Bonn 1914-1918
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Mittwoch, 26. August 1914

Am Vortag hatte in Belgien die Festung Namur kapituliert. Die Universitätsstadt Löwen samt der weltberühmten Bibliothek war durch deutsche Truppen zerstört worden.

 

Ungefähr 900 Kriegsfreiwillige und Ersatzreservisten haben gestern morgen gegen ½11 Uhr auf dem Kasernenhof der IAnzeige im General-Anzeiger vom 26. August 1914nfanteriekaserne den Fahneneid geleistet. Vorher hatten in den Kirchen Gottesdienste stattgefunden. In der Münsterkirche hielt Herr Oberpfarrer Dechant Böhmer an die Soldaten eine zu Herzen gehende Ansprache.
In der altkatholischen Kirche fand, gleichzeitig wie auch im Münster und in der Schlosskirche, am Dienstag morgen die kirchliche Vorbereitung der Kriegsfreiwilligen zur Vereidigung statt. Pfarrer Prof. Dr. Mühlhaupt hielt dabei eine eindrucksvolle Ansprache über das Apostelwort. „Fürchtet Gott, Ehret den König!“

Deutsche Staatsangehörige aus Belgien , die dort entweder ausgewiesen wurden und flüchteten und sich in Bonn aufhalten, werden vom Polizeiamt gebeten, sich möglichst bald dort – sofern es noch nicht geschehen ist – zu melden und ihre Schadenersatzansprüche oder dergl. anzugeben.

Belgische Grausamkeiten. Ein aktiver Hauptmann sandte folgende Feldpostkarte nach Bonn:

Julémont, 17 Aug. 1914. Lieber Vater! Seit gestern bin ich in Belgien. Stimmung und Begeisterung vorzüglich. Gegend herrlich, Bevölkerung aber hundsgemein. Unsere Leute sind an allen Enden angeschossen und gemein ermordet worden; dafür sind ganze Straßen von Städten und ganze Dörfer angezündet. Hier haben wir auch Teile von Menschen und Ausrüstungsgegenstände gefunden. Sechs Dorfbewohner sind schuldig befunden worden, unsere Leute ermordet zu haben. Wahrscheinlich werden sie morgen erschossen und das Dorf angezündet.

[Am 18. August wurden von deutschen Truppen in Julémont 12 Männer hingerichtet und 27 Gebäude, darunter die Kirche, niedergebrannt.]

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

 

Türkische, deutschfreundliche Gesinnung zeigt sich überall. St. Vitos, der Geschäftsinhaber der Türkischen Zigarettenfabrik in Bonn, schenkte für die verwundeten Soldaten dem Roten Kreuz für einige Hundert Mark Tabak.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

 

Wir sind kurz vor Mezieres, einer französischen Festung, deren Sturm wohl hauptsächlich von unserer ausgezeichneten Artillerie besorgt wird. Die Franzosen sind in wilder Flucht. Sie ziehen durch die Dörfer vor uns her und schreien »sauve qui peut«. Ich glaube, Lothar [Lothar Erdmann, Freund der Familie Macke, als Kriegsfreiwilliger seit dem 5. August beim Militär] hat nicht mehr viel zu tun.

(August Macke an seine Familie, Feldpostkarte)

Donnerstag, 27. August 1914

Am Mittwoch hatte die Schlacht bei Tannenberg begonnen.

 

Gegen Preistreiberei auf dem Arbeitsmarkt richtet sich folgende städtische Bekanntmachung: In letzter Zeit sind der städtischen Armenverwaltung wiederholt Fälle mitgeteilt worden, daß kräftige Tagelöhner, die 4 Mark täglich verdienen, ihren Arbeitgebern erklärt haben, sie arbeiteten nicht unter 5 Mark täglich, in einem Falle wurden sogar 6 Mark Tageslohn verlangt. Alle Arbeitgeber, denen derartige Forderungen gestellt werden, wollen die Namen der Arbeiter der städtischen Armenverwaltung mitteilen, damit gegebenenfalls entsprechend verfahren werden kann.

In der Verlustliste Nr. 9 wird als leicht verwundet angeführt Musketier Joh. Fuß aus Bonn-Endenich vom Infantrie-Regt. Nr. 70 (Saarbrücken) 7.Komp.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Städtische Nachrichten")

 

Französische Gefangene kommen, so wird uns geschrieben, jetzt häufiger durch Bonn. Gestern Mittag gegen 11 Uhr kam wiederum ein Zug französischer Gefangener durch unsere Station. Der Zug hielt hier eine halbe Stunde. Im ganzen befanden sich 261 Gefangene in dem Zuge. Im allgemeinen machen die Franzosen keinen guten Eindruck. Es sind meistenteils kleine Gestalten, die den meisten deutschen Soldaten nicht bis an die Schulter reichen. Im übrigen ist ihre Kleidung und Ausstattung sehr mangelhaft. Im Vergleich mit den deutschen Soldaten und ihren soliden Uniformen sehen die Gefangenen geradezu verwahrlost aus.

