Sonntag, 24. Oktober 1915

   

Anzeige im General-Anzeiger vom 24. Oktober 1915Anzeige im General-Anzeiger vom 24. Oktober 1915Kaiserin-Geburtstagsfeier des Vaterländischen Frauenvereins. Der Anregung des Vaterländischen Frauenvereins Stadtkreis Bonn folgend, hatte sich Freitag abend eine große Anzahl Bonner Frauen in der Lese zusammengefunden, um in Liebe und Ehrfurcht des Geburtstages der Kaiserin zu gedenken. Eine besondere Weihe erhielt die Feier durch die Anwesenheit der Ehrenvorsitzenden des Vereins, der Frau Prinzessin Adolf zu Schaumburg-Lippe. Frau Berghauptmann Krümmer hielt die Festrede, anknüpfend an den Wahlspruch der Kaiserin: „In dem Kampf der Männer um die Heimaterde sollten die Frauen das Edelste hineintragen: Glaube, Barmherzigkeit, Reinheit!“ Sie forderte in warmen und ergreifenden Worten die Anwesenden auf, nach dem hohen Beispiel der geliebten Landesmutter sich auch weiterhin als echte deutsche Frauen in treuer Liebesarbeit zu betätigen. Musikalische Vorträge und Deklamationen patriotischen Inhalts folgten und halfen den Abend zu verschönern.
  
Auch der Aufruf des Vaterländischen Frauenvereins, Marmelade für die Truppen im Felde und die Lazarette hatte einen schönen Erfolg: es sind im ganzen 2575 Kilogramm Gelees. Marmelade usw. und 470 Liter Fruchtsaft eingeliefert worden. Allen Gebern herzlichen Dank.

Kino-Varieté im Palast-Theater. Das neue Programm bringt als Hauptfilm den Fünf-Akter „Das Geheimnis des Zirkus Barnum“ und im Varietéteil vor allem die Darbietungen des Hofzauberkünstlers Alfred Uferini sowie von Schichtels Marionettentheater.

Im Viktoria-Theater werden zurzeit u. a. der Wildwestfilm „Im brennenden Zuge“ und das Detektivdrama „Der Schandfleck“ vorgeführt.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

   

Anzeige im General-Anzeiger vom 24. Oktober 1915Anzeige im General-Anzeiger vom 24. Oktober 1915Beförderung von Liebesgaben an deutsche Kriegs- und Zivilgefangene in England und an britische Kriegs- und Zivilgefangene in Deutschland durch die Eisenbahn. Das Gewicht der einzelnen Sendung muß mindestens 5 Kilogramm betragen. Bezüglich des Höchstgewichts besteht keine Beschränkung. Es ist daher zulässig, daß die Sendungen, beispielsweise von einer Speditionsfirma oder einer Vereinigung gesammelt und in großen Kisten, Säcken u. dergl. ohne Rücksicht auf Zollpflichtigkeit zusammengepackt ausgeliefert werden. Derartige Sammelsendungen sind aber nur zulässig, wenn die Sendungen nach ein und demselben Gefangenenlager befördert werden sollen, und der Empfänger, dessen Adresse genau angegeben sein muß, nach der Erklärung des Absenders im Frachtbriefe in der Lage ist, die Unterverteilung vorzunehmen. Sendungen, die für mehrere Gefangenenlager bestimmt sind, dürfen unter keinen Umständen zusammengepackt werden.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

   

Volkshochschulkurse. Herr Privatdozent Dr. Bombe wird seine Vorlesungsreihe über „Die Kunstschätze Belgiens“ Montag den 25 Oktober, abends 9 Uhr in der Aula des Städt. Gymnasiums eröffnen. Er wird in zahlreichen Lichtbildern die schönsten Bau- und Kunstdenkmäler von Lüttich. Löwen, Brüssel, Ypern usw. vorführen, im weiteren Verlauf von vlämischer und wallonischer Art und Kunst sprechen und die bildende Kunst Belgiens seit Anfang des 15. Jahrhunderts bis zur zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts einschließlich Rubens und seiner Nachfolger zur Darstellung bringen. Der Eintrittspreis für die Vorlesungen ist so niedrig bemessen, daß auch minderbemittelte Personen die Vorlesung besuchen können. Alles weitere besagt das in unserer heutigen Nummer enthaltene Inserat.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)