswürdigkeiten durch Verwundete. Den vom Reservelazarettdelegierten Rentner C. Henry allwöchentlich für Donnerstags eingerichteten Besuchen von Sehenswürdigleiten der Stadt Bonn und Umgebung schloß sich gestern ein Ausflug nach Brühl an. Annähernd 800 Verwundete der hiesigen Lazarette besuchten das Brühler Schloß; ein Extrazug führte am Nachmittag dorthin. Nach einem Spaziergange durch den Park vereinte ein kühler Trunk die Soldaten in der Schlossbrauerei. Um ½ 8 langten die Teilnehmer hier wieder an.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

Anzeige im General-Anzeiger vom 27. August 1915Elektrische Bahn nach Dottendorf. Kaum ist die Linie eröffnet, so beginnen auch schon die Klagen, daß der Fahrpreis zu hoch sei und zwar deshalb, weil die Fahrt nach Rheindorf vom Friedrichsplatz aus nur 10 Pfg. koste, nach Dottendorf aber von der Pop­pelsdorfer Alle aus 15 Pfg. Dabei sei die Linie nach Rheindorf nur 50 Meter kürzer als die nach Dottendorf. Bekanntlich kosten drei Teilstrecken 10 Pfg. Jede Teilstrecke ist durch­schnittlich 850 Meter lang. Die Teilstrecke von der Husarenstraße bis Rheindorf, ist aber weil dort keine Haltestelle war, 1000 Meter lang. Und zudem muß doch irgendwo eine Grenze sein. Mit drei Teilstrecken ist die Pützstraße in Kessenich mehr als erreicht, sodaß der Fahrpreis von 15 Pfg. nach Dottendorf mit Recht erhoben wird.
   Berücksichtigt man nun, welche Wertsteigerung der Häuser und des Grundbesitzes in Dot­tendorf durch die Bahn eingetreten ist – daß irgend einer der Grundbesitzer von seinem beanspruchten Eigentum unentgeltlich etwas abgetreten hat, hat man nicht gehört – so muß man sagen, die Dottendorfer hätten eigentlich allen Anlaß, dafür zu danken, daß die Elektrische jetzt bis Dottendorf durchgeführt ist. Für die „armen“ Marktfrauen machen 5 Pfg. bei den heutigen Marktpreisen doch wahrhaftig nichts aus. Und die Beamten und Ar­beiter werden sich sicher nicht beklagen, daß sie im Abonnement etwas mehr bezahlen müssen.
   Dazu kommt, daß die elektrische Bahn für den Stadtsäckel ein Schmerzenskind ist, denn sie beansprucht jährlich noch immer bedeutende Zuschüsse. Ein alter Bonner.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Sprechsaal“)

     

Keine Erweiterung der Landsturmpflicht. Aus vielen Anfragen geht hervor, daß in weiten Kreisen die Meinung besteht, bei der Aenderung des Reichsmilitärgesetzes sei die Erweiterung der Landsturmpflicht über das 40. Lebensjahr hinaus beschlossen worden. Wie das Köln. Tagebl. erfährt, sind die hierüber verbreiteten Gerüchte unzutreffend. Ein solcher Beschluß ist vom Reichstag nicht gefaßt worden und liegt der gegenwärtigen Tagung nicht zur Beschlußfassung vor.

Unberechtigt hohe Pflaumenpreise. Vor einigen Tagen wollte ein Bonner Bürger in einem Orte auf der anderen Rheinseite Pflaumen kaufen. Als er sich nach dem Preis erkundigte, hieß es, der Zentner koste 15 Mark. Auf seine Verwunderung hin wurde gesagt, daß die Pflaumen sonst 5 – 6 Mk. gekostet hätten, es seien aber Händler gekommen, die höhere Preise geboten hätten. Sollte dies der Fall sein, so wäre es an der höchsten Zeit, diesen Preisverteuern doch endlich das Handwerk zu legen. Die Behörde hat Mittel genug dazu, auch ist es jetzt noch Zeit genug.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

Samstag, 28. August 1915

   

Anzeige im General-Anzeiger vom 28. August 1915Mehr türkische Flaggen. Ein Kriegsveteran von 1860 u. 1870/71 bedauert in einem Schreiben an uns, daß in Bonn so wenig türkische Flaggen zu sehen sind. In dem viel kleineren Siegburg würden bedeutend mehr türkische Flaggen gehißt wie in Bonn. Die Dankbarkeit gegen die Türkei sollte in Bonn ebenfalls durch das Zeigen auch der türkischen Fahne bei Siegen bekundet werden.