Auch in der Synagoge wurden durch Herrn Rabbiner Dr. Cohn die jüdischen Kriegsfreiwilligen auf den Fahneneid vorbereitet.

Anzeige in der Deutschen Reichs-Zeitung vom 27. August 1914Kriegsunterstützung. Der Reichszuschuß beträgt für die Sommermonate (Mai – Oktober) mindestens 9 Mk., in den übrigen Monaten 12 Mk. Für die Ehefrau und 6 Mk. für jedes Kind unter 15 Jahren sowie die anderen berechtigten Personen (Verwandte in aufsteigender Linie und Geschwister, sowie Kinder über 15 Jahren, sofern sie von Einberufenen unterhalten wurden). Die Beträge sind in halbmonatlichen Raten vorauszuzahlen durch die Zahlstelle Bonn-Mitte. Jeder, dem die Kriegsteilnehmerunterstützung bewilligt worden ist, erhält hierüber eine Ausweiskarte vom städtischen Militärbureau.

Ein größerer Truppentransport verwundeter Soldaten ist gestern morgen hier eingetroffen. Es handelte sich meistenteils um leichter Verwundete, die auf Straßenbahnwagen zu den verschiedenen Lazaretten und Krankenhäusern übergeführt wurden. Unter den verwundeten befanden sich Soldaten aller Truppengattungen.

Bonner Jugend! Unserer Jugend soll es gewiß nicht verargt werden, wenn sie sich draußen in frischer Luft, anstatt im Zimmer vergnügt. Und sicher freut man sich über die Jugend und ihre jetzt aktuell gewordenen Kriegsspiele. Solange diese Spiele Jungdeutschlands mit Franzosen, Russen oder Engländern kindlich blieben, hatte Niemand hiergegen etwas einzuwenden. Da aber merkte die Jugend, daß man ihr zuschaute und sich über das Spiel freute. Jetzt änderte die Jugend die Taktik, sie spielte nicht mehr für sich, sondern für die Erwachsenen. Dabei sind die Spiele ausgeartet und es kam Roheit und wüster Lärm in das kindliche Treiben. So sieht der Erwachsene das Treiben auf der Straße, insbesondere im Hofgarten, Alten Zoll, Baumschul-Wäldchen, Nussallee, Rheinanlagen, kurz an allen größeren Plätzen mit steigenden Unmut. Bliebe es bei dem Spiel, ginge es noch an. Aber in ihrer kriegerischen Stimmung vergreift sich die Jugend auch an städtischem und privatem Eigentum. So werden die Rasen- und Blumenbeete zertreten, Zweige, ja ganze Aeste von Bäumen und Sträuchern abgerissen, Obstbäume geplündert und dergleichen Unfug mehr. Gutes oder ernstes Zureden nutzt nichts. Die Jugend wird obendrein noch frech. Im Hofgarten treiben die Kinder es so toll, daß den Ruhesuchenden, insbesondere Soldaten, die leichtverwundet in hiesigen Lazaretten untergebracht sind und in den Anlagen spazieren gehen, der Aufenthalt dort verleidet wird. Im Interesse der gesamten Bürgerschaft dürfte hier Abhülfe oder doch Einlenkung des wüsten Treibens in ruhigere, anständigere Bahnen geboten sein.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

 

Deutsche Sprachreinigung. (...) Der Allgemeine Deutsche Sprachverein arbeitet schon lange und mit nachweisbar gutem Erfolge an der Beseitigung aller Fremdwörter, die sich durch gute deutsche Worte ersetzen lassen. Der Verein darf die in diesen Anzeige in der Deutschen Reichs-Zeitung vom 27. August 1914Tagen aufgetretene erfreuliche Verdeutschungsbewegung als eine Frucht seiner jahrelangen Bemühungen ansehen. Seinem weiteren planvollen Vorgehen wird es auch gelingen, das deutsche Volk allmählich zu der Einsicht zu bringen, daß es ein Schimpf für unsere Sprache und damit für unser deutsches Empfinden ist, wenn wir unsere so schöne und reiche Sprache mit fremden, besonders französischen Wörtern verschandeln. Adieu ist grade eins der geschmacklosesten und wird nur noch von gedankenlosen Leuten gebraucht; langes Leben ist ihm in unserer Sprache sicher nicht mehr beschieden. Der Franzose gebraucht es übrigens garnicht in der bei uns üblichen Weise; das macht die Sache für uns nur beschämender.
Wer also noch ein wenig weiter blicken kann als nur unmittelbar auf die uns ja am nächsten anliegenden kriegerischen Ereignisse; wessen gut deutsch gesinnter Mut den nicht leichten Kampf um die Reinhaltung unserer Muttersprache selbstbewusst aufnehmen will; der tue es ohne Spielerei aus vaterländischer Ueberzeugung. Also fort nicht nur mit dem törichten Adieu, sondern auch mit allem übrigen fremden Flitterwerk in deutscher Rede und Schrift!
Dr. Hans Krieg,
Vorsitzender im Bonner Zweigverein des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins.

