Freitag, 23. Oktober 1914

 

Anzeige im General-Anzeiger vom 23. Oktober 1914Anzeige im General-Anzeiger vom 23. Oktober 1914„Mit Liebesgaben zu unseren 160ern nach Frankreich“. Der Vortrag, mit dem Dr. phil. Krantz am Mittwoch die Lichtbildervorträge des Deutschen Wehrbundes eröffnete, wird am Donnerstag, d. 29. d.M., abends ½9 wiederholt.

Wehrbund. Die fünfte Abteilung „Poppelsdorf“ des Wehrbundes veranstaltet am Sonntag abend in dem Gasthof von Julius Vianden, Klemens-August-Straße 50, eine gesellige Zusammenkunft für die Mitglieder der Abteilung und ihre Angehörigen. Der Abteilungsleiter Herr Dr. Fritz Brüggemann wird um 9 Uhr einen gemeinverständlichen Vortrag über den bisherigen Verlauf des Krieges und die heutige Kriegslage halten. Gäste, die nicht abgeneigt sind, dem Wehrbund näher zu treten, sind willkommen.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

 

Anzeige im General-Anzeiger vom 23. Oktober 1914Anzeige im General-Anzeiger vom 23. Oktober 1914Deutsche Gefangene in England. Das Kaiserliche Postamt schreibt: In England besteht eine Auskunftsstelle über Kriegsgefangene unter der Bezeichnung „The Prisoners’ of War Information Bureau.“ Postsendungen an Kriegsgefangene in England, deren Aufenthaltsort nicht bekannt ist, können an diese Auskunftsstelle gerichtet werden. Die Anschrift lautet:
„(Name des Gefangenen)
Care of the Prisoners’ of War information Bureau, London, 49 Wellington Street, Strand.”
Briefe an Kriegsgefangene in England sollen kurz und, wenn möglich, englisch geschrieben sein; auf der Rückseite der Sendung müssen Name und Wohnung des Absenders angegeben sein.

Schmucke Schilderhäuschen als Liebesgabensammler sind gestern an verschiedenen Straßen aufgestellt worden. Der Einwurf ist so groß, daß auch umfangreichere Sachen eingelegt werden können.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

Die Vaterländischen Vorträge sollte man im großen Saale des Bürgervereins halten, da dieser Saal doppelt so groß ist wie die Aula des Gymnasiums. Am Montag morgen um ein Viertel nach 8 Uhr waren schon keine Karten mehr zu erhalten. Wäre es nicht angebracht, einen kleinen Betrag von vielleicht 20 Pfg. zu zahlen, um die etwa entstehenden Kosten zu decken? L.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Sprechsaal“)

 

Anzeige im General-Anzeiger vom 23. Oktober 1914Anzeige im General-Anzeiger vom 23. Oktober 1914Städtisches Orchester. In vielen deutschen Städten hat es sich gezeigt, daß ernstere Konzerte und Theatervorstellungen großen Besuch aufzuweisen haben und zur Erhebung des Volke erheblich beitragen. Damit hier auch Gelegenheit geboten ist, hin und wieder Zerstreuung und Aufheiterung zu finden und sich an den Werken unserer deutschen Meister zu ergötzen, hat die städtische Orchester-Kommission beschlossen, einige Symphoniekonzerte zu besonders billigen Preisen (50 Pfg. und 20 Pfg.) zu veranstalten. Da die Beethovenhalle unseren verwundeten Kriegern vorbehalten ist, wurde das Stadttheater, welches sich als Konzertsaal schon trefflich bewährt hat, für die Konzerte ausersehen. Das erste Anzeige im General-Anzeiger vom 23. Oktober 1914Anzeige im General-Anzeiger vom 23. Oktober 1914Symphoniekonzert soll am Donnerstag den 29. Oktober stattfinden. Hierzu hat unsere geniale Elly Ney ihre Mitwirkung in liebenswürdiger Weise zugesagt. Sie wird Franz Schubert - Liszt’s Wanderer-Fantasie mit Orchester zu Gehör bringen.

Sonntag vor Allerseelen ist freier Geschäftssonntag und sind die Geschäfte bis abends 7 Uhr geöffnet.

Beschlagnahmte Post. Nach einer hierher gelangten Mitteilung sind die mit dem niederländischen Dampfer „Tambora“(ab Batavia am 20. Juli nach Rotterdam) angelangten Briefposten von Niederländisch-Indien nach Deutschland auf Veranlassung der französischen Admiralität in Brest beschlagnahmt worden. Ueber das weitere Schicksal der Posten ist nichts bekannt.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)