Das Ergebnis der Bonner Volksspende. Nachdem die umfangreiche Arbeit für die Auf­stellung der Sammellisten beendet ist, läßt sich das Ergebnis unserer Volksspende im we­sentlichen übersehen, und dies Ergebnis kann als recht erfreulich bezeichnet werden. An einmaligen Beiträgen sind 9.172 Mk. zur Verfügung gestellt und durch die Wochenbeiträge wird monatlich ein Betrag von 20.389,50 Mk. unserer Kriegswohlfahrtspflege zu Gute kommen. Es darf festgestellt werden, daß sich die Bonner Bevölkerung im allgemeinen an den Zeichnungen in hervorragender Weise beteiligt hat. Insbesondere verdient Anerken­nung, daß gerade die mittleren und kleineren Leute sich im hohen Maße opferwillig ge­zeigt haben. Dagegen sind besonders hohe Beträge wenig gezeichnet worden, und eben­so ist es infolge der Reisezeit auch nicht möglich gewesen, alle Familien zu besuchen und zur Zeichnung aufzufordern. Das wird jedoch noch geschehen. Es kann nicht oft und ge­nug betont werden, daß die Volksspende unmöglich auf die großen und größten Beträge der Reichen verzichten kann. Jeder soll seinen Beitrag so bemessen, wie es seinem Ver­mögen entspricht; nur dann kann unsere Stadt Bonn in gleicher Reihe mit anderen Städ­ten marschieren und es ist eine Ehrensache für alle Bürger Bonns, dieses Ziel zu errei­chen und damit den Vaterländischen Vereinigungen und vor allen Dingen der Kriegshilfe der Stadt Bonn ebne Wege zu schaffen. Am Montag, den 30. d.M., werden nun die Ein­nehmer ihre Tätigkeit aufnehmen und die Wochenbeiträge einsammeln. Die Einnehmer haben Anweisung, nach Möglichkeit an bestimmten Tagen in demselben Haushalt vorzu­sprechen, so daß jeder sein Scherflein, das er der Volksspende zur Verfügung gestellt hat, schon vorher bereit legen kann. An Alle, die noch nicht in den Listen aufgenommen sind, richten wir aber noch einmal die dringende Bitte, dies dem Geschäftszimmer der Bonner Volksspende im Rathaus mitzuteilen, damit von dort aus das weitere veranlaßt werden kann. Jeder Bonner, ob reich oder arm, ob alt oder jung muß es für seine Ehrenpflicht ge­genüber seiner Vaterstadt betrachten und für eine Dankesschuld gegenüber unseren hel­denmütigen Kämpfern, Mitglied der Bonner Volksspende zu sein.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

  

Anzeige im General-Anzeiger vom 28. August 1915Beschlagnahme von Kriegsbrot und Röggelchen. Seit mehreren Tagen werden durch Polizeibeamte die hier abfahrenden Züge der Rheinuferbahn und der Staatsbahnzüge nach Euskirchen einer Revision unterzogen, um festzustellen, ob städtische Kriegsbrote oder Röggelchen unberechtigterweise von hier mitgenommen werden. In mehreren Fällen fanden die Beamten in den Körben von Frauen, die hier ihre Marktwaren feilgehalten hatten, Brote und auch Röggelchen, die ihnen hier ohne Brotbuch verabfolgt worden waren. Die Backwaren wurden beschlagnahmt und die betr. Frauen sowohl als auch die Verkäufer des Brotes zur Anzeige gebracht.

