Donnerstag, 3. Oktober 1918

   

Anzeige im General-Anzeiger vom 3. Oktober 1918Anzeige im General-Anzeiger vom 3. Oktober 1918Nachmittags-Briefbestellungen. Infolge des früheren Eintritts der Dunkelheit beginnen vom 1. Oktober ab die zweite Orts-Briefbestellung um 3 statt um 4 und die dritte um 5½ statt um 6 Uhr.

Die Jung-Flieger-Abteilung Bonn veranstaltet am Samstag, den 5. Okt., eine Besichtigung der „Rea“ (Riesen-Flugzeug-Ersatz-Abteilung Köln). Die Vorführung verspricht äußerst interessant zu werden, da sie einen Einblick in das Leben unserer Bombenflieger gestattet. Es ist allen Personen, die sich bereits zur Abteilung gemeldet haben, aber denen die Mitgliedspapiere noch nicht zugestellt worden sind, und sämtlichen männlichen Mitgliedern des Deutschen Luftflottenvereins über 15 Jahren gestattet, an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Die Kosten einschließlich Fahrt betragen etwa 3 M. Treffpunkt 1¾ Uhr Rheinuferbahn.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

  

Anzeige im General-Anzeiger vom 3. Oktober 1918Anzeige im General-Anzeiger vom 3. Oktober 1918Anzeige im General-Anzeiger vom 3. Oktober 1918Anzeige im General-Anzeiger vom 3. Oktober 1918Ueber Kartoffeltransporte aus dem Landkreis Bonn schreibt man uns aus Dransdorf: Wie verlautbar wird, sollen die Bürgermeistereien im Landkreis Bonn die Kartoffeln für ihre Verbraucher von auswärts mit der Bahn erhalten, und die Kartoffeln, die hier erzeugt werden, mit der Bahn fortgeschickt werden. Man sollte doch meinen, die Herren hätten doch bessere Einsicht und ließen die hier erzeugten Kartoffeln, die für die Verbraucher nötig sind, hier. Dadurch würde jedenfalls für manchen viel Arbeit gespart und obendrein an der Bahn die Verladereien, was für die Kartoffeln von Vorteil wäre; zudem die Bahn ja immer über Wagenmangel klagt. So sollen die Verbraucher einer Bürgermeisterei ihre Kartoffeln zentnerweise am Bahnhof Duisdorf abholen. Diese Last und Jagerei nach den Kartoffeln! Warum sollen die Verbraucher dieses Jahr die ihnen zustehenden Kartoffeln nicht in die Keller erhalten wie voriges Jahr? Die Herren, die dieses anordnen, sollten mal an Stelle der kleinen Leute mit einem Handwagen ½ - 1 Stunde nach dem Bahnhof laufen und dort noch vielleicht über 1 Stunde warten, dann würden sie gewahr werden, was es heißt, als kleine Bürger in einer Bürgermeisterei zu wohnen.
   (Wir bringen diese Zuschrift mit dem Wunsche zur Wiedergabe, daß den kleinen Verbrauchern auf dem Lande die Ernährungsbedingungen möglichst erleichtert werden. Die Schriftl.)

Die Krautfabriken des Vorgebirges werden im Laufe der nächsten Woche ihren Betrieb wieder beginnen. Sie werden wohl in diesem Jahre noch mehr als bisher in Anspruch genommen werden, denn Obstmarmelade kann bei der geringen Obsternte dieses Jahres im Haushalt kaum bereitet werden. Kraut darf nur aus Zuckerrüben, nicht aus Futterrüben oder Runkeln bereitet werden, und zwar darf für jede Person nur 1 Zentner Rüben verarbeitet werden. Möhren und Karotten dürfen mit zur Verwendung kommen. Aus einem Zentner Zuckerknollen gewinnt man 14 – 15 Pfund Kraut. Jeder, der Kraut kochen lassen will, muß sich auf dem Bürgermeisteramt einen Erlaubnisschein ausstellen lassen. In den Krautfabriken wird Kraut nur gegen Bezugsschein verkauft.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

  

Die Godesberger Volkszeitung ist am 1. Oktober in den Besitz des Zentrumsparteisekretärs Hensen in Bonn übergegangen, der auch die Redaktion übernimmt.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Aus der Rheinprovinz. Godesberg“)