Freitag, 21. April 1916

    

Anzeige im General-Anzeiger vom 21. April 1916Anzeige im General-Anzeiger vom 21. April 1916Die Banken – ausgenommen die Reichsbank – bleiben am morgigen Karsamstag geschlossen.

Die Hagenbeckschau ist bereits in Bonn eingetroffen. Auf dem Adolfsplatz entwickelt sich bei dem Aufbau der Zirkusräumlichkeiten und der großen Stallungen ein sehr lebendiges, buntes Tun und Treiben. Bei den Arbeiten helfen auch Hagenbecks Arbeitselefanten, die durch ihre Riesenkräfte und ihre vortreffliche Abrichtung beim Ausladen der schweren Wagen und überall, wo es gilt, große Lasten fortzubewegen, die besten Dienste leisten. Bekanntlich stelle Hagenbeck der Militärbehörde Elefanten zur Verfügung, welche an der Front unseren tapferen Kriegern durch Schleppen und Tragen von Baumstämmen, Steinmassen und dergleichen schweren Lasten mehr zum Bauen und Einrichtung der Unterstände von größtem Nutzen sind. Um dem Publikum einen Begriff von den Arbeiten dieser Hagenbeckschen Elefanten an der Westfront zu geben, werden in jeder Vorstellung ähnliche Arbeiten vorgeführt. Weiter kommen sämtliche andere Dressurnummern zur Vorführung. Dabei wird der bekannte Tierbändiger Feldmann, ein Schüler Hagenbecks, seine Tigergruppe vorführen. Löwen, Eisbären, braune Bären, Dromedare, Kamele, Menschenaffen und andere Seltenheiten des Tierparkes sowie alle Artistennummern bilden ferner das reiche Programm jeder Vorstellung. Auf die Einrichtung, daß bei der Umwechslung von Goldgeld an der Kasse Freiplätze und zwar für 20 M. eine Freikarte für den ersten, für 10 M. eine für den zweiten Platz gegeben werden, sei nochmals hingewiesen. Hagenbeck lieferte auf diese Weise im letzten Monat 6000 Mark an die Reichsbank an. Die Eröffnung der Hagenbeckschau findet am morgigen Samstag statt. Die Nachmittagsvorstellung beginnt um 4 Uhr, die Abendvorstellung um 8¼ Uhr. Samstag, Sonntag und Montag finden ebenfalls je zwei Vorstellungen statt, um 4 und 8 ¼ Uhr, sowie täglich um 8¼ Uhr Abendvorstellung. Täglich morgens ab 10 Uhr ist Stallbesichtigung und finden alsdann interessante Proben sowie Fütterung sämtlicher Raubtiere statt.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

     

Glückliches Kleve! Der Bürgermeister der Stadt Kleve am Niederrhein hat folgende Preise für den Verkauf von frischem Schweinefleisch festgesetzt: Schinken 1,80 Mk., fetter Speck 2 Mk., magerer Speck 1,60 Mk., Kotelette (Karbonade) 2 Mk., Schulter mit Schwarte 1,80 Mk., Kopf 80 Pfg., Schnauze und Ohren 80 Pfg., Eisbein 1,20 Mk. und Pfoten 50 Pfg. das Pfund. Der Verkauf darf seitens der Metzgermeister nur in Mengen bis zu drei Pfund an Eingesessene der Stadt Kleve erfolgen gegen Vorzeigung der Brotkarte, in die ein entsprechender Vermerk eingetragen wird.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

       

Ein hiesiger Wirt, dessen Frau und Tochter hatten sich gestern an der Strafkammer zu verantworten, weil sie in unerlaubter Weise Branntwein verabfolgt hatten. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Wirt 500 Mark, gegen die Frau 200 Mark, gegen die Tochter 20 Mark. Das Gericht erkannte auf Geldstrafen von 200, bezw. 50, bezw. 20 Mark.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)