Sonntag, 13. August 1916

     

Anzeige im General-Anzeiger vom 13. August 1916Anzeige im General-Anzeiger vom 13. August 1916Verbotener Verkehr mit Kriegsgefangenen. Das stellvertretende Generalkommando des 8. Armeekorps weist erneut auf seine Verordnungen hin, nach denen es verboten ist: a) Briefschaften von Kriegsgefangenen oder an Kriegsgefangene in Empfang zu nehmen oder zu besorgen b) mit Gefangenen in Verbindung zu treten, von ihnen Geld oder andere Gegenstände anzunehmen, für sie Besorgungen irgend welcher Art zu machen oder ihnen irgendwelche Gegenstände auszuhändigen, c) ferner jede Förderung oder Unterstützung entwichener Kriegsgefangener, insbesondere die Gewährung von Unterkunft, Nahrung, Kleidung, die Verabfolgung von Geldmitteln, Beschaffung von Arbeitsgelegenheit und die Beschäftigung im eigenen Haushalte oder Betriebe.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

   

Landleute, schützt Euer Getreide! Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, wird ein französisch-englisches Fliegergeschwader gebildet, das, sobald die Ernte reif ist und längere Trockenheit geherrscht hat, eine besondere Art Brandbomben auf die Felder abwerfen soll, um die Erntevorräte zu vernichten. Zudem werden von englischer Seite Leute mit dem Auftrage nach Deutschland gesandt werden, Kornfelder in Brand zu setzen. Für die Ladbevölkerung ist daher besondere Aufmerksamkeit angebracht. Die Löschung der Brandbomben ist nur durch Bewerfen mit Sand, Erde und dergl. zu erreichen. Es empfiehlt sich, die Getreideschober nicht auf einer Stelle, sondern möglichst verteilt anzusetzen.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

    

In dem Bericht über die Volksküche der Sandkaule wird getafelt, daß der Weißkohl angebrannt gewesen sei. Dieses läßt sich bei den städtischen Kesseln nicht immer vermeiden, da dieselben direkt der Feuerung ausgesetzt sind und nicht, wie es sein sollte, im Wasserbad stehen. Ueberall benutzt man letztere Art von Kesseln zur Herstellung von Massengerichten, in allen Hospitälern und Kasernen. In den städtischen Kesseln muß daher andauernd umgerührt werden, eine überaus schwere Arbeit, wenn man den Umfang und die Tiefe eines solchen Kessels bedenkt.
   Daß unter den Graupen Unkrautsamen vorhanden gewesen sei, ist möglich, da nicht genügend Personal vorhanden ist, um ganze Säcke von Graupen verlesen zu können. Dieselben waren daher gewaschen worden und wurden nicht, wie es in dem Artikel heißt, aus dem Sack direkt in den Kessel geschüttet.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Stimmen aus dem Leserkreis“)