Einquartierung. Notschrei eines Fabrikarbeiters. Ich bin Fabrikarbeiter und arbeite von Anfang des Krieges nur halbe Tage; ich bin verheiratet, habe drei Kinder von 13, 10 und 7 Jahren und 4 Räume gemietet, was doch für meine Haushaltung nicht zuviel ist. Jetzt soll ich auch noch 2 Mann Einquartierung bekommen. Ich möchte doch die Stadtverwaltung bitten, einem armen Arbeiter, der jetzt noch nicht einmal die Miete zahlen kann, mit der Einquartierung zu verschonen. Es gibt doch noch genug Leute, welche besser die Mittel dazu haben, als ein Fabrikarbeiter. K.Z.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Sprechsaal“)

 

Ein Zug mit verwundeten Soldaten traf gestern hier ein. Es waren meist belgische und französische Soldaten, auch einige Zuaven befanden sich darunter.

Unbezwingliche weibliche Neugier. Unzählige Frauen, Mädchen und Kinder standen gestern Vormittag vor dem Johannishospital und wartete auf verwundete Soldaten, die man dorthin bringen sollte. Es ist tief bedauerlich, daß ein Teil unserer Frauen immer noch nicht zur Einsicht gekommen ist und ihre Neugierde beherrscht. Es handelt sich doch nicht um ein Schauspiel, dessen Anblick man sich nicht entgehen lassen dürfte. Jeden Verwundeten muß es schmerzlich berühren, wenn er Gegenstand der Neugierde wird. Unsere tapferen Soldaten haben das aber nicht verdient. Man sieht zumeist solche Weibsbilder, an deren Kleidung und Aeußerm man gleich erkennen kann, daß sie besser täten, in diesen ernsten Tagen der Not zu arbeiten, anstatt Maulaffen feil zu halten. Da bis jetzt alle Ermahnungen fruchtlos geblieben sind, wäre es vielleicht angebracht, sämtliche Teilnehmer an einem solchen Menschenauflauf, der stets verkehrsstörend wirkt, auf Grund unserer Polizeiverordnung über Verkehrsstörung auf Straßen und Plätzen zu bestrafen. Vielleicht lernen sie es dann auf diesem Wege. Es tut dringend Not.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

Freitag, 28. August 1914

 

Keine Überführung von Leichen Gefallener in die Heimat. Es laufen bei der Heeresverwaltung von Zeit zu Zeit Anträge zur Ueberführung von Leichen gefallener Krieger in die Heimat ein. Diese Erlaubnis kann, wie das Wolffsche Büro mitgeteilt hat, leider nicht erteilt werden. Es liegt in der Natur der Kriegsverhältnisse, daß die Bahnen in jetziger Zeit gerade im Operationsgebiet durch Verwundeten-, Gefangenen- und andere Transporte in Anspruch genommen sind. Die Angehörigen gefallener Krieger werden im patriotischen Empfinden die Maßnahmen verstehen, auch wenn ihr Wunsch unerfüllbar ist.

Hofrat Beck ist in seinem Münchener Volkstheater in Anzensgrubers „Pfarrer vom Kirchfeld“ als „Wurzelsepp“ zum ersten Mal als Darsteller vor das Münchener Publikum getreten. Daß man auch in München die Darstellungskunst unseres langjährigen Theaterleiters zu würdigen versteht, bewies der starke Beifall, den dieser prächtige „Wurzelsepp“ hatte. (...)

(Bonner Zeitung, Rubrik „Städtische Nachrichten")

 

Sämtliche Reservisten ersten und zweiten Aufgebots aller Waffengattungen des Landwehrbezirks Bonn haben sich am Freitag Anzeige in der Deutschen Reichs-Zeitung vom 28. August 1914den 4. September, vormittags 8 Uhr, zur Kontrolle auf dem Reitplatz an der Loékaserne auf der Rheindorferstraße zu melden und ihre Militärpapiere mitzubringen. Nicht zu stellen haben sich Leute, die in ihrem Militärpaß als dauernd felddienstunfähig oder nur garnisonsdienstfähig bezeichnet sind, oder die vom Waffendienst zurückgestellten oder als unabkömmlich anerkannten Personen.

