Donnerstag, 6. September 1917

          

Anzeige im General-Anzeiger vom 6. September 1917Anzeige im General-Anzeiger vom 6. September 1917Eingeführte Reben. Es ist festgestellt worden, daß aus den besetzten Gebieten des Westens Reben durch beurlaubte Mannschaften eingeschmuggelt worden sind. Es wird auf die großen Gefahren hingewiesen, die hierdurch dem Weinbau drohen. Sofern im Stadtbezirk-Bonn sich derartige Reben befinden sollten, werden die Anbauer aufgefordert, hiervon unverzüglich beim Oberbürgermeister Anzeige zu erstatten, damit das Erforderliche wegen vorschriftsmäßiger Vernichtung der Bestände angeordnet werden kann, um die Verbreitung etwaiger Rebenkrankheiten zu verhüten. Sofern die Anzeigen nicht erstattet werden und derartige Reben bei einer demnächst vorzunehmenden Revision durch Sachverständige festgestellt werden, haben die Betroffenen strengste Bestrafung zu gewärtigen.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Städtische Nachrichten“)

      

Warnung vor Taschendieben. An der städtischen Verkaufsstelle auf dem hiesigen Wochenmarkt sind in der letzten Zeit mehrfach Taschendiebstähle verübt worden. So ist vor einigen Tagen einer dort kaufenden Frau das Geldtäschchen mit 30 Mark Inhalt abhanden gekommen und erst vorgestern wurde einer armen Arbeiterfrau, die gerade die Militär-Unterstützung für sich und ihre im Krankenhaus liegende Freundin abgehoben hatte, der gesamte Geldbetrag von 80 Mark auf diese Weise gestohlen.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

      

Anzeige im General-Anzeiger vom 6. September 1917Anzeige im General-Anzeiger vom 6. September 1917Der Deutsche Altschrift-Bund (Vorsitzender Kommerzienrat Friedrich Soennecken ) hat einen Aufruf zur Einführung der Einschriftigkeit herausgegeben, der besondere Beachtung verdient. Die Einschriftigkeit wird darin aus nationalen, volkswirtschaftlichen, pädagogisch-ökonomischen und hygienischen Gründen als eine Staatnotwendigkeit dargestellt.

Teuerungszulagen sollen den städtischen Beamten und Angestellten, den Lehrkräften an den höheren Schulen und der Fortbildungsschule bewilligt werden. Die Erhöhungen betragen je nach der Gehaltsstufe 360 – 900 Mk. jährlich. Der Stadt erwachsen hierdurch jährlich 220.000 Mk. Mehrkosten. Den städtischen Arbeitern soll eine Lohnerhöhung von 1 Mk. (jugendlichen von 50 Pfg.) gewährt werden, wodurch jährlich 160.000 Mk. Mehrkosten entstehen. Die Angelegenheit steht am Freitag zur Beratung der Stadtverordneten.

Mehrere Zentner Tabak sind vor einigen Wochen aus einem Lagerraum am Rheinwerft in Bonn gestohlen worden. Die Diebe, drei schon häufig, auch durch Zuchthaus vorbestrafte Arbeiter, die auch jetzt wieder mit dem Ausladen des Schiffes beschäftigt waren, sind Montag von der Kriminalpolizei ermittelt und festgenommen worden. Sie haben nach anfänglichem Leugnen den Diebstahl gestanden. Bei ihnen wurden auch Wäschestück wie Leintücher, Damenhosen und mehrere Tischdecken vorgefunden, die offenbar aus Diebstählen herrühren.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)