Sonntag, 28. April 1918

    

Anzeige im General-Anzeiger vom 28. April 1918Anzeige im General-Anzeiger vom 28. April 1918Gasthauswäsche. Der Oberbürgermeister ermahnt in einer Bekanntmachung im Anzeigenteil dieser Zeitung die Gasthausbesitzer und die Inhaber der anderen in Betracht kommenden Betriebe, ihre überschüssige Wäsche in möglichst großem Umfange an den amtlichen Einkäufer der Reichsbekleidungsstelle, Herrn Wolfgang Müller in Berlin, abzuliefern, um damit eine spätere Enteignung der jetzt schon beschlagnahmten Wäsche überflüssig zu machen.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Städtische Nachrichten“)

   

Eine Anzeige hatte eine hiesige Ehefrau gegen die Inhaberin eines Kohlengeschäfts erstattet, weil sie ihr die Abgabe von Kohlen verweigert haben sollte. Die Inhaberin des Kohlengeschäfts war durch Strafbefehl in eine Geldstrafe von 30 Mark genommen worden. Auf ihren Widerspruch hin erkannte das Schöffengericht auf Freisprechung. Es stellte sich bei der Zeugenvernehmung heraus, daß sie die Anzeigende gar nicht kannte. Diese war mittags auf dem Lager gewesen und ein Arbeiter hatte ihr gesagt, sie solle um ½3 Uhr wiederkommen. Verweigert hatte niemand Kohlen.

Anzeige im General-Anzeiger vom 26. April 1918Anzeige im General-Anzeiger vom 26. April 1918Anzeige im General-Anzeiger vom 26. April 1918Anzeige im General-Anzeiger vom 26. April 1918Nachrichten des städtischen Lebensmittelamtes
Milch.
Der Monat April ist in der Kriegszeit der milchärmste Monat. Die Futtermittel der letzten Ernte sind aufgebraucht und Grünfutter gibt es noch nicht. Da heißt es denn sich einrichten und mit der verfügbaren Menge Milch haushalten. Für Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren gibt es jetzt natürlich keine Milch, und auch die Kranken, die nicht unbedingt auf Milchnahrung angewiesen sind, müssen sich bis zur Grünfutterernte gedulden. Auf Wunsch gibt die Milchabteilung des städtischen Lebensmittelamtes an die Vollmilchvorzugsberechtigten gegen Rückgabe ihrer Milchkarten Bezugsscheine für kondensierte Milch aus. Der Verkauf dieser Milch geschieht nur durch die Verkaufsstelle des städtischen Lebensmittelamtes, Franziskanerstraße 1.
Anzeige im General-Anzeiger vom 26. April 1918Anzeige im General-Anzeiger vom 26. April 1918Anzeige im General-Anzeiger vom 26. April 1918Anzeige im General-Anzeiger vom 26. April 1918Bekleidungsamt.
Nähgarn.
Die Geschäfte, Verarbeiter und Anstalten, die es im Januar unterlassen haben, ihren Bedarf an Nähgarn auf dem Bekleidungsamte anzumelden, können bei der jetzigen Verteilung nicht mehr berücksichtigt werden. Anträge auf nachträgliche Zuweisung sind zwecklos, da die Verteilung beendet ist. Der Zeitpunkt der Anmeldung für das zweite Vierteljahr wird noch mitgeteilt.
Scheuklappen. Auf Anregung der Reichsstelle für Schuhversorgung werden die Fuhrhalter ersucht, die in ihrem Besitz befindlichen Scheuklappen, welche in der Regel nur eine Behinderung der Pferde darstellen, bei der Sammelstelle für Altleder, Martinstraße 18, abzugeben.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

     

Anzeige in der Deutschen Reichs-Zeitung vom 28. April 1918Anzeige in der Deutschen Reichs-Zeitung vom 28. April 1918Die Pflege und Erziehung der Kinder erfordert im Krieg eine bedeutend höhere Sorgfalt als im Frieden. Als willkommene Anleitung dazu dienen zwei Bücher, die im Verlage von M. Max Hesse, Berlin W 15 erschienen sind, nämlich: „Wie pflegst und erziehst du dein Kind?“ von Helene Stöckl und „Handbuch des guten Tones und der feinen Sitte“ von Konstanze von Franken. Von all den zahlreichen Büchern der gleichen Art sind uns keine bekannt, die so viele Vorzüge in sich vereinigen wie gerade diese. Sie sind geschmackvoll und vornehm ausgestattet, behandeln ihren Stoff mustergültig und sind äußerst billig.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Aus der Rheinprovinz. Bonn“)

Der Verschönerungsverein Godesberg beabsichtigt, wie in der Mitgliederversammlung mitgeteilt wurde, zu Ehren unserer gefallenen Helden einen Hain, vielleicht in der Nähe des Bismarckturmes, anzulegen. Bürgermeister Zander bemerkte, dieses Vorhaben sei schwerlich durchzuführen und warnte vor Ueberstürzung. Zu Ehren unserer gefallenen Helden eigne sich die alte Muffendorfer Kirche; entscheide der Verein sich für einen Hain, so möge er ihn nicht erst anlegen, sondern hierfür ein bereits bestehendes Waldidyll aussuchen. Der Verein will der Nymphe am Rhein einen anderen Platz geben.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Aus der Rheinprovinz. Godesberg.“)