Ein großes Wohltätigkeits-Konzert für die Angehörigen der zur Fahne einberufenen Bonner Bürger veranstaltet, wie bereits bekanntgegeben, der Bonner Männer-Gesangs-Verein und die Bonner Liedertafel. Ursprünglich war von jedem der genannten Vereine ein Sonderkonzert vorgesehen. Im Interesse der guten Sache aber haben sich beide Vereine zu einem gemeinsamen Konzert zusammengeschlossen. Dadurch wird aller Voraussicht nach auch der finanzielle Ertrag stärker. Eine besondere Anziehungskraft erhält das Konzert durch die Mitwirkung von Frau Elly Ney-van Hoogstraten und des Städtischen Orchesters. Das Konzert findet im Bonner Stadttheater statt. Auch bei dieser Gelegenheit wird unsere Bürgerschaft sicher ihren Opfersinn dokumentieren.

Der jüngste Rekrut. Auswärtige Blätter verbreiteten in diesen Tagen Nachrichten von den jüngsten Rekruten, die ins Heer eingetreten sind. Dabei wurde erwähnt, daß der jüngste Rekrut am 7. Mai 1898 geboren sei und Heinrich Voß heiße. Demgegenüber dürfen wir zu unserer Freude feststellen, daß sich der jüngste Rekrut beim Rekruten-Depot des hiesigen Infanterie-Regiments Nr. 160 befindet und grade ganze 15 Jahre alt ist. Der jüngste Vaterlandsverteidiger – übrigens ein strammer und schmucker Kerl – ist am 29. Juni 1899 als der Sohn des Diplom-Ingenieurs Peter Ritzen in Düren geboren und ist als Kriegsfreiwilliger beim hiesigen Infanterie-Regiment eingetreten. Er wird jetzt sein Notexamen machen und damit zum „Einjährig-Freiwilligen“ avancieren. Der Bruder dieses jungen Soldaten steht übrigens als Kriegsfreiwilliger und Leiter des Autoparks in Aachen.

Mehrere hundert verwundete Franzosen sind in der vergangenen Nacht von der Westgrenze nach Bonn transportiert worden. Die Verwundeten (meistens Leichtverletzte) wurden vorläufig am Güterbahnhof in der Lazaretthalle untergebracht.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

 

Nochmals die Einquartierung! Dieser Tage war ein Angestellter der Stadt bei mir und einem meiner Verwandten und forschte nach der Anzahl und Einteilung der Zimmer, um Einquartierung unterzubringen. Ein solches Verfahren trifft natürlich die Zimmervermieter, die jetzt kein Verdienst haben, besonders hart. Gestern war an dieser Stelle zu lesen, daß man einem auf halbem Verdienst gesetzten Arbeiter, der mit seiner dreikindrigen Familie eine kleine Vierzimmerwohnung inne hat, auch noch zwei Mann Einquartierung aufgebürdet hat. Es drängt sich da einem unwillkürlich die Frage auf, ob in den Villen im südlichen Stadtteil die Einquartierung auch immer nach der Zahl der Zimmer berechnet wird. Die einzig richtige Verteilung der Einquartierung ist die nach dem Steuersatz, wie sie auch in anderen Städten gehandhabt wird. Nicht die Unbemittelten, sondern die Begüterten müssen die Last der Einquartierung tragen, denn sie allein sind in der Lage, einen Mann bei der für die Lebensmittelpreise der Stadt unzureichenden Vergütung ordentlich zu verpflegen. C.H.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Sprechsaal“)

 

Wir liegen hier auf dem Bauch, Walter und ich, und schreiben Ansichtskarten. Vor uns wird feste mit Kanonen geschossen. In den letzten Tagen hatten wir allerhand Ruhe. Ich erhielt von Dir einen Brief vom 16ten und war sehr froh darüber.          

(August Macke an seine Frau Elisabeth, Feldpostkarte)

Samstag, 29. August 1914

Ein Seegefecht mit einem britischen Geschwader bei Helgoland hatte am Freitag der deutschen Flotte starke Verluste beschert. Die deutsche Kolonie Togo war von Briten besetzt worden.

 

Ein Matrosenbrief: Von befreundeter Seite wird uns der Brief eines Obermatrosen d. R. zur Verfügung gestellt, dessen frischer, kampfesfroher und zuversichtlicher Ton bezeichnendfür die ausgezeichnete Stimmung unserer Marine ist:

Sehr geehrter Herr! (...) Ich denke augenblicklich an den Sonntag, der meiner Ankunft hier auf Helgoland vorausging, an dem ich in Ihrem Hause schöne Stunden verleben durfte, an dem ich mit Ihnen vom Ernst-Moritz-Arndt-Denkmal aus auf den Rhein schaute, das Herz voll von den Ereignissen, die diesem Völkerkriege vorausgegangen. „Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte“. Wir sprachen noch davon, jetzt ist dies stolze Wort in jedermanns Munde. Jetzt ist er da, der große Volkskrieg, Deutschland ist einig und jeder Deutsche willig, sein Blut für die gute Sache zu geben. (...)“

