Dienstag, 24. September 1918

   

Anzeige in der Deutschen Reichs-Zeitung vom 24. September 1918Anzeige in der Deutschen Reichs-Zeitung vom 24. September 1918Für die ernährungswirtschaftliche Anerkennung als Schwerstarbeiter hat das Kriegsernährungsamt Richtlinien herausgegeben, nach welchen die Belieferung mit Zusatzlebensmitteln durch die Kommunalverbände zu erfolgen hat. Als Schwerstarbeiter sind in diesen Richtlinien im allgemeinen nur solche Personen aufgeführt, welcher der Einwirkung giftiger Gase und offenem Feuer ausgesetzt sind, und die (im Bergbau) unter Tage arbeitenden Personen. Würden, wie ein Zentrumsabgeordneter in einer Anfrage befürwortet hat, die Waldarbeiter und die landwirtschaftlichen Arbeiter grundsätzlich als Schwerstarbeiter anerkannt, so wären berechtigte Berufungen die Folge. Dies würde, so besagt die Antwort des Reichskanzlers, zu einer Verringerung der für die Allgemeinheit zur Verfügung stehenden Mengen führen und wäre in dem augenblicklichen Zeitpunkt nicht vertretbar.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Städtische Nachrichten“)

   

Letzter Sturm.
Noch einmal brich los, du deutscher Sturm,
Heiliger Zorn werde wach! Werde wach!
Vernichte den gräulichen Lügenwurm,
Schlag nieder den gehässigen Drach!!
Hoch unsere Fahnen, für Freiheit und Recht;
Noch einmal Gewitter von Tod und Verderben.-
Noch einmal hinein in das heilige Sterben. –
Frei zum Gefecht!

Rings stehn sie alle, voll Haß und Wut;
Hol’ aus, stoß zu, du deutscher Zorn!
Schwinge dein Schwert, schlag scharf, schlag gut!
Alldeutschland furchtlos und treu nach vorn.
Unsterblicher Ruhm ist ihre Ehre!
Zum Letzten! Drauf! Fällt die Gewehre!
Marsch! Marsch! Hurra!!
J.Sch.

 (Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

   

Anzeige im General-Anzeiger vom 24. September 1918Anzeige im General-Anzeiger vom 24. September 1918Anzeige im General-Anzeiger vom 24. September 1918Anzeige im General-Anzeiger vom 24. September 1918Vom Rhein. Durch reichliche Niederschläge hatte sich zu Beginn der vergangenen Woche der Wasserstand erheblich gebessert. In den letzten Tagen ist das Wasser allerdings ebenso schnell wieder zurückgegangen. Die meisten großen Kähne können aber immer noch mit voller Belastung aufwärts nach den oberrheinischen Häfen fahren. Durch die wesentlich gestiegene Ladefähigkeit hat sich der Mangel an Schiffsraum etwas gemildert. Der bessere Wasserstand hat die Aufwärtsbewegung der Kahnmieten zu Berg sowie der Schleppkosten zum Stillstand gebracht. Da bisher viele Schiffe noch zu Lagerzwecken benutzt wurden, hat das Generalkommando verfügt, dies in Zukunft zu beschränken, um Knappheit des freien Laderaumes zu verhindern. Der Verkehr der Personendampfer ist infolge des Kohlenmangels stark eingeschränkt worden.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Aus der Rheinprovinz. Bonn“)