Mindest- und Durchschnittspreise von Lebensmitteln. Der Oberbürgermeister gibt in einer Bekanntmachung in der heutigen Nummer des General-Anzeigers die Mindest- und Durchschnittspreise von Lebensmitteln für die Zeit vom 15. – 21. August ds. Js. zur allgemeinen Kenntnis. Auch werden in dieser Bekanntmachung die Namen derjenigen Metzger bekannt gegeben, die die Fleischwaren zu den Mindestpreisen verkauft haben. Die Kolonialwaren sind durchweg von den Inhabern zu den Mindestpreisen abgegeben worden.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

    

Anzeige im General-Anzeiger vom 28. August 1915Eine Kriegsprozession der Frauen Bonn’s zum Kreuzberge findet am kommenden Sonntage von der Münsterkirche aus statt. Sämtliche katholische Frauen- und Jungfrauenvereine sind zur Teilnahme eingeladen. Wie die Männerprozession, so soll auch dieser Bittgang sich zu einer gewaltigen Kundgebung katholischen Lebensgestalten. Die Teilnehmerinnen versammeln sich ¼ vor 8 auf dem Münsterplatze. Auf dem Kreuzberge wird der hochw. Herr Franziskanerpater Dostitheus von der Freitreppe der heiligen Stiege aus zu den Frauen sprechen. Bei ungünstiger Witterung wird eine Kriegsandacht mit Predigt in der Münsterkirche stattfinden. Die Prozessionsordnung ist im Anzeigenteil der Zeitung sowie durch Anschlag an den Kirchentüren bekanntgegeben.

Vorsicht beim Radfahren. Heute Nachmittag stieß ein junger Mann, anscheinend ein Handwerkerlehrling, welcher auf seinem Rade aus der Poppelsdorfer Allee in den Venusbergweg einbiegen wollte, mit einem ihm entgegen kommenden jungen Mädchen zusammen. Das Mädchen stürzte mit großer Gewalt zu Boden und jammerte laut vor Schmerzen. Mitleidige Passanten brachte die Bedauernswerte zu der unweit wohnenden Familie. Anscheinend hat sie einen Beinbruch erlitten.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

Sonntag, 29. August 1915

   

Anzeige im General-Anzeiger vom 29. August 1915Spendet Wein für unsere Truppen. Man schreibt uns: Ein überreicher Herbst steht bevor, und wahrscheinlich wird der 1915er auch an Güte den Wein früherer Jahre reichlich übertreffen. Es wird, wenn nicht alle Anzeichen trügen, Mühe kosten, den neuen Wein zu bergen. Raum schaffen für den neuen, das wird jetzt die Losung sein müssen. Unter diesen Umständen wird umso eher die dringende Bitte Gehör finden, sich zu einem vaterländischen Opfer zu entschließen und von den älteren Weinen möglichst reiche Mengen für unsere braven Truppen zu spenden, die mit Leben und Gesundheit die größten Opfer für uns daheim Gebliebene bringen. Mittel zum Ankauf der begehrten Gaben stehen dem Roten Kreuze in ausreichender Menge nicht zur Verfügung. Wir vertrauen aber darauf, daß unsere Tapferen auf die Erquickung, die ihnen ein Schluck Wein nach langen Märschen, nach hartem Kampfe bietet, deshalb nicht zu verzichten brauchen, sondern daß diese bewährte rheinische Freigiebigkeit und Opferwilligkeit ihnen gerne zu solchem Labsal verhelfen werden. An alle, die dazu irgend imstande sind, ergeht daher die herzliche Bitte, dem Mahnruf, der in diesen Worten liegt, zu folgen. Spenden nimmt dankbar entgegen die Abnahmestelle freiwilliger Gaben Nr. 1 für das 8. Armeekorps in Koblenz.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

   

Anzeige im General-Anzeiger vom 29. August 1915Fünfpfennigstücke aus Eisen. Die Reichsfinanzverwaltung ist bekanntlich vom Bundesrat ermächtigt worden, eiserne Fünfpfennigstücke prägen zu lassen, und zwar, wie wir hinzufügen können, bis zum Betrage von 5 Millionen Mark. Demgemäß können also 100 Millionen eiserne Fünfpfennigstücke geprägt und in Umlauf gesetzt werden, wenn ein Bedürfnis dafür vorliegt, was sich heute noch nicht übersehen läßt. Die Stücke werden denselben Umfang erhalten wie die Nickel-Fünfpfennigstücke, aber dicker geprägt werden, damit sie dasselbe Gewicht bekommen wie diese. Auf diese Weise werden auch die Beutel gleicher Größe, in denen die Stücke in den Verkehr gelangen, dasselbe Gewicht aufweisen, einerlei ob sie aus eisernen oder aus Nickelstücken oder aus beiden bestehen. Spätestens nach zwei Jahren nach Beendigung des Krieges sollen die eisernen Stücke wieder aus dem Verkehr gezogen werden. Für die bestehenden Fünfpfennig-Automaten können die neuen Stücke, weil dicker, nicht benutzt werden, wenn die Einwürfe nicht entsprechend vergrößert werden. Für sie müssen also Nickelstücke weiter benutzt werden, Eine Prägung eiserner Zehnpfennigstücke ist nicht beabsichtigt.

