Sonntag, 25. November 1917

 

Anzeige im General-Anzeiger vom 25. November 1917Anzeige im General-Anzeiger vom 25. November 1917Trage als Schmuck Eisen!
Nicht durch Gerede werden die großen Fragen der Zeit entschieden, sondern durch Eisen! Otto v. Bismarck.
                      Eisern die Zeit!
                      Eisern der Wille zum Sieg!
                      Das Gold dem Vaterlande!
                      Goldwoche vom 9. bis 16. Dezember.
Die Goldankaufsstelle am Münsterplatz ist täglich geöffnet von 10 bis 12 und von 3 bis 5 Uhr.

Beim Herannahen des Weihnachtsfestes sei darauf aufmerksam gemacht, daß Anfang Dezember wieder eine Ausstellung mit Verkauf von Arbeiten der Verwundeten hiesiger Lazarette stattfindet. Möchten recht zahlreiche Besucher diese schöne Gelegenheit zum Besten der guten Sache benutzen, dort hübsche und nützliche Weihnachtseinkäufe zu machen. Eröffnung am 5. Dezember.

Für das Soldatenheim wird kommenden Mittwoch, nachmittags, im Saale des Heims, Josefstraße 46, eine große Wohltätigkeitsveranstaltung gegeben. Von 40 mitwirkenden Kindern wird das Weihnachtsmärchen „Weihnachten im Zwergenreich“ aufgeführt werden. Aus dem Reinertrag sollen Weihnachtsgaben für die feldgrauen Besucher des Soldatenheims beschafft werden, so daß dieses Zweckes wegen der Veranstaltung guter Erfolg zu wünschen ist.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Städtische Nachrichten“)

  

Anzeige im General-Anzeiger vom 25. November 1917Anzeige im General-Anzeiger vom 25. November 1917Der Sonn- und Feiertagsverkehr der Eisenbahnen hat stark nachgelassen, in den D- und Eilzügen durch die bekannten Tariferhöhungen, in den Personenzügen dadurch, daß sie zur Hinreise nur in aller Frühe zu erreichen sind und für die Rückreise in den Abendstunden das Mitkommen zu unsicher geworden ist. Die durch die einschneidenden Maßregeln der Eisenbahn-Verwaltung freigewordenen Lokomotiven werden dringend für den Heeres- und Güter-Transport benötigt und verwandt; es wird sich dies bei der jetzigen Lage sobald auch nicht ändern lassen.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

 

Rheinische Goldankauf-Woche vom 9. – 16. Dezember 1917.
„Deutschland über alles!“ Warum nicht auch über unsere kleinen und großen Familienschätze? Sind die mehr und wertvoller als unsere Ziele und Träume? – Die Goldankaufsstelle Münsterplatz 1-3 ist geöffnet 10-12 Uhr vorm., 3-5 Uhr nachm., Sonntags 10-12 Uhr.

Jugendpflegetag. Die diesjährige Tagung für den Landkreis Bonn fand in Godesberg unter dem Vorsitz des Landrates statt und beschäftigte sich hauptsächlich mit den durch den Krieg herbeigeführten Schädigungen unserer Jugendlichen und den notwendigen Gegenmaßnahmen, soweit sie sich auf die Familie, den Jugendlichen selbst und Anzeige in der Deutschen Reichs-Zeitung vom 25. November 1917Anzeige in der Deutschen Reichs-Zeitung vom 25. November 1917auf das wirtschaftliche, berufliche Leben erstrecken. Im Mittelpunkt der Verhandlung stand die brennende, vielbesprochene, aber noch ungelöste Frage, wie wir dem Mißbrauch in der Verwendung der hohen Löhne unserer Jugendlichen steuern können. Nach langer, lebhafter Debatte wurde folgende Entschließung einstimmig gefaßt: „Der Jugendpflegetag des Landkreises Bonn hält die gegen die gesetzliche Einführung des Sparzwangs geltend gemachten Gründe nicht für stichhaltig. Angesichts der Tatsache, daß die überreichen Löhne in den Händen der unreifen Jugendlichen dem materiellen Volkswohlstand vollständig verloren gehen und durch ihren schreienden Missbrauch zerstörerisch auf die sittliche Gesundheit weitester Volkskreise wirken, fordert die Versammlung einstimmig die gesetzliche Einführung des Sparzwanges. Um die betrügerischen Täuschungen den Eltern gegenüber unmöglich zu machen, verlangt er weiterhin das Lohnzahlungsbuch unter genauer Eintragung des Lohnes und des Verdienstes aus Ueberstunden. Als Zahltag eignet sich statt des Wochenschlusses der Wochenanfang, indem der Sonntag erfahrungsgemäß dem Jugendlichen die meiste Gelegenheit zum Missbrauch des Geldes bietet. Die fortwährend wachsenden skandalösen Ausschreitungen bei der Ausgabe des verdienten Lohnes fordert gebieterisch den gesetzlichen Eingriff.“ Im Schlußworte stellte der stellvertretende Vorsitzende, Dechant Dr. Winter, in Aussicht, daß diese Resolution dem Wunsche der zahlreichen Teilnehmer gemäß, bei der zuständigen Behörde weiter vertreten werde.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)