Freitag, 6. Dezember 1918

  

Anzeige im General-Anzeiger vom 6. Dezember 1918Anzeige im General-Anzeiger vom 6. Dezember 1918Studentische Wohnungsnot. Hunderte von Studenten sind in den letzten Tagen aus dem Felde an unsere Universität zurückgekehrt. Sie finden die Universität offen, aber die früheren Studentenwohnungen infolge der herrschenden Wohnungsnot besetzt. Ihnen durch Bereitstellung möblierter Zimmer zu helfen, ist dankenswerte Kriegsteilnehmerfürsorge, liegt aber zugleich im Interesse der Vermieter, deren Einquartierungslast im Fall der Vermietung an Studierende entsprechend eingeschränkt wird. Alle Vermieter und Vermieterinnen möblierter Zimmer in Bonn und in den Ortschaften der Umgegend, die zur Vermietung an Studierende in der Lage sind, werden daher gebeten, ihre Zimmer mit Angaben über Preis, Art der Vermietung (mit oder ohne Pension, Frühstück, Morgenkaffee oder Abendessen) beim Akademischen Wohnungsamt Universitätssekretariat anzumelden. Das Wohnungsamt wird für eine schnelle, bequeme und kostenfreie Wohnungsvermittlung sorgen.

Die öffentliche Uhr an der Brückenstraße versieht ihren Dienst schon seit mehreren Tagen wieder nicht.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

  

Zur Besetzung von Bonn. Bis heute morgen 9 Uhr waren noch keine Besatzungstruppen hier eingetroffen.

Der Zugverkehr von Bonn aus ist bis jetzt nur auf den Staatsbahnstrecken der linken Rheinseite gesperrt. Seit gestern nachmittag verkehren auf den Strecken Bonn – Koblenz – Ahr, Bonn – Köln und Bonn – Euskirchen keine Züge mehr. Vor wie nach fahren die Züge der Rheinuferbahn, der elektr. Bahnen Bonn – Mehlem, Bonn – Königswinter und Bonn – Siegburg, sowie die elektr. Bahnen Siegburg – Lülsdorf. Auch der Betrieb auf den Staatsbahnen der rechten Rheinseite geht einstweilen noch weiter. Die Rheinbrücke ist noch für jeglichen Verkehr frei.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

  

Der Zigarren-Abschnitt-Sammel-Verein Bonn e. V. ist infolge der eingetretenen Zeitverhältnisse nicht in der Lage, seine diesjährige Weihnachtsbescherung abhalten zu können. Auch stehen ihm keine Mittel und Kleidungsstücke zur Verfügung.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Aus der Rheinprovinz. Bonn“)