Den Schaffnerinnen unserer Straßenbahn hat eine hiesige Dame, die nicht genannt werden will, je ein vaterländisches Abzeichen in Silber zum Geschenk gemacht. Im ganzen wurden 29 Broschen an die Schaffnerinnen verteilt.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

Anzeige im General-Anzeiger vom 29. August 1915

Godesberg, 27. Aug. Ein ergötzliches und wiederum erhebendes Bild bot gestern unsere Jugend, die schon während der ganzen Kriegszeit, namentlich in den jetzigen Herbstferien, an nicht anderes mehr denkt und nichts höher einschätzt, als die Betreibung von Kriegsspielen und soldatisches Exerzieren. Diese kleinen Kerlchen nötigen allen Zuschauern unwillkürlich das größte Interesse ab und zeigen unter sich eine staunenswerte Organisation. In jedem Ortsteile befinden sich derer mehrere Gruppen. Gestern abend nun hatten sich anläßlich der Siegesbotschaft über den Fall der Festung Brest-Litowsk die sämtlichen Ortskompagnien unter ihren einzelnen „Kommandanten“ punkt 8 Uhr auf dem Moltkeplatz eingefunden zur Veranstaltung eines Fackelzuges durch den Ort. Der Höchstkommandierende, ein Kerlchen von 10 Jahren, leitete das Ganze. An der Spitze des wohlgeordneten Zuges durch die Straßen des Ortes wurde eine Dreibundsfahne in den deutsch-österreichisch-türkischen Farben getragen, auf mehreren Fahrrädern saßen stolz achtjährige Knirpse, hintern folgten die kriegsmäßig ausgerüsteten einzelnen Kompagnien mit Fahnen, Kanonen, Krankenwagen, Tragbahren u. dergl. Es war eine Lust, dieses Bild anzusehen, und alles eilte vor die Häuser als Zuschauer. Die Zugschar zählte mehrere Hunderte von vier- bis zehnjährigen kleinen Zukunftshelden, die aus voller Kehle die Soldaten- und Vaterlandslieder gewichtig und begeistert sangen. Nach der musterhaft verlaufenen Ovation, die ohne jede Anleitung von Erwachsenen erfolgt war, endete der Zug gegen 9 Uhr wiederum auf dem Moltkeplatz, wo die Schar auf eine Aufforderung des Höchstkommandierenden hin ein brausendes Hoch auf unseren Kaiser ausbrachte und „Heil dir im Siegerkranz“ sang.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Von Nah und Fern.“)

Ursachen der Teuerung. Ein Gang ins Freie ist belehrend. Er bietet Gelegenheit, manches zu sehen und Stoff zum Nachdenken. Jüngst kam ich an einem Kartoffelfeld vor­bei. Es war eine Spätsorte und das Laub noch ganz grün. Man war aber schon jetzt am Ausmachen. Der Pflug hatte bereits die Hälfte gewaltsam aus ihrer dunklen Wohnung ans ungewohnte Licht befördert; und nun lagen die erst halb zur Entwicklung gekommenen ar­men Schlachtopfer an der Oberfläche. Was der Krieg auf den Schlachtfeldern mit den jun­gen Menschenleben macht, das vollbringt er hier an den Kartoffeln und zwar mit Hülfe der­selben Hand, die sie gepflanzt. Ein Bild grausamer vorzeitiger Zerstörung. Eine Grau­samkeit, die übrigens heute einem jeden Marktbesucher auch noch aus unzähligen Körben voll Aepfeln entgegengrinst. Und das Motiv dieser ruchlosen, jeder Vernunft hohnspre­chenden Handlungsweise? Die Habsucht, welche Nächstenliebe und Gottvertrauen im Herzen des Menschen zerstört. Man berechnet sich heute für einen Zentner unreifer Frucht denselben Preis, wie im Spätherbst für zwei Zentner reifer Frucht. Daß aber von zwei Zentnern doppelt so viel Menschen ernährt werden können, daß ferner die unreife Frucht, wenn nicht, wie bei Obst, eine große Menge Zucker zugesetzt wird, lange nicht so nahrhaft, zudem auch gar nicht aufbewahrungsfähig ist und infolgedessen die Kalamität einer Teuerung nicht gehoben, sondern verschlimmert wird, dahin fehlt den habsüchtigen Menschen jedes Gefühl.
   Wenn solche Krebsschäden in landwirtschaftlichen Kreisen keinen Abscheu hervorrufen und zur Ergreifung von Vorbeugungsmitteln Veranlassung geben, dann dürfte das wohl als höchst bedauerlich empfunden werden müssen. Rektor Joh. Lambertz

