Sonntag, 2. September 1917

       

Ferienspiele. Wie in den glücklichen Friedensjahren und nach zweijähriger Unterbrechung auch im vorigen Jahre, sind heuer wieder vier Wochen lang jeden Vormittag zahlreiche Knaben und Mädchen unserer Bonner Volksschulen auf den Venusberg gewandert, um dort unter der Führung von Lehrern und Lehrerinnen zu spielen und dabei ihre Gesundheit zu kräftigen. Gestern wurden die Ferienspiele mit einer vaterländischen Feier auf dem Venusberger abgeschlossen. Die Knaben und Mädchen aller Schulen versammelten sich zum 8 Uhr auf dem Kaiserplatz, und in langem Zuge, unter den Marschklängen einer Militärkapelle und mit fröhlichem Gesang ging es auf den Berg. Die Kinder scharten sich oben um ihre Fahnen, sangen gemeinsam Deutschland über alles, hörten die wackeren Gedichtvorträge mehrerer Jungen und lauschten der kernigen und begeisternden Ansprache des Leiters der Ferienspiele, Hauptlehrers Schmitz. Herr Schmitz überzeugte seine jugendlichen Zuhörer von der Gerechtigkeit der deutschen Sache und gab ihnen die Zuversicht auf den Sieg der deutschen Waffen, machte aber unverdrossene Arbeit, Gottvertrauen und Gebet zur Bedingung. Die Jugend stimmte in ein Kaiserhoch begeistert ein und sang kräftig das Heil dir im Siegerkranz. Dann wurde gefrühstückt. Zwei Brotschnitten mit gutem Obstmus gab es zur Feier des Tages. Als dann der Hunger gestillt und noch eine Weile gerastet und dabei dem Konzert der Musikkapelle gelauscht war, ging es mit Gesang und Musik wieder zum Kaiserplatz zurück, von wo die einzelnen Schulen mit ihren Fahnen in die verschiedenen Stadtteile zogen.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

     

Anzeige im General-Anzeiger vom 2. September 1917Anzeige im General-Anzeiger vom 2. September 1917Anzeige im General-Anzeiger vom 2. September 1917Anzeige im General-Anzeiger vom 2. September 1917Godesberg, 1. Sept. Für die Verwundeten unserer Reservelazarette war gestern und vorgestern auf der Godesburg ein Sommerfest veranstaltet worden. Die feldgrauen Gäste wurden hierbei am Nachmittag mit Kaffee und dann später mit Freibier und einem Abendessen bewirtet. Orchestermusik, Gesangs- und Musikvorträge, sowie Ansprachen boten reiche Abwechslung.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Von Nah und Fern.“)

     

Der Bonner Bergwerks- und Hütten-Verein, Zementfabrik Obercassel, verteilte wieder Mk. 10.000 unter seine Arbeiterschaft als Beihilfe zur Beschaffung von Lebensmitteln.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)