An unsere deutschen Frauen! Wir werden um die Aufnahme folgenden Aufrufs ersucht: „Durch den jäh über uns hereingebrochenen Krieg sind viele unserer Schwestern in große Not geraten. Es ist festgestellt, daß manche Frauen und Mädchen hungern. Das soll und darf nicht sein. Wir wollen uns in dieser schweren Zeit fest zusammenschließen und diese über uns hereingebrochene Not zusammen tragen, wie sich’s für echte deutsche Frauen geziemt. Es soll keine Almosen sein, die wir geben, wir wollen nur einen Weg suchen, zu helfen, bis die Wege geebnet sind, welche dauernd Hilfe schaffen. Wer in Not ist, wende sich vertrauensvoll an die Geschäftsstelle der Bonner Ztg. zur erfragenden Adresse.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Städtische Nachrichten")

 

Anzeige im General-Anzeiger vom 29. August 1914Ein 16jähriger Kriegsfreiwilliger. Der Sohn eines bekannten Bonner Bürgers, H. Scharrenbroich, zog gestern mit der Infanterie an dessen Bestimmungsort. Er wurde am 12. Juni 1914 erst 16 Jahre alt.

Der B. M.-G.-V. Apollo gibt Samstag Nachmittag auf der Kasselsruhe ein Wohltätigkeitskonzert zum besten des Roten Kreuzes. In Anbetracht der guten Sache wäre ein zahlreicher Besuch zu wünschen.

Eine jugendliche Diebesbande hat seit längerer Zeit in Bonn und Umgebung ihr Unwesen getrieben. Gestern standen fünf jüngere Leute, die sich bei diesen Diebesstreifzügen in besonderem Maße beteiligt haben, vor der Strafkammer. Die Angeklagten hatten in mehreren Fällen der im Bau befindlichen Artillerie-Kaserne einen Besuch abgestattet und dort Rohmaterialien weggeschleppt und verkauft. Ebenso hatten sie aus einer hiesigen Badeanstalt Wäschestücke usw. entwendet und in anderen Fällen aus Geschäften und Privathäusern Gegenstände gestohlen Die Sachen wurden meistenteils verkauft. Den Erlös verteilten sie unter sich. Die Strafkammer erkannte gegen den Hauptbeteiligten eine Gefängnisstrafe von 3 Jahren und 3 Wochen sowie 5 Jahre Ehrverlust. Die anderen kamen mit Gefängnisstrafen von 6 und 2 Monaten davon. Ein Angeklagter wurde wegen Hehlerei zu einer Woche Gefängnis verurteilt.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

 

Anzeige im General-Anzeiger vom 29. August 1914Lesezimmer der Deutschen-Reichszeitung. Die Deutsche Reichs-Zeitung hat seit Anfang der verflossenen Woche im Hause Gangolfstraße 11 ein Lesezimmer zur freien Benutzung für jedermann eröffnet, in welchem die neuesten Zeitungen ausliegen. Das Lesezimmer ist dem Publikum täglich geöffnet von morgens 9 bis 1 Uhr und nachmittags von 3½ bis 7 Uhr, Sonntags von 11–1 Uhr. Diese Wohlfahrtseinrichtung findet allgemeinen Anklang, wofür der zahlreiche Besuch wohl der beste Beweis sein dürfte.

Militärisches. Beim hiesigen Husarenregiment sind die Prinzen Anton und Franz Robert, Herzöge zu Arenberg, als Leutnants, vorläufig ohne Patent angestellt worden.

Ein Zug mit verwundeten Soldaten ist gestern morgen hier eingetroffen. Es handelte sich meistenteils um leichter Verwundete, die auf Straßenbahnwagen zu den verschiedenen Lazaretten gebracht wurden. Zum größten Teile waren es französische Soldaten.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

 

(...) Wir sind seit drei Tagen mit den Franzosen in Berührung. Ich habe zwei schauerliche Gefechte mitgemacht, eins nachts in einem brennenden Dorf. Die Franzosen haben furchtbare Verluste (1000 Mann). Wir viel weniger. (...)

(August Macke an seine Mutter, Feldpostkarte aus Chairière)

Sonntag, 30 August 1914

 

Die Hauptsammelstätte des Vaterländischen Frauen-Vereins Stadtkreis Bonn, in der Lese, bittet um Ueberweisung von Leinen, Stoffen, Wolle, und dergl., durch deren Verarbeitung bedürftigen Frauen und Mädchen Verdienst geschaffen werden soll.