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Sprechsaal“)

   

Anzeige in der Deutschen Reichs-Zeitung vom 29. August 1915Bringt das Gold zur Reichsbank. Obgleich feststeht, daß sich noch hunderte von Millionen Mark an Goldmünzen in den Händen des Publikums befinden, haben die Rückflüsse in die Kassen der Reichsbank in den letzten Monaten ganz erheblich nachgelassen. Es ergeht daher von neuem die dringende Aufforderung, vorhandene Goldmünzen – und sei es nur eine 10-Mark oder ein 20-Mark-Stück – sobald als möglich bei der Reichsbank umzutauschen. Niemand möge denken, daß es auf seine Goldmünzen nicht ankomme; jedes einzelne Stück ist von Wichtigkeit. Auch diejenigen, welche Goldmünzen einsammeln, werden gebeten, in ihrer Tätigkeit nicht zu erlahmen und nicht eher zu ruhen, als bis die letzte Goldmünze aus ihrem Versteck herausgeholt und der Allgemeinheit nutzbar gemacht ist. Angesichts der herrlichen Waffentaten unserer tapferen Streiter, muß es für alle zu Hause Gebliebenen eine Ehrenpflicht sein, hinter der Front an der finanziellen Rüstung des Vaterlandes mitzuarbeiten, wozu auch die Ablieferung der Goldmünzen an die Reichsbank gehört. Jeder suche daher auf diese Weise im Eifer für des Reiches Wohl den Helden draußen im Felde gleichzukommen.

Noch kein Wegziehen der Schwalben! Man konnte während der letzten Tage vielfach beobachten, wie ganze Scharen Schwalben auf Telephon- oder Telegraphendrähten sich ansammelten und zwitschernd hin und her flogen. In der Zoologie Unkundige deuteten daraus, daß die leichten Segler der Lüfte sich schon zu ihrem Zig nach Süden (Afrika) rüsteten. Dem ist aber nicht so, denn bekanntlich verlässt die Schwalbe erst Ende September unseren Breitengrad, um in wärmerem Klima zu überwintern, und zwar ist meistens der Michaelistag der Tag ihrer Abreise. Höchstens wenn sich abnorm früher und kalter Winter einstellt, so ziehen sie schon gegen den 21. September weg. Der berühmte Naturforscher Brehm setzt auch die Zeit ihrer Abreise auf Ende September. Gemüter, welche aus obigem Gebahren der Schwalben ihren Wegzug oder den nahenden Winter befürchten, mögen sich deshalb beruhigen. Diese Ansammlungen auf den Telegraphendrähten sind nur Flugübungen, welche die alten Schwalben mit ihrer jungen Brut machen.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

Montag, 30. August 1915

   

Kastanien als Viehfutter. Zu unsere r Mitteilung, daß der Landwirtschaftsminister angeordnet habe, die Eicheln und Bucheckern in den Forsten der Volksernährung und der Viehzucht nutzbar zu machen, schreibt uns ein Landwirt, daß auch die wilden Kastanien, die in Bonn im Hofgarten und in der Poppelsdorfer Allee massenhaft wachsen, als Viehfutter verwendet werden sollten. Die Kastanien müßten rechtzeitig gesammelt werden, ehe sie, wie es leider bisher immer geschehen ist, zertreten oder von den Kindern als Spielzeug benutzt werden. Wir müssen alles ausnutzen und in allem sparen, denn der Winter ist lang.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

