Sonntag, 31. März 1918

    

Anzeige im General-Anzeiger vom 31. März 1918Anzeige im General-Anzeiger vom 31. März 1918Einstellung des privaten Paket- und Frachtgutverkehrs nach der Westfront. Amtlich wird mitgeteilt: Aus Anlaß der Kampfhandlungen muß der private Paket- und Frachtgutverkehr von der Heimat zur Westfront bis auf weiteres eingestellt werden; dasselbe gilt für den Versand von Päckchen. Privatsendungen von Paketen und Gütern können einstweilen zur Beförderung nach der Westfront nicht angenommen werden.

Das Rheinische Heimatfronttheater des 8. Armeekorps bittet uns mitzuteilen, daß eingetretener Hindernisse halber in Bonn nur zwei Vorstellungen, und zwar am 2. und 6. April stattfinden können. Ferner machen wir nochmals darauf aufmerksam, daß die gewerblichen Betriebe, worunter auch Angestellte der Behörden und hiesiger Geschäfte zu verstehen sind, die Karten im Vorverkauf zur Hälfte des Preises erhalten. Siehe heutige Anzeige.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Städtische Nachrichten“)

    

Wegen Raummangels mußten wir eine Anzahl sog. „Hinweise“ auf Konzerte, Vorträge usw. ausfallen lassen.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

Auch sie
Von Felix Joseph Klein, Bonn.
Wohlmöglich noch mehr als der für ihre Vorgängerinnen will der Werbeberuf für die 8. Kriegsanleihe nicht nur die „oberen Zehntausend“, sondern auch den letzten Mann, die letzte Frau erreichen. Er weiß, daß er gerade auch bei diesen „kleinen Leuten“ oft genug Prachtgesinnung und – doch noch einen Spargroschen antrifft. Der – als Grenze des Könnens – ist ihm ebenso willkommen wie der gepanzerte Geldschrank des Reichen. Heran auch sie, die schüchtern meinen, von solchen „Geldgeschäften“ nichts zu verstehen, heran mit den blauen, grünen, grauen Büchelchen, die ihr Treuherzigen nur von Zeit zu Zeit aus sicherem Verschluß nahmt, um der Spareinlage neuen Betrag zuzufügen, wo ihr nicht so töricht sein wolltet, das Geld zinslos in Kasten und Strümpfe zu strecken! Gewiß, bei mancher Sparkasse war euer Geld gut aufgehoben. Wo aber könnte es jetzt besser untergebracht sein, als bei der Kasse des großen Vaterlandes, dem ihr es leihet, wo besser, wo sicherer? Nichts anderes werden sie euch sagen, denen ihr bisher vertrauensvoll euer Geld belassen, im Gegenteil werden sie euch gerne den einfachen Weg zeigen, wie es an das Ziel unserer Tage gelangt. Jeder erfahrene deutsche Mann ist euch Wegweiser; nichts ist einfacher als Zeichnung, die zur Pflichterfüllung wird. Ihr könnt, mag die Nullenzahl auch viel kleiner sein, auf dem selben Schein zeichnen wie der Reiche. Euren Verhältnissen und eurem Geschmacke wird es oft entsprechen, die Kriegsanleihe durch den Abschluß einer Kriegsanleiheversicherung zu zeichnen, über den ihr gern an der Beratungsstelle Aufschluß erhaltet. Die ganz kleinen „Kapitalisten“ unter euch mögen zu den Anteilscheinen der städtischen Sparkasse greifen, um auch mitzuhelfen. Ihr Arbeitgeber, ihr Herrschaften, versperrt den uneigennützigen Boten des Vaterlandes nicht den Weg zu der Arbeitsstätte eurer Angestellten, eurer Dienstmädchen! Die Kriegsanleihe muß ein Riesenbau werden; gut, wenn ihr große Bausteine zu ihm geliefert; auch kleine sind nötig, lasset sie jene legen, hindert sie nicht nur nicht, helfet ihnen, zu erkennen, wohin ihr Stein gehört, wie groß er sein kann! Auch aus der letzten Dachstube soll die Siegesfahne bei Friedenseinkehr von Händen getan werden, die jetzt dem Vaterlande alles, uns wäre es noch so wenig, leihen.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Aus der Rheinprovinz. Bonn“)