In der Verlustliste Nr. 13 werden vom Landwehr-Regiment Nr. 65 in Koblenz als vermisst angegeben der Landwehrmann Joh. Roth aus Dransdorf, als verwundet der Wehrmann Joh. Pfaffenholz aus Meckenheim und der Wehrmann Joh. Schneider aus Oberwinter. Von dem Husaren-Regiment Nr. 7 in Bonn gibt die Verlustliste Nr. 13 den Vizewachtmeister Rud. Rendler als verwundet an.

Ein Zug Schwerverwundeter kam gestern Nachmittag hier an. Es wurden davon ungefähr 130 in hiesigen Lazaretten untergebracht, die übrigen nach Brühl weitertransportiert.

Ein Soldatenbrief. Von befreundeter Seite erhalten wir folgenden Brief eines jungen Bonners, der als Artillerist die Belagerung von Namur mitgemacht hat:

Vor Namur, 25. August
Liebe Eltern,
Schreibe Euch hier den versprochenen Brief. (...) Am schlimmsten ist die Zivilbevölkerung. Hier ist ein kleines Städtchen Ordenne [Andenne]. Von dort wurden wir und Infanterie stark beschossen. Natürlich wurden nun die Häuser gestürmt und die betr. Zivilisten gefangen und erschossen. Ebenso wurden die Läden ausgekauft und die Möbel in Ordnung gestellt, dann der ganze Kram angezündet. Im großem und ganzen schrecklich, wenn man die Toten alle sieht. Jetzt bin ich schon daran gewöhnt. Wir beköstigen uns hauptsächlich von Fleisch und Kartoffeln, welche wir vom Felde nehmen. Kühe usw. werden einfach geschlachtet und geteilt. (...)

[In Andenne wurden am 20. August von deutschen Truppen mehr als 200 Zivilisten hingerichtet und zahlreiche Gebäude niedergebrannt.]

(Bonner Zeitung, Rubrik „Städtische Nachrichten")

 

Im Lazarett. In der Beethovenhalle: sonst harmonische Offenbarungen auserlesener Musikfeste, rauschende Feste, helle Luft fröhlicher Stunden in jedem Winkel und jetzt – Schmerzlaute wundgeschossener Soldaten. Der große Saal, Bonns feierlichste Anzeige im General-Anzeiger vom 30. August 1914Musikstätte, ist in ein Kriegslazarett umgewandelt. Reihe an Reihe stehen Betten mit verwundeten Soldaten: deutsche und französische. National-Unterschied wird nicht gemacht. Hier gilt einer wie der andere. Deutsche oder Franzosen, es sind Menschen, die für ihr Vaterland gekämpft und geblutet haben.

Es ist still hier, und nur ab und zu seufzt, stöhnt ein wunder Soldat auf seinem Lager. Graue Krankenschwestern gehen sanft, geräuschlos von Bett zu Bett, richten Kissen und Decken, reichen Durstlippen kühlen Trank und Speise. Aerzte in weißen Kitteln untersuchen mit gewissenhafter Sorgfalt die Wunden, lösen blutbefleckte Verbände, legen neue an, oder stehen leise beratend zusammen. Herber Jodoformgeruch durchzieht die Halle, vermischt mit süßlichem Duft letzter Sommer- und erster Herbstblumen, die freundliche Hände in reicher Fülle hier zusammentrugen. Für die Soldaten auf ihrem Schmerzenslager ein lieber Augenrichtpunkt. Rote Rosen, gelbe Sommerblumen, weiße Nelken, flammende Georginen und bunte Dahlien machen den Ernst des Bildes milder. Man versteht den Blick des Soldaten von den Betten zu den Blumen: in der Heimat im Frieden seines Hauses mögen vor seinem Fenster oder im kleinen Gärtchen auch solche Blumen sein und Frauenhände, die sie pflegen. Dieser Heimgedanke macht den Schmerz leichter, die Gedanken schwingender.

Die Augustsonne fällt schräg durch die Oberlichtfenster, wirft blinkende Lichter auf die Bett-Messingteile, die Geräte des Arztes und auf die Blumenschalen. Ueberall peinliche Sauberkeit. Kaum daß einige kleine Staubpünktchen in den schrägen Lichtbalken auf- und niedertanzen. Die Sonne scheint auf die vielen roten Franzosenkäppis, die über den Kopfenden der Betten an den Namentafeln der Verwundeten hängen. Aber auch ohne die Franzosenkäppis kennt man die Welschen. Der Typ weicht ab von unseren deutschen breitknochigen Soldatenantlitzen. Jene sind durchweg kleiner und haben, wie das Zola einmal treffend gesagt, „nervöse, zigarettendurchqualmte Soldatengesichter.“

