Freitag, 17. August 1916

      

Anzeige in derDeutschen Reichs-Zeitung vom 18. August 1916Anzeige in derDeutschen Reichs-Zeitung vom 18. August 1916Erlaubnis zum Radfahren. Die Polizeiverwaltung teilt uns mit: Nachdem ein Teil der vorgelegten Gesuche um Weiterbenutzung der Fahrradbereifung von der Militärbehörde genehmigt bei der Polizeibehörde eingegangen ist, können die betreffenden Radfahrkarten bei den zuständigen Polizei-Revieren von Samstag, den 19. d. M., vormittags ab in Empfang genommen werden.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

    

Zu den beiden Pilgerzügen, die heute nach Kevelaer abfuhren, wurden an der hiesigen Station 1350 Fahrkarten gelöst.

Die Warenkarten für die Zeit vom 27. August bis 16. Dezember und die Seifenkarte für die Monate September 1916 bis Januar 1917, die in allen Orten des Reiches gültig ist, werden in den nächsten Tagen den Hausständen zugestellt. Für die Ausgabe dieser Karten sind die Lebensmittelkarten (Umschlag) bereit zu halten und den Bezirksverwaltern auf Verlangen auszuhändigen.

Aehrendiebstahl. Seit die Ferien begonnen haben, werden an einigen Stellen des Landkreises Klagen darüber laut, daß vielfach an den Fruchtgarben auf dem Felde geräubert wird. Es wurde beobachtet, daß größere Knaben schulpflichtigen Alters mit einer Schere die Aehren von den Garben abschneiden und diese dann im Rucksack heimbringen. Werden sie bei dieser „Arbeit“ auf dem Acker überrascht, so bücken sie sich, als wenn sie eifrig auf der Erde suchen.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

    

Enttäuscht war gestern morgen eine große Zahl von Mitbürgern und noch mehr Mitbürgerinnen, als sie kein Sonderblatt angeschlagen fanden, daß der Friede „ausgebrochen“ sei. Im Vertrauen auf eine viel verbreitete „Vorhersagung“ hatten sie nämlich heute das Ende des Krieges erwartet, und man glaubt nicht, wieviel Leute auf einen solchen Unsinn hereinfallen, der auf irgend einer künstlichen und törichten Zahlenspielerei aufgebaut ist. Diesmal sollte ausgerechnet der 17. August den Waffenfrieden bringen. Noch sind wir nicht so weit, und unsere Feinde müssen erst noch mehr zu Boden geschlagen werden, damit wir einen wirklich dauernden Frieden erreichen. Es gilt also noch durchzuhalten und mit Ruhe das Ende abzuwarten, ohne Prophezeiungen aus Zahlen, Karten oder dem in solchen Fällen beliebten Kaffeesatz. Der Friede wird schon eintreten, wenn auch nicht am heutigen Tage.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)