Montag, 14. September 1914

 

Anzeige im General-Anzeiger vom 14. September 1914Anzeige im General-Anzeiger vom 14. September 1914Von Brieftauben-Liebhaber-Verein Kriegspost in Bonn erhalten wir folgende Zuschrift: „Sehr verehrte Redaktion! Trotz wiederholter Warnungen sind noch verschiedene, so ganz wilde Schläge in Bonn und Umgebung, die ihre Tauben frei fliegen lassen und so zu Meldungen bestimmten Tauben Gelegenheit geben, sich in die Schläge der vorgenannten Brieftaubenbesitzer zu verirren. – Aber nicht genug damit, wir mussten in den letzten Tagen zu unserem Bedauern feststellen, daß auch über 15 hiesige Tauben angeschossen worden sind, außerdem sind unzählige Tauben, die im Felde ihr Futter suchen, einfach erschossen worden. Wir bitten im Interesse der Militärverwaltung, noch mal an geeigneter Stelle in Ihrer gesch. Zeitung auf das Strafbare dieser Handlungsweise Anzeige im General-Anzeiger vom 14. September 1914Anzeige im General-Anzeiger vom 14. September 1914hinzuweisen. Man soll es kaum für möglich halten, daß es bei der jetzigen ernsten Lage noch Leute gibt, die, um sich einen Braten auf die billigste Art anzueignen, sich an Tieren vergreifen, die zu Kriegszwecken verwandt werden!“

Aus Kunst, Wissenschaft und Leben.
Die Wörterbuchkommission der K. Bayr. Akademie der Wissenschaften verbreitet ein Schreiben an die Sammler des bayrisch-österreichischen Wortschatzes und ihre Freunde, worin es heißt: „(...) Um eines aber möchten wir alle Sammler bitten, die noch in der Heimat sind (...), Aug und Ohr scharf offen zu halten für all das neue Wortmaterial, das jetzt entsteht, die Worte des Ernstes und die Worte des Witzes, den wir uns trotz allem nie rauben lassen, die neuen Redensarten und Scherze, die jetzt aufflattern, die alten Worte, die jetzt wieder Wert erhalten, die Lieder, Schnurren und ernsten Geschichten, die nun umlaufen und an Schwung bekommen, (...) und sende alles (...) an die Wörterbuchkommission.“

(Bonner Zeitung, Rubrik „Städtische Nachrichten“)

 

Anzeige im General-Anzeiger vom 14. September 1914Anzeige im General-Anzeiger vom 14. September 1914Die Liebesgaben-Fässer, die auf dem Kaiserplatz, dem Münsterplatz und auf dem Friedrichsplatz aufgestellt wurden, haben sich gestern sehr bewährt. Nicht allein Zigarren, Zigaretten, sondern auch bares Geld floß reichlich. Die stärkste „Einnahme“ hatte das Faß auf dem Münsterplatz, das bereits um die Mittagszeit halb gefüllt war. Viele Damen und Herren hatten sich auch mit Rauchtabak versehen, mußten jedoch in Erfahrung bringen, daß die Oeffnung für Tabakpakete nicht ausreichte. Wie es heißt, sollen in Anbetracht des guten Erfolges noch mehrere Fässer an verkehrsreichen Punkten der Stadt Aufstellung finden.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

 

Städt. Rheinfreibad. Sicherem Vernehmen nach ist beabsichtigt, die Badeanstalten schon am Dienstag Anzeige im General-Anzeiger vom 14. September 1914Anzeige im General-Anzeiger vom 14. September 1914den 15. ds. Monats zu schließen. Der Bürgerschaft, den Schulen und nicht zuletzt den hier einquartierten Soldaten wäre es sehr angenehm, wenn diese herrliche, gesundheitsfördernde Wohlfahrtseinrichtung noch bis auf Weiteres offen bliebe. Bisher wurde, wie ich selbst als häufiger Badegast beobachtet habe, diese Anstalt viel besucht, weil die Wärme des Wassers fast jeden Tag noch 19 bis 20 Grad betrug. Wie erfrischend ein Rheinbad wirkt, wird jeder bestätigen, der solches nimmt. P.H.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Sprechsaal“)

 

Der Verein ehem. 28er Bonn hat in seiner Monatsversammlung beschlossen, die ihm seiner Zeit von dem früheren Regimentschef, Anzeige im General-Anzeiger vom 14. September 1914Anzeige im General-Anzeiger vom 14. September 1914dem Herzog von Cambridge, verliehene Fahne, welche das englische Wappen trägt, nicht mehr zu führen, da es jetzt eines Deutschen unwürdig sei, hinter einer derartigen Fahne zu marschieren.

Verwundete Krieger können ihre Briefe, Karten usw. kostenlos im Institut „Blitz“, Abschreibe-Büro und Eilboten-Zentrale, Münsterstraße 2, schreiben lassen, sie können die Briefe direkt in die Schreibmaschine diktieren, doch wird auch Handschrift geliefert.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)