Anzeige im General-Anzeiger vom 30. August 1914Die hier liegen, sind durchweg schwerer mitgenommen; man sieht, die Unsrigen schießen gut. Stehen sie sich im Felde als Feind gegenüber: hier kennt man das Wort nicht. Ein kleiner schwarzer Franzose, dem das Geschoß den rechten Arm wegriß, will vergebens nach seinem Taschentuch greifen, das ihm zu Boden gefallen ist. Daneben ein baumlanger deutscher Grenadier, der selbst in Schmerz liegt, sieht das und hebt unter Anstrengung das Taschentuch des Franzmanns auf. „Da,“ meint er gutmütig. Der sagt leise: „Merci Monsieur“. Und immer wieder gehen graue Schwestern an den Reihen vorbei mit Trostworten und Linderung. Die Zeitung kommt und danach greifen sie hastig. In großer Druckschrift liest man von einem neuen Sieg deutscher Waffen an der Westgrenze. Und wieder beobachtet man: in den deutschen Augen ist frohbegeistertes Aufleuchten, heller Siegesjubel. Einer schlägt mit der gesunden Faust auf den Bettrand und sagt: „Wenn man doch wieder dabei wäre!“ Instinktiv fühlen die Franzosen, was die Augen der Deutschen heller macht, und einige drehen sich, so der Schmerz es erlaubt, auf die andere Seite.

Anzeige in der Deutschen Reichs-Zeitung vom 30. August 1914Ueber der neuen Siegesfreude rückt wieder ein neuer Verwundetentransport an. Rote Kreuz-Leute mit Tragbahren, Soldaten der verschiedensten Waffengattungen, zerschossen, mit verschwitzten Kleidern, blutbefleckten Röcken und Verbänden. Aber auch sie umfängt bald die kühle Friedensstille der Lazaretthalle und gewaschen, gereinigt, verbunden und gestärkt liegen sie in den sauberen Betten und werden gehegt, gepflegt von den grauen Krankenschwestern. Bis die Wunden verheilt, haben Deutsche und Franzosen, die sich für ihr Vaterland schlugen, hier eine Stätte, die so gut ist, wie die, wo die Mutter für sie sorgte.

Und dem Beobachter geht der Gedanke durch den Kopf: Ob auch unsere deutschen Jungens, die zerschossen in Feindesland liegen, ebenso gut aufgehoben sind?

Ehe man die Halle verläßt, wirft man noch einen Blick auf die Habseligkeiten der Franzosen, die in einem abgeschlossenen Raum aufbewahrt liegen. Und da will einem das Kopfschütteln kommen. Wie können Soldaten mit diesem Plunder siegreich sein? Abgesehen von den Uniformstücken, die nichts, aber auch so gar nichts von deutscher „Däftigkeit“ haben, ist es das Schuhwerk und die Fußbekleidung, die das Minderwertige des französischen Soldatentums kenntlich macht. Da liegen zwischen den roten Hosen, blauen Jacken, Koppeln, Gamaschen eine Menge dünne bunte Florstrümpfe, wie die Damen sie tragen. Und mit diesen lila und grünen Söckchen sollen die Franzosen Tagemärsche machen! Die ganze Ausstattung mit Unterzeugen mutet an, wie aus einem Zigeuner- und nicht aus einem Soldatenlager. Dann denkt man mit Stolz und Freude an unsere Jungens und an ihre Ausrüstung, wie sie von Kopf bis zu Fuß ausgestattet sind, däftig, solid bis zum letzten Knopf.

Und dann weiß man, daß die Dinge ihren Lauf so nehmen müssen, wie sie sich bis jetzt mit geradezu mathematischer Sicherheit und Genauigkeit entwickelt haben.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

 

Anzeige in der Deutschen Reichs-Zeitung vom 30. August 1914Ihre königliche Hoheit, Frau Prinzessin Adolf zu Schaumburg-Lippe, besuchte gestern das Lazarett I sowie die Kliniken unter Führung von Geheimrat Schulze und Prof. Hoffmann. Vorgestern hatte sie den Verwundeten in der Beethovenhalle einen Besuch abgestattet. Als sie wieder auf die Straße trat, hatte sich eine größere Menschenmenge angesammelt, die gerade von den letzten Siegen an der Westgrenze erfahren hatte. Mit jubelnder Begeisterung und lauten Zurufen wurde die Prinzessin begrüßt.