  

Anzeige im General-Anzeiger vom 30. August 1915Die Kriegswallfahrt der Bonner katholischen Frauen nach dem Kreuzberg. Vor Wochen waren schon die Männer hinaufgezogen mit ernsten Gesichtern unter frommem Gebet, hatten den Worten und Wahrheiten des geistlichen Redners gelauscht und waren ernster noch hinabgekommen. Männer war da hinaufgewallt, denen der Schrecken des Krieges noch bevorstand, Männer, die ihn gekostet, Verwundete, die schon schwer unter seiner Geißel gelitten.
   Gestern wallfahrten die Frauen und Mädchen, die in ihrer Art nicht weniger unter dem Krieg leiden, die vielfach ihr Leben lang unter seiner Last zu tragen haben. So waren denn sorgenvoll, tiefernst alle Züge, gramdurchfurcht viele Gesichter, dunkel waren durchweg fast Kleid und Hut. Aber wie das Frauengemüt ist, trotz Schmerz und vielfach harter Not klangen weich und innig die Gebete, zuversichtlicher, hoffnungsfreudiger die frommen Lieder. Sie hallten wider und fingen sich in den breiten Wipfeln der Poppelsdorfer Allee, in den Straßen von Poppelsdorf, die schon so manches Jahrhundert die Gebete frommer Kreuzbergwaller gehört, Pilger in allen Nöten und von Gram geschüttelt, gesehen. Not lehrt beten, lehrt inniger beten, das bezeugten gestern wieder einmal die Tausende, die in Prozession zum Kreuzberg zogen. Kurz vor 3 Uhr riefen die Glocken vom hohen Münsterturm zur Sammlung. Ihr eherner Ruf fand schon die Straßen um das altehrwürdige Gotteshaus dicht von Teilnehmerinnen besetzt. So zogen die Tausende, geführt von der hochwürdigen Pfarrgeistlichkeit, an ihrer Spitze Oberpfarrer Dechant Böhmer denn zum Kreuzberg. Die Spitze muß am alten Wallfahrtskirchlein gewesen sein, da hatte der Schluß noch nicht das Münster verlassen; der weite Platz um und vor dem Kreuzbergkirchlein war dicht mit Pilgern besetzt, und noch immer war kein Ende der gewaltigen Prozession in der Bergstraße unter den Nußbäumen abzusehen, so stark war die Beteiligung an dieser Kriegswallfahrt. Tausende waren es.
   Am großen Kreuz droben am Kirchlein war ein schlichter Altar errichtet. Kurze Andacht hier und dann bestieg Pater Dositheus die Kanzel und sprach zu den Tausenden von Frauen und Mädchen vom Krieg, von Glauben und Unglauben, von Sitte und Unsitte in Mode und Leben, die in vielen Kreisen zur nackten Unsittlichkeit geführt, von der katholischen Familie, vom Vaterlande und von einem ehrenvollen Frieden und freudigem Wiedersehen. Der Krieg mußte kommen; er hatte seine Wurzeln im Unglauben, in Unsittlichkeit und Habsucht; Gebet, frommer Christenglaube, gute Sitten und Wohltun hätten zu Gott dem Lenker aller Geschicke um Abwendung dieser Völkergeißel zu flehen. Mit Gottvertrauen seien die Schicksalsschläge des Krieges aufzunehmen, so hart sie auch den Einzelnen und scheinbar ungerecht ihn träfen. Gott werde nach der harten aber notwendigen Prüfung das Uebel auch wieder von uns nehmen. Das deutsche Volk werde die Läuterung überstehen und nach einem gerechten Siege winke dann auch ein dauerhafter Friede. Mancher hoffnungsvolle Sohn, ehrbare Familienväter, seien freudig hinausgezogen in den Kampf für das Vaterland. Viele von ihnen ruhten nun schon in fremder Erde, ihr Wiedersehenswunsch sei verhallt, ohne in Erfüllung gegangen zu sein. Da sei namenloser Schmerz in Hütten der Armen und Häuser der Reichen eingezogen. Kein Schmerz sei aber so groß, daß er nicht Linderung im Gebet erfahre. In heißem Flehen um baldigen Frieden verklang die gewaltige Sprache des hochwürdigen Kanzelredners.
  Anzeige im General-Anzeiger vom 30. August 1915 Zu den vielen Pilgerinnen, die nicht mehr im Stimmbereich des Paters Dositheus standen, sprach dann Pfarrer Dr. Custodis von der Elisabethkirche herzhafte Worte, erinnerte an das Gottvertrauen unseres großen Hindenburg, erinnerte an das Kreuz, das unser Erlöser für uns alle getragen, und mahnte zum Aushalten und Gottvertrauen, was dieser Krieg auch an Leid bringen möge. So fanden auch diese Abseitsstehenden einen geistlichen Trostspender und auch sie konnten vom Kreuzberg wandern aufgerichtet durch Andacht und Gebet.
   Dann erklang ein lieblicher Frauenchor, der die gedrückten Herzen emporhob zu Gott. Mächtig hallten die Worte des sakramentalen Segens über die Andächtigen, die in die Knie gesunken, und dann brauste die ewig junge hinreißende katholische Hymne „Wir sind im wahren Christentum“ aus Tausenden von Kehlen über die Baumwipfel und mischte sich mit dem Donner eines heraufziehenden Gewitters.
   Unter strömendem Regen, zuckenden Blitzen und Donnerrollen zogen die Pilgerinnen dann zu Tal, der Münsterkirche zu. In ihr, die im Laufe der Jahrhunderte schon so manches Flehen um Abwendung der Kriegsnot und um Frieden gehört, beendete eine kurze Andacht die weihevolle Wallfahrt.