Kindesaussetzung. Ein 21 Jahre altes Dienstmädchen aus Bonn war im Juli ds. Js. aus einer hiesigen Anstalt entlassen worden. Mit ihrem Kind kam es dann nach Köln und trieb sich in der Nähe der Andreaskirche umher. Einem dort stehenden Manne fiel das Mädchen durch sein scheues Wesen auf und er ging ihm eine Zeitlang in Begleitung eines Schutzmannes nach. Verschiedentlich machte das Mädchen den Versuch, das Kind irgendwo hinzulegen, es wurde aber immer durch Passanten gestört. So kam es schließlich auf die Straße Unter Sachsenhausen. Hier beobachteten die beiden Verfolger, wie das Mädchen in einen Torweg hineinging und bald nachher ohne das Kind wiederkam. Es sah sich schnell nach beiden Seiten um und wollte sich eiligst entfernen. Die Davoneilende wurde aber von dem Beamten zur Rede gestellt und zeigte nun auf Verlangen, wo sie das Kind hingelegt hatte. Es war hinter einen Flügel eines großen Tores geschoben worden. Nun hatte sich das Mädchen wegen Kindesaussetzung vor der Kölner Strafkammer zu verantworten. Es gab die Tat im allgemeinen zu und machte zu seiner Entschuldigung geltend, daß sie aus Not gehandelt habe. Das Gericht zog dies bei Feststellung der Strafe in Betracht und beließ es bei der geringst zulässigen Strafe von sechs Monaten Gefängnis.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

Montag, 31. August 1914

Die zweite russische Armee war am Tag zuvor von den Truppen Hindenburgs bei Tannenberg vernichtend geschlagen worden – ein Sieg, der den Ruhm Hindenburgs begründete.

 

Eine stimmungsvolle Morgenfeier fand gestern Vormittag um 11 Uhr im Lazarett III (Beethovenhalle) zur Erbauung der Verwundeten statt. Frau Prinzessin Adolf zu Schaumburg-Lippe wohnte mit ihrer Begleitung der Feier bei, ebenso der Oberbürgermeister und der Chef des Bonner Lazarettbezirkes, Herr Generaloberarzt Dr. Jäger. Herr Kapellmeister Sauer trug auf der Orgel ein eindrucksvolles Präludium und das niederländische Dankgebet vor, Herr Konzertmeister Scheidhauer spielte das Largo von Händel. Diese musikalischen Darbietungen, bei denen die Künstler mit Innerlichkeit und Hingabe spielten, fanden in den Verwundeten dankbare und empfängliche Hörer. Am Nachmittag trug in der Beethovenhalle ein mehrfach besetztes Quartett des Bonner Männer-Gesangvereins einige gut gewählte Lieder vor.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Städtische Nachrichten")

 

Anzeige im General-Anzeiger vom 31. August 1914Unsere patriotische Jugend. Eine Dame schreibt uns: Vorige Tage passierte folgender heiterer Vorfall auf einem der Bonner Plätze. Sechs Jungens schickten sich an, den deutsch-englisch-französischen Krieg im Kleinen vorzuführen. Als nun die beiden „Franzosen“ und „Engländer“ sich auf die zwei „Deutschen“ stürzen wollten, um sie zu schlagen, riefen die begeisterten Deutschen einstimmig: „Enäh, ihr maht et so verkieht, ihr mött üch krije losse, un mir mösse siege! Wenn ihr och mieh sett, dat eß ons Wuesch. Noch emol ahnfange!“ Und nun teilten zum Ergötzen der Umstehenden die „Deutschen“ fürchterliche Keile aus.

Der M.-G.-V. „Apollo“ hat am Sonntag nachmittag auf der Casselsruhe ein sehr gut besuchtes Wohltätigkeits-Konzert zum Besten des Roten Kreuzes veranstaltet. Die Leistungen des Vereins, der von Herrn Lehrer Eschweiler anstelle des im Feld stehenden Dirigenten geleitet wurde, waren sehr gut. Das ganze Programm war der ernsten Zeit angepasst. Die von Vereinsmitgliedern gestellten Bilder fanden vielen Anklang. Dem Roten Kreuz konnte ein erheblicher Betrag übernwiesen werden.

Anzeige im General-Anzeiger vom 31. August 1914Der deutsche Kaiser als Bonner Schützenkönig. Der hiesigen Sebastianus-Schützengesellschaft ist ein Schreiben zugegangen, wonach unser Kaiser die auf ihn gefallene Königwürde dankend angenommen hat. Wir haben also in Bonn den seltenen Fall zu verzeichnen, daß wir zwei Schützenkönige haben: Kaiser Wilhelm II. und Herr Joh. Bodiset. Der glückliche Schütze, der den Kaiserschuß getan hat, war Herr Philipp Reeb.

Für’s Vaterland! Ein hiesiger Miltärinvalide gibt eine dankenswerte Anregung. Er schreibt uns, daß er während der Dauer des Krieges auf seine Pension verzichtet und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß, da der 1. September vor der Tür steht und die Pensions-Gelder bald abgeholt werden, noch recht viele Pensionsberechtigte gleich ihm auf die Pension verzichten.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

 

Der Hilfsausschuss bittet um Ueberweisung von Gesellschafts- und Geduldspielen für unsere verwundeten und kranken Soldaten.

Der Verkauf von Brot, Mehl und Salz in den städtischen Verkaufsstellen Franziskanerstraße 8a und Verwaltungsgebäude Bonn-West, Kirsch-Allee 23 ist mit heute eingestellt worden.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

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