Böswillige Feuermeldung. Gestern morgen wurde die Feuerwehr nach der Meckenheimer Allee gerufen. Bei ihrem Eintreffen mußten die Wehrleute erfahren, daß sie böswillig alarmiert worden waren. Kinder hatten die Schutzscheibe an dem Feuermelder Ecke Meckenheimer Allee und Herwarthstraße zertrümmert und den Feuermelder in Tätigkeit gesetzt. Leider sind die jugendlichen Taungenichtse unerkannt entkommen.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

   

Das Viktoriatheater hatte mit seinen Eröffnungsvorstellungen am Samstag und Sonntag einen vollen Erfolg. Der Besuch war ein überaus guter. Dies war in erster Linie dem dargebotenen unübertrefflichen Kunstfilm „Spartakus“ zuzuschreiben, dessen Vorführung allseitige Bewunderung fand. Auch heute nachmittag bietet sich noch Gelegenheit, dieses seltene prachtvolle Lichtspiel besuchen zu können.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

Dienstag, 31. August 1915

   

Der Verein zur Bekämpfung der Tuberkulose hat gestern nachmittag unter dem Vorsitz von Geheimrat Doutrelepont seine Mitglieder-Versammlung abgehalten. (...) Trotz des Krieges setzte der Verein, wenn auch in beschränktem Umfange, seine Tätigkeit fort. 50 Lungenkranke wurden mit einem Kostenaufwand von 1792 M. in Erholungsstätten untergebracht. 19 Familien erhielten Barunterstützungen von zusammen 678 M. Insgesamt wurden für Unterstützungen 2908,64 Mark ausgegeben. (...) Es wurde beschlossen, von dem 3399 M. betragenden Bankguthaben 2000 M. für die dritte Kriegsanleihe zu zeichnen. (...) Beigeordneter Dr. von Gartzen teilte mit, daß die Tages-Erholungsstätte in Grau-Rheindorf zu Beginn des Krieges geschlossen werden mußte, weil die Aufrechterhaltung des Betriebes aus verschiedenen Gründen nicht möglich war. In der allernächsten Zeit werde sie zur Aufnahme nervenkranker Soldaten wieder eröffnet werden. (...)

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

  

Anzeige im General-Anzeiger vom 31. August 1915Die Felddiebstähle nehmen trotz scharfen Aufpassens immer mehr zu. Einem Anbauer im westlichen Stadtteil wurde fast ein Drittel seiner gesamten Kartoffelernte gestohlen. Am Samstag abend gelang es einem Feldhüter von Endenich, einen Kartoffeldieb auf frischer Tat abzufassen.

Das Städtische Viktoriabad ist in der Zeit vom 1. September bis 31. März von vormittags 8 bis nachmittags 1 Uhr und von nachmittags 3 bis 8 Uhr geöffnet. Die Volksbadeabende Mittwochs und Samstags beginnen nachmittags um 5 ½ Uhr und dauern bis 8 Uhr.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

Godesberg, 31. Aug. Die helfende Liebe ist auf mancherlei Weise in unserer Gemeinde am Werk, Nöte zu lindern und Wunden zu heilen, die der Krieg schlägt. Schon früher wurde fast jährlich eine beschränkte Anzahl kränklicher Kinder, deren Eltern nicht in der Lage waren, durchgreifende Hülfe für die Stärkung und Festigung der Gesundheit ihren Kindern angedeihen zu lassen, nach Kreuznach gesandt, damit sie dort Solbäder nehmen und durch zweckentsprechende Ernährung ihre Gesundheit kräftigen konnten. In der alten Weise konnte dies in der Kriegszeit nicht ausgeführt werden, weil die Anstalten in Kreuznach in Lazarette umgewandelt sind und Raum für die Aufnahme von Kindern nicht mehr vorhandne ist. Aber die Liebe macht erfinderisch und fand auch hier einen Weg. Eine Dame unserer Gemeinde hat in liebenswürdiger Weise die Badezimmer ihres Hauses zur Verfügung gestellt: Die Zutaten für Solbäder werden nach hier besorgt, und die Kinder werden vormittags gebadet. Nach dem Bad ruhen die Kinder und erhalten dann Milch. Nachdem sie bis 12 ½ Uhr durch Vorlesen und Erzählen unterhalten worden sind, werden sie in das Godesberger Volksspeisehaus (ehemals Gasthof Hüttenrauch) geführt und erhalten hier kräftige Kost. Die Wirkung der Bäder und der guten Pflege zeigt sich schon bald in der zunehmenden Kräftigung der Kinder. Es ist dies nicht allein ein echt christliches Liebeswerk, sondern es liegt auch im vaterländischen Interesse. Angesichts der großen Menschenopfer, die der Krieg von uns fordert, ist es vaterländische Pflicht, alles zu tun, um die Volkskraft zu erhalten und zu stärken. Es werden jetzt täglich zwanzig Kinder nach der geschilderten Weise hier gepflegt.

Anzeige im General-Anzeiger vom 31. August 1915Godesberg 30. Aug. Wir brachten in unserer Sonntagsnummer eine Notiz, daß die Godesberger Jugend anläßlich der Siegesbotschaft über den Fall der Festung Brest-Litowsk einen Fackelzug veranstaltet habe. Es hieß darin, daß die Veranstalter alles Kerlchen von vier bis zehn Jahren gewesen seien und daß auch der Höchstkommandierende, der das Ganze leitete, zehn Jahre alt gewesen sei. Zwei „Unteroffiziere“ der Ortskompagnie teilen uns berichtigend mit, daß sie keine Kerlchen von vier bis zehn Jahren seien, sondern daß der jüngste sechs Jahre alt ist. Der Herr Oberst sei auch nicht zehn Jahre alt, sondern 15 Jahre, und die Jungen, die auf den Rädern gesessen hätten, wären 12 Jahre alt. Trotzdem die Herren Unteroffiziere nicht mit dem Preßgesetz gedroht haben, halten wir uns zur Berichtigung verpflichtet. Recht muß Recht bleiben.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Von Nah und Fern.“)

  

Anzeige im General-Anzeiger vom 31. August 1915Reicher Obstertrag. Der wirt Wilhelm Werker, Hatschiergasse 6, hat in seinem Garten von einem Baum Birnen geerntet, die meist über 500 Gramm das Stück wiegen, eine erreichte sogar ein Gewicht über 600 Gramm.

Vernagelungsfigur. Daß unsere Feldgrauen an allen Ereignissen und Fragen, die ihre Heimat betreffen, regen Anteil nehmen, beweist eine an uns gerichtete Zuschrift, in der mehrere Bonner Feldgraue den Vorschlag machen, zur Benagelung ein Standbild irgend eines der bekannten Bonner Originale aus früherer Zeit